Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Guggemusik-Gruppe: „Altpörtelbadscher“ wagen den Neuanfang

Auftritt der Domguggler beim Brezelfestumzug 2019: Von der früheren Gruppe kommen die Instrumente und einige Aktive.
Auftritt der Domguggler beim Brezelfestumzug 2019: Von der früheren Gruppe kommen die Instrumente und einige Aktive.

Speyer hat schon einige Guggemusik-Gruppen erlebt. Keine davon gibt es mehr. Jetzt wollen die „Altpörtelbadscher“ einen Neuanfang wagen.

Speyers letzter Guggemusik-Verein, die Domguggler, löste sich im Oktober 2025 auf. Einige Aktive wollten sich damit nicht abfinden. Im Carneval Club Speyer (CCS) 2000 fanden sie eine neue Chance. Günter Bemmann hat nach eigenen Angaben bei jeder Guggemusik mitgemacht, die es in der Domstadt gegeben hat. Bei den „Brezelkrachern“, die 2015 in ein Insolvenzverfahren schlitterten und das Handtuch warfen, stieg er ein. Die „Schnoogefetzer“ folgten, und bei den „Domgugglern“, 2009 gegründet, fand er eine Gemeinschaft, in der er sich wohl fühlte. Die Auflösung wollte er nicht einfach so hinnehmen.

„Ich habe mich damit nicht abgefunden und stattdessen mit einigen vom bisherigen Verein überlegt, wie wir weitermachen können“, berichtet Bemmann der RHEINPFALZ. Durch die Mitgliedschaft und Aktivität im CCS – Günter Bemmanns Frau ist dort Elferrätin – war das Band fix gewebt. „Wir sind schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen“, erzählt Bemmann. Der CCS-Vorsitzende Harald Schuh bestätigt: „Da beide schon lange bei uns dabei sind, hat es sich angeboten, über das Thema zu sprechen.“ Geklärt werden mussten einige Punkte – vor allem die finanzielle Seite.

Interesse ist da

„Ein Großteil der Ausstattung ist da“, sagt Bemmann. Der Fundus der früheren Domguggler-Aktiven und sein eigener Bestand sind groß. „Wenn wir weitere Instrumente holen müssen, werden die zunächst privat finanziert“, ergänzt er. Das Interesse sei groß: „Wir haben bereits 20 Aktive zusammen und elf Personen, die Interesse haben, mitzumachen“, verrät Bemmann. Gemeinsam mit Mirko Hagenlocher wird er als Dirigent antreten. Zwei weitere Aktive unterstützen in der Position. „Damit ist die musikalische Leitung immer gewährleistet“, verdeutlicht Bemmann.

Noten lesen zu können sei nicht notwendig zum Einstieg bei der Guggemusik, die auch schon einen Namen hat. „Altpörtelbadscher“ soll die Gruppe heißen. „Wir spielen nach Zeichen und Gehör – das ist wie Malen nach Zahlen“, meint Bemmann und lacht. „Wir üben am Anfang leichte Lieder, so dass die Neuen auch Spaß haben“, will er die Angst vorm Mitmachen nehmen. „Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander sei beispielsweise ein Selbstläufer. Wer noch keine Erfahrung mitbringt als Guggemusiker, soll Extrastunden am Instrument bekommen.

Erster Auftritt am 10. Mai

Kostüme soll es zunächst nicht geben. Die kosten nämlich eine Stange Geld. Stattdessen wird sich die Gruppe T-Shirts als Wiedererkennungswert anschaffen. „Wir wollen frühestens zur Kampagneneröffnung den ersten offiziellen Auftritt bringen“, blickt Schuh voraus. Wobei: Sich präsentieren werden die „Altpörtelbadscher“ schon beim Frühlingsfest des CCS am 10. Mai. Dann können auch Instrumente ausprobiert werden. Das gleiche gilt für die erste offene Probe, die am Freitag, 6. März, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle Speyer-Nord stattfindet.

Vereinsvorsitzender Schuh ist sehr zufrieden mit der gefundenen Lösung, die „Altpörtelbadscher“ als Teil des CCS zu etablieren. „Wir wollen schauen, die Fasnacht breiter aufzustellen. Wenn sich also diese Möglichkeit ergibt, nutzen wir sie“, stellt er heraus.

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