Waldsee
Neujahrsempfang: Thema Tiefengeothermie spaltet Waldsee
Die Rede von Claudia Klein dauerte gut zweieinhalb Stunden. Allerdings mit kleinen Pausen, denn gleich zu Beginn kamen die Sternsinger zu Besuch und zwischendurch gab es zwei kleine Auftritte der Sunshinesinger Kids. Sehr zur Freude des Publikums.
Kleins Rückblick begann mit den Kommunalwahlen 2024, bei der sie in ihrem Amt bestätigt wurde und Sternberger-Hahn erneut zum Beigeordneten gewählt wurde. Damals sei die Gemeinde mit einigen großen Projekten beschäftigt gewesen, die nun abgeschlossen sind. Die Neugestaltung des im Sommer 2025 eingeweihten Schwanenplatzes hat bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt, denn die Gemeinde Waldsee war einer der nur drei Orte in Rheinland-Pfalz, der vom Förderprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ bedacht wurde.
Es stehen viele Projekte an
Das zweite Riesenprojekt für 3,3 Millionen Euro, das nun abgeschlossen und mit einem Schulfest gefeiert wurde, ist die sicherheitsrelevante Sanierung der Grundschule. Langweilig wird es der Bauabteilung im Waldseer Rathaus nach Abschluss dieser beiden Projekte aber nicht, es steht noch viel an: die begonnene Brandschutzsanierung der Sommerfesthalle muss fortgeführt werden, der Rasensportplatz braucht eine neue Flutlichtanlage, die LED-Beleuchtung im Neubaugebiet Lausbühl wurde schon ausgetauscht. Beim Friedhof muss die Entwässerung saniert werden und der Memoriamgarten soll erweitert werden. Und mit der Schule geht es auch irgendwann weiter: „Die Schulsporthalle ist eine energetische Katastrophe, Fassade und Dach stehen auch an“, sagt Claudia Klein.
Auf manches hätte die Gemeinde in den letzten zwei Jahren gut verzichten können, wie auf den Vandalismusschaden an der Treppe hinter der Kirche. Oder auf den Wasserrohrbruch an der Kreuzung Berliner Straße/Altriper Straße, der eine große Herausforderung für den Zweckverband für Wasserversorgung gewesen sei, eine mehrwöchige Baustelle nach sich gezogen habe.
Positives aus dem Kinder- und Jugendbereich
Zu den Dingen, die es sicher auch nicht gebraucht hat, gehört für Claudia Klein die große Spaltung, die das Thema Tiefengeothermie in den Ort gebracht hat. Dieses von der Sache her wichtige Thema habe Lokalpolitiker und Bevölkerung sehr beschäftigt und wird es auch weiterhin tun.
Viel Positives hatte Klein aus dem Kinder- und Jugendbereich zu berichten. Mit Abschluss der Renovierung der Kita Kleine Heimat werden alle vier kommunalen Kitas das neue Kitagesetz erfüllen. Waldsee befinde sich in der Luxus-Situation, mehr Kita-Plätze als benötigt zu haben. Dadurch können weitere Betreuungsplätze für unter Zweijährige angeboten werden. Auch die betreuende Grundschule könne allen Eltern, die das wünschen, einen Betreuungsplatz anbieten. Ferienbetreuung gibt es in den sechs Wochen Sommerferien und in je einer Woche in Oster- und Herbstferien. Das Jugendhaus bietet inzwischen fünf Tage Öffnungszeiten an, zu denen im Schnitt 20 Besucher kommen,
Claudia Klein dankte in ihrer Rede den vielen Menschen, die sich für Waldsee engagieren: Dem Team der Bücherei, an dessen nun Beate Mayer steht.
Erik Wieman von der IG Heimatforschung, der im Sommer einen 100 Kilometer-Gedenkmarsch von Waldsee bis an die Maginot-Linie organisiert hat und das auch dieses Jahr wieder tun möchte. Die vielen Waldseer Vereinen und Gruppierungen, der Leiterin der Volkshochschule, den Umweltbeauftragten, dem KV Uno, dessen Prinzenpaar beim Neujahrsempfang nicht zu übersehen war, dem aktiven Seniorenbeirat, den Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer und dem Bürgerbusteam dankte sie für ihr Engagement, ebenso der freiwilligen Feuerwehr, die immer ansprechbar sei. Bedauerlicherweise habe der Partnerschaftsverein aufgelöst werden müssen. Dafür gibt es mit den Palzwannerern nun einen neuen Verein im Ort und mit der 2024 gegründeten Kerwe GbR nun einen Zusammenschluss Waldseer Vereine, die das Dorffest ausrichten.
Die Gemeinde selbst biete einen Neugeborenenempfang, den Martinsumzug, Seniorennachmittage und Volkstrauertag an. Durch die Bürgerstiftung seien viele Waldseer Projekte unterstützt worden, die Tradition des Osterbrunnen wieder aufgelebt, ein Adventsbrunnen dazugekommen und ein Kunsthandwerkermarkt ins Leben gerufen worden.
In einem Ausblick fasste Klein künftige Themen zusammen: das Neubaugebiet und die Ortsumgehung im Nordwesten, die in Planung seien. Auch die Anbindung an die Straßenbahn sei ein Zukunftsthema. Ebenso der Ausbau von Glasfaser, der im Moment noch wegen mangelndem Interesses der Bürger scheitere.
Über mangelndes Interesse an ihrer Ausführung am Neujahrsempfang konnte Klein allerdings nicht klagen. Das Publikum war trotz der Länge des Vortrags bis zum Ende aufmerksam.