Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Speyerer Förderverein stärkt Hospiz- und Palliativdienst

Die Vereinsspitze (von links): Renate Walch, Nikolai Wezler, Uwe Weinerth, Sabine Schnorr mit den Mitgründerinnen Corinna Kloss
Die Vereinsspitze (von links): Renate Walch, Nikolai Wezler, Uwe Weinerth, Sabine Schnorr mit den Mitgründerinnen Corinna Kloss und Sabine Seifert.

Der Speyerer Hospiz- und Palliativdienst bekommt einen Förderverein. Wie Ehrenamtliche Sterbende und Angehörige kostenlos begleiten – in Stadt und Umland.

„Du zählst, was du bist. Und du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens eine Bedeutung haben.“ Denn Sterben ist ein Teil des Lebens. Das Zitat von Circely Saunders, eine der Pionierinnen des Hospizgedankens, soll auch den neuen Speyerer Verein leiten. „Da steckt alles schon drin“, sagt Kirstin Schwarz, eine der drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes Speyer. Sich als Diakonissen an die Seite der Schwachen zu stellen, habe Priorität, meint Oberin Isabelle Wien. Im Grenzland des Lebens brauche man „Unterstützung für Leib, Seele und Geist“. Ein würdevolles Leben bis zuletzt werde so ermöglicht. Selbstständigkeit unterstützen, die Beachtung der Individualität des Menschen sowie die Begleitung zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim und von Menschen ohne Zuhause sind zentrale Anliegen.

Unterstützung der Angehörigen

Dazu gehöre auch die Unterstützung der Angehörigen unter anderem in Zeiten der Trauer. Schwarz und ihre Kolleginnen Michaela Korn (Leitung) sowie Alena Stolstein werden von rund 30 geschulten Ehrenamtlichen unterstützt, die wiederum Supervision bekommen. Die Dienste sind kostenlos, weil sie von der Krankenkasse bezahlt werden. Das Angebot besteht in Speyer, Römerberg, Dudenhofen, Hanhofen, Harthausen, Waldsee und Otterstadt.

Um diese Arbeit finanziell und ideell zu unterstützen und auszuweiten, wurde nun ein Förderverein gegründet. 26 Gründungsmitglieder waren anwesend und wählten einstimmig den Vorstand. Ein halbes Jahr vorher wurde schon geplant, überlegt und die Satzung entworfen, berichtet Pfarrerin und Diakonisse Corinna Kloss. Es hätten sich auch schon rührige Menschen als Vorstandskandidaten herauskristallisiert. Als Vorsitzende meldete sich Diakonisse Renate Walch (69), die im Dekanat für das Gemeinwesen zuständig war. Sie stellte damals fest, dass Menschen einsam waren und ihre Bedürfnisse nicht erfüllen konnten. Deshalb gründete Walch zwei Trauergruppen. So sei sie mit dem Hospizgedanken in Berührung gekommen. „Wir müssen auf das Miteinander vertrauen, damit es uns als Stadt gut geht“, betont sie.

Werbung weiterer Mitglieder

Stellvertretender Vorsitzender wurde Mediziner Nikolai Wezler (57), der unter anderem seit 20 Jahren in der Palliativmedizin tätig ist. Er könne „ohne diese Haltung“ kein Arzt sein. „Vorbildhaftes Tun ist meine Stärke. Ich kann andere mitziehen.“ Der gewählte Schatzmeister Bernhard Franz war in der Deutschen Rentenversicherung tätig und begleitete seine Frau im Hospiz. Auch jetzt ist er ehrenamtlich im Hospizdienst tätig. Schriftführerin wurde Sabine Schnorr (65), die bei der Sparkasse gearbeitet hat. „Meine Mutter ist hier gestorben. Damals hätte ich mir Begleitung gewünscht“, berichtet sie. Als sie in der Zeitung den Vorbereitungskurs Hospizbegleitung entdeckte, war sie sofort dabei. Weiteres Vorstandsmitglied ist Pfarrer Uwe Weinerth, der auch in Altenheimen und im Vorstand des Diakonissenvereins tätig ist. Er brenne für das Thema: „Das ist ein richtig wichtiges Projekt.“

Weitere Schritte im Prozess der Vereinsgründung sind jetzt die Werbung von Mitgliedern sowie die Formalien bei Amtsgericht, Notar und Finanzamt vereinbaren.

Noch Fragen?

Wer weitere Informationen benötigt oder im Förderverein Mitglied werden möchte, kann sich an Corinna Kloss oder Sabine Seifert wenden: E-Mail corinna.kloss@diakonissen.de, sabine.seifert@diakonissen.de oder Telefon 06232 221214.

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