Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Schenkung der Ike und Berthold Roland Stiftung

Das Konvolut der Schenkung: zwei Ölbilder, drei Pastelle, acht Aquarelle, acht Grafiken und mehr von Karl Dillinger.
Das Konvolut der Schenkung: zwei Ölbilder, drei Pastelle, acht Aquarelle, acht Grafiken und mehr von Karl Dillinger.

Die Ike und Berthold Roland Stiftung schenkt Kunstwerke von Karl Dillinger dem Historischen Verein der Pfalz und damit dem Historischen Museums der Pfalz in Speyer.

Die Ike und Berthold Roland Stiftung hat dem Historischen Verein der Pfalz schon viele Kunstwerke sowie kunst- und kulturhistorisch bedeutende Dokumente geschenkt, die dieser dann der Sammlung des Historischen Museums der Pfalz in Speyer übergeben hat. Jetzt wurde ein umfangreiches Konvolut an Arbeiten des Künstlers Karl Dillinger (1882-1941), der lange Zeit in der Pfalz und der Region lebte und wirkte, geschenkt und im Museum für dessen Sammlung übergeben.

Die Schenkung umfasst neben zwei Ölbildern und zwei Landschaftsgemälden in Pastell, mehrere Aquarelle sowie zahlreiche Skizzen, Skizzenbücher und lose Blätter. Insgesamt handelt es sich um 332 einzelne Zeichnungen und Notizen sowie 61 kolorierte beziehungsweise aquarellierte Werke.

Die Werke stammen aus der Sammlung des 2022 gestorbenen, unvergessenen Berthold Roland, dem langjährigen Direktor des Landesmuseums Mainz und Gründungsdirektor des Museums im Schloss Villa Ludwigshöhe, der von 1982 bis 1998 offizieller Kunstberater von Helmut Kohl beim Bundeskanzleramt war.

Bei der Übergabe: Thomas Metz, Alexander Schubert und Oliver Roland (von links).
Bei der Übergabe: Thomas Metz, Alexander Schubert und Oliver Roland (von links).

Oliver Roland, Sohn von Berthold Roland und Geschäftsführer der Ike und Berthold Roland Stiftung, war jetzt ins Museum nach Speyer gekommen, um die Werke an den Historischen Vereins der Pfalz in Gestalt von dessen Vorsitzenden Thomas Metz und das Historische Museum mit Direktor Alexander Schubert an der Spitze zu übergeben.

Es war, wie Oliver Roland sagte, die zehnte Schenkung der Stiftung an den Verein und damit eben an das Museum. Der Wert dieser Schenkungen hat dabei jetzt die Grenze von 50.000 Euro überschritten.

Mit den 480 Arbeiten von Karl Dillinger soll die Erinnerung an den vor 85 Jahren am 22. Januar 1941 gestorbenen Künstler belebt werden.

Klare Komposition

Der 1882 in Österreichisch-Schlesien geborene Künstler wuchs in Ludwigshafen auf. Er studierte an den Akademien in Karlsruhe und Stuttgart und war ab 1924 Lehrer an der Akademie in Karlsruhe, von 1927 bis 1933 als ordentlicher Professor. Er war auch Mitbegründer der Badischen Sezession neben Karl Hofer und Alexander Kanoldt.

Bilder in klarer Komposition und tektonischer Form, vor allem Naturbildern aus deutlich umrissenen Bausteinen kennzeichnen seinen Stil.

In Paris wurde er vom Werk Paul Cezannes inspiriert, was auch in den geschenkten Bildern nicht zu übersehen ist. 1933 wurde Karl Dillinger von den Nazis entlassen und sein Werk als entartet verfemt. Er zog sich nach Grethen-Hausen bei Bad Dürkheim zurück und und widmete sein Spätwerk dem Pfälzerwald.

Ausstellung in Landau geplant

1965 wurde von Bertold Roland eine Ausstellung mit Karl Dillingers Werken in Ludwigshafen kuratiert.

2000 gab es auch eine Ausstellung von Werken Karl Dillingers im Landauer Strieffler-Haus – und in den kommenden Jahren ist dort eine weitere vorgesehen. Die Kunsthistorikerin Catharina Zaboli-Schloßer plant eine Arbeit zu dem Künstler.

Wie sagte Oliver Roland bei der Übergabe: „Wir Rolands fragen bei solchen Ereignissen wie heute immer, wer nun eigentlich der Beschenke sei. Sie, die Sie die Bilder als Geschenk entgegennehmen, oder Speyer als Stadtbeschenkte oder der Künstler, weil er in ein Museum von Rang und Namen aufgenommen wird oder unserer Stiftung, weil heute Abend ein so schönes Event stattfindet? Hoffentlich fühlen wir uns alle so – als Beschenkte.“

Thomas Metz vom Historischen Verein und Alexander Schubert vom Historischen Museum waren dankbar als Beschenkte, wobei Schubert betonte, dass das Museum ja keinen Sammlungsetat habe und deshalb immer froh sein, wenn es durch Schenkungen der Roland-Stiftung seine Sammlung erweitern könne.

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