Speyer Neues Geschäft bietet Hanfprodukte bis hin zur Bademode

Geschäftspartner: Michael Ahlert und Gerda Schuhmacher erfüllen sich mit „Canveda“ einen Lebenstraum.
Geschäftspartner: Michael Ahlert und Gerda Schuhmacher erfüllen sich mit »Canveda« einen Lebenstraum.

Die geplante Legalisierung von Cannabis ab dem 1. April wird am Freitag im Bundesrat debattiert. Die Geschäftswelt kurbelt sie schon im Vorfeld an. In Speyer hat ein neuer Handel mit Hanfprodukten eröffnet, der aber nicht auf die „kiffende Jugend“ setzt.

Nur ein kleines Stück vom Altpörtel entfernt ist in der Karmeliterstraße 4 das Geschäft „Canaveda“ an den Start gegangen. Es wird von den Geschäftspartnern Gerda Schuhmacher und Michael Ahlert betrieben. Schuhmachers Ehemann Hagen Schuhmacher steht den beiden als Berater an der Seite. Sie hätten sich nach jahrzehntelanger harter Arbeit in unterschiedlichen Branchen entschlossen, einen neuen Lebensabschnitt einzuläuten, berichten die Betreiber. Wenn es nach ihnen geht, wollen sie sich damit bis zum Eintritt in den Ruhestand beruflich verwirklichen.

Für die Schuhmachers ist mit der Neueröffnung ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen, wie sie sagen. Ihre Entscheidung, sich mit einem Hanfladen in Speyer selbstständig zu machen, sei nicht nur aus wirtschaftlichen Erwägungen gefallen, sondern auch wegen ihrer persönlichen Leidenschaft für die vielfältigen Anwendungen von Hanf. „Ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt und möchte unsere Kundschaft von den positiven Wirkungen des Heilmittels überzeugen“, so Hagen Schuhmacher (50).

Unabhängig von „Canaveda“ hat er auch einen „Social Club“ bei der Stadtverwaltung angemeldet. Vereine dieser Art sind im Cannabisgesetz als Plattformen vorgesehen, um den kollektiven und legalen Anbau von Cannabis in limitierten Mengen zu organisieren. Im Moment sei er noch alleine, aber er sei sich sicher, Mitstreiter zu finden. Mit „Miami Hempire“ hat sich bereits ein weiterer Cannabis-Verein in Speyer angesiedelt.

Hoffnung auf Gesetzesänderung

Die Cannabis-Legalisierung hält das Ehepaar für sinnvoll, denn sie entkriminalisiere den Markt. Vielen Konsumenten ohne kriminelle Absichten würden somit Haftstrafen erspart. „Alle, die deswegen im Gefängnis sitzen oder saßen, müssen entschädigt werden“, fordern die Schuhmachers.

Das Ehepaar sieht vielseitige Anwendungen und potenzielle gesundheitliche Vorteile von Hanf. In ihrem Geschäft wollen sie deshalb eine breite Palette an Hanfprodukten anbieten, von CBD-Ölen bis hin zu Textilien und Hanfkosmetik. Gerda Schuhmacher (55) kündigt an: „Wir werden noch mehr Produkte bekommen, etwa Bademode, Sommerhüte, Taschen und Bekleidung – alles zu 100 Prozent aus Hanf.“ Ihr Laden soll darüber hinaus ein Ort sein, an dem Menschen Informationen über die Nutzpflanze erhalten können. Dabei wollten sie nicht, dass er zum Treffpunkt für „die kiffende Jugend“ werde. Er spreche ein viel breiteres Spektrum an.

Importe aus Europa und Asien

Ihre Produkte importieren die Betreiber aus Zypern, Österreich und Nepal. Ihnen sei dabei sehr wichtig, dass der Ware keine Kinderarbeit zugrunde liegt. Die erste Resonanz seit der Eröffnung am vergangenen Samstag sei gut. Der Umsatz sei noch überschaubar, aber das Geschäft habe Potenzial, sind sie überzeugt. Eine solche Geschäftsidee gebe es in Speyer noch nicht. Es brauche noch Zeit, sie zu etablieren. Die Inhaber spekulieren auch darauf, dass Touristen der Domstadt den Weg zu ihnen finden.

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