Speyer Nur wenige würden profitieren
Für das Baugebiet „In den dreißig Morgen“ in Dudenhofen wird es voraussichtlich keine Lärmschutzwand geben, die es nach Norden und Osten zur B 39 hin abschirmt. Mit dem Bebauungsplan hat sich der Haupt- und Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschäftigt. Auch eine Erweiterung der Grundschule war Thema.
Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen Haupt- und Bauausschuss der Ortsgemeinde Abwägung, Annahme und erneute Beteiligung der Öffentlichkeit zum Bebauungsplan „In den dreißig Morgen“. Das mit dem Bebauungsplan beauftragte Büro Piske hält die Wirksamkeit einer Lärmschutzwand, wie sie unter anderem der Ortsteilverein Dudenhofen-Süd fordert, für „begrenzt“. Von den rund 90 Gebäuden, die gebaut werden sollen, würden lediglich 14 Anwohner von einer Lärmschutzwand profitieren. Die Kosten für etwa 115 Meter entlang der B 39 und 90 Meter an der Zufahrt schätzte Piske auf 300.000 Euro. Derzeit liege der gemessene Lärmpegel im Bereich des zulässigen Grenzwertes. Piskes Empfehlung an den Haupt- und Bauausschuss: statt Schutzwand der Einbau von Lärmschutzfenstern. Reinhard Burck (Grüne) konnte die von potenziellen Bauherren und Ortsteilverein während der Offenlage geäußerten Bedenken zur Lärmbelastung nachvollziehen. Sein Vorschlag: von jedem Grundstückskäufer einen Extrabetrag (etwa 5000 Euro Aufschlag) zum Bau einer Lärmschutzwand erheben. Jürgen Creutzmann sah seine Skepsis bestätigt: „Deshalb war die FDP gegen das Baugebiet.“ Reinhard Oelbermann (CDU) wollte die Verantwortung dem Bauwilligen überlassen: „Es ist die Entscheidung des Grundstückkäufers unter den gegebenen Voraussetzungen dort zu wohnen.“ Grundschule: Welche baulichen Möglichkeiten es an der Clemens-Beck-Schule gibt, betreuende Grundschule und Hort räumlich zu erweitern und die Mensa zu renovieren, erläuterte Architekt Norbert Hook. Denkbar sei der Bau eines zweistöckigen Horts auf der Freifläche vor der Turnhalle oder die Aufstellung eines Containers auf dem Pausenhof. Ein weiterer Vorschlag: der Anbau von vier eingeschossigen Klassenräumen und Hort Richtung Iggelheimer Straße. Auch ein zweigeschossiger Glaskubus mit einer Mensa mit 150 Plätzen – aktuell sind es 50 – im Obergeschoss ist laut Hook eine Option. Alternative sei die Auslagerung der Mensa in die Realschule plus. Die Flächen – 250 bis 300 Quadratmeter – für eine Erweiterung seien vorhanden. Hook: „Wir können in alle Richtungen denken.“ Das Gesamtpaket Hort plus betreuende Grundschule plus Mensa würde rund 3,4 bis 4 Millionen Euro, ein Anbau für vier Klassenräume 1,9 bis 2,5 Millionen Euro kosten. Städtebauprogramm: Lange diskutierten Ausschuss und Karin Weber von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft über das Stadtumbauprogramm. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier hatte eine Gebietsverringerung von 25 unter 20 Hektar gefordert. Burck und SPD störte, dass im Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm der Bürgerpark mit einer Million Euro aufgeführt ist. Laut Weber ist dies „nur aus Gründen des Fördervolumens“ der Fall. Burck zum Thema Bürgerpark: „Außer dem Bürgermeister will den niemand, schon überhaupt nicht für eine Million.“ Jürgen Traxel (CDU) versuchte zu vermitteln, schlug eine andere Grenzziehung und die Verteilung der Million auf andere Objekte vor. So oft Weber beteuerte, die Million sei rein fiktiv, Begriff und Summe dienten lediglich zur Zifferangabe eines Fördervolumens, wiederholte Burck sein Streichungs-Mantra. Eine zweite Runde der Diskussion vertagte der Ausschuss auf die Ratssitzung am 8. November.