Speyer Neue Männer-WG
Im Landauer Zoo gibt es zwei neue Tierarten: Kropfgazellen und Agutis. Bei den ausschließlich männlichen Gazellen arbeitet Landau mit dem Zoo in Karlsruhe zusammen. Das Aguti-Männchen ist aus Berlin in die Pfalz gekommen. Es braucht noch ein Weibchen.
Der Landauer Zoo hat zwei weibliche Dünengazellen an einen belgischen Tierpark abgegeben, nachdem der Zuchtbock gestorben war, dafür aber eine andere, ebenfalls bedrohte Kleingazellenart neu bei sich aufgenommen: Aus dem Zoo Karlsruhe und dem Zoo Zürich kamen fünf im Vorjahr geborene Kropfgazellenböcke. Kropfgazellen (Gazella subgutturosa) verdanken ihren Namen dem verdickten Kehlkopf der Männchen, der dazu dient, die Lautstärke der Brunftrufe zu erhöhen. In der Brunftzeit scharen starke Männchen einige Weibchen um sich. Wenige Wochen später verlassen die Männchen ihren Harem, und die Weibchen schließen sich zu großen Herden zusammen. Die in Europas Zoos lebenden Gazellen dieser Art werden vom Zoo Karlsruhe aus gemanagt. Er zähle zu den erfolgreichsten Haltern von Kropfgazellen. In Karlsruhe leben die Männchengruppen getrennt von den Weibchen, ein Bock wird einmal jährlich zum Decken zur Gruppe gelassen. Die Landauer Bockgruppe dient als Reservegruppe für die Weibchen in Karlsruhe und anderen Zoos. Kropfgazellen sind die am weitesten nördlich verbreitete Gazellenart. Ihr Lebensraum umfasst Halbwüsten und Steppen von der Arabischen Halbinsel bis Zentralasien. Die Art ist durch Jagd und durch die Zerstörung ihres Lebensraums bedroht und auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion als gefährdet gelistet. Bisher wurden über viele Jahre hinweg im Zoo Landau Zwergagutis gehalten. Nach dem Tod des letzten Männchens im Februar hat der Zoo entschieden, auf eine größere Aguti-Art, das Azara-Aguti (Dasyprocta azarae) umzusteigen. Am 21. April kam aus dem Tierpark Berlin ein im Januar 2016 geborenes Männchen nach Landau, für das der Zoo nun nach einer Partnerin sucht. Das Tier habe sich schnell eingelebt und fühle sich in der Gemeinschaftsanlage mit Goldgelben Löwenaffen offensichtlich wohl. Agutis sind Meerschweinchenverwandte, aber deutlich hochbeiniger. Im Gegensatz zu Meerschweinchen sitzen Agutis zudem beim Fressen auf den Hinterbeinen und halten die Nahrung mit den Vorderpfoten fest. Das Azara-Aguti bewohnt Regenwälder und Sumpflandschaften in Brasilien, in Paraguay und in Argentinien. Aufgrund ungenügender Datengrundlage ist die Art bisher auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion nicht gelistet. Sie wird stark bejagt und gilt lokal als ausgerottet.