Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Pächter für Speyerer Kult-Kneipen: Es soll zurück zu den Wurzeln gehen

Neue Pächter im „Bruch“ und „Bierbrunnen“: Alexander Schkolnji und Roska Mitkov.
Neue Pächter im »Bruch« und »Bierbrunnen«: Alexander Schkolnji und Roska Mitkov.

„Bruch“ und „Bierbrunnen“ liegen im Herzen der Stadt. Roska Mitkov und Alexander Schkolnji wissen um die Bedeutung der Kult-Kneipen.

Die neuen Pächter wollen ihr gerecht werden. Angefangen hat alles als klassische Schnapsidee. „Wir waren vor ein paar Jahren öfter hier“, sagt Alexander Schkolnji. Der 22-Jährige sitzt zusammen mit seinem guten Freund Roska Mitkov an einem der Tische im Bierbrunnen. Sie kennen die Kneipe in der Schustergasse genau wie das Café Durchbruch im Keller darunter, das alle nur „Bruch“ nennen. Die Blütezeit der Kult-Kneipen vor 30 Jahren und mehr haben sie nicht selbst erlebt, aber viel davon gehört, viele Geschichten erzählt bekommen. „Das ist eine urige Kneipe, und wir wollen gar nichts anderes“, sagt Mitkov.

Seit einiger Zeit sind die beiden nicht nur Freunde, sondern Geschäftspartner. Als die Kneipen vor einigen Jahren geschlossen waren, seien sie mit abendlichen Besuchen ins darüberliegende „Markt-Journal“ ausgewichen, erzählen sie. Da sei eines Abends irgendwann das Gespräch auf „Bruch“ und „Bierbrunnen“ gekommen. „Wenn die irgendwann zu verpachten sind, will ich das machen“, habe Schkolnji zu seinem Kumpel gesagt. Der nahm die Sache ernst: Roska Mitkov entwarf einen Plan, wie’s zu machen wäre, so eine Gaststätte zu leiten. Er hat alle Schritte aufgelistet, mit welchen Leuten gesprochen werden müsste und was nötig wäre für eine Schanklizenz. Es klappte nicht sofort, aber als Alexander Schkolnji das Schild „zu verpachten“ vor einigen Monaten im Fenster an der Schustergasse sah, rief er seinen Kollegen an, ob der Plan noch stehe. Er stand, und so stecken die beiden angehenden Gastwirte nun mitten in ihren Vorbereitungen.

Schon mit DJs gesprochen

„Wir haben schon mit früheren DJs gesprochen. Man wird einige Gesichter wiedersehen“, sagt der 22-Jährige Schkolnji. Frühere Stammgäste hätten sich ebenfalls schon bei den beiden gemeldet. „Sie sind gespannt und hoffen, dass wir sobald wie möglich aufmachen.“ Beide sind frisch ausgelernt und zusätzlich noch in ihren Berufen tätig. „Geplant ist aber auch, dass wir selbst hier drin stehen“, betonen sie. Noch würden Barkräfte zur Unterstützung gesucht, außerdem laufe ein enger Austausch mit der Stadtverwaltung wegen der Konzession. Wann sie öffnen, stehe noch nicht fest, werde aber in den nächsten Wochen rechtzeitig bekanntgegeben.

Die künftigen Kneipenpächter blicken mit Vorfreude, aber auch mit Respekt auf ihre neue Aufgabe. Erste Erfahrungen in der Gastronomie haben beide schon gesammelt. „Ich mag sowas“, sagt Alexander Schkolnji über das Leben als Kneipier. Er liebe Geselligkeit, Geschichten und habe schon etliche vorher fremde Leute in Kneipen kennengelernt. Beide angehenden Kneipenwirte wissen um die Bedeutung der Kult-Kneipen für die Domstadt. In den Tischen steckten noch eingeritzte Liebesgeschichten aus der Vergangenheit. Alexander Schkolnji und Roska Mitkov wollen helfen, das Nachtleben in der Speyerer Innenstadt wieder aufzuwecken. „Früher sind Leute als Heidelberg hierher zum Feiern gekommen. Heute ist es andersherum“, sagt Schkolnji. Er ist gebürtiger Speyerer, Roska Mitkov lebt seit rund 15 Jahren in der Domstadt. Ihr Plan, um wieder mehr Leben in die Stadt zu bringen: Zurück zu den Wurzeln in den Kult-Kneipen. Den „Bierbrunnen“ wollen sie mit Postern verschiedener Rockbands dekorieren. Das „Bruch“ dürfe nicht als klassischer Club verstanden werden, sondern als uriger Treffpunkt. „Wir haben mit so vielen Leuten gesprochen. Wir wollen es wieder so zurückbringen, wie es war“, sagt Roska Mitkov. „Wir haben da Bock drauf.“

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