Speyer "Natürlich passieren Fehler": Zauberer im Interview

Sie zaubern mit Leidenschaft und fast immer: Hannes Freytag (links) und Fabian Strahl.
Sie zaubern mit Leidenschaft und fast immer: Hannes Freytag (links) und Fabian Strahl.

„20 Finger und bestimmt keine Ärmel“: Das versprechen die Zauberkünstler Fabian Strahl aus Dudenhofen und Hannes Freytag aus Lingenfeld heute und morgen in ihrer Show im Speyerer Zimmertheater. Ellen Korelus-Bruder hat mit ihnen über die Magie gesprochen, die Illusionen auf sie ausüben.

Herr Strahl, Herr Freytag, ist Zauberei Beruf oder Berufung?Freytag:

Ich sage immer, ich mache das professionell, aber nicht beruflich. Zauberkunst ist meine Leidenschaft. Das trifft es besser. Dem widme ich mich von ganzem Herzen und mit all meiner Energie. Strahl: Eindeutig Berufung. Wie sagt Wikipedia? Berufung ist die besondere Befähigung, die jemand als Auftrag in sich fühlt. Das trifft mein Verhältnis zur Zauberei ganz gut. Warum tun sie das, was Sie tun? Freytag: Weil es das Beste ist, was man tun kann. Es gibt nichts Schöneres, als den Moment fassungslos zu staunen und zu lachen, mit Menschen glückliche Momente zu erleben, jemandem ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten. Was sind Sie: Zauberer, Illusionskünstler, Magier? Strahl: Ich würde sagen Zauberkünstler. Ich besitze keine übersinnlichen Fähigkeiten wie der Magier, ich möchte nicht verhexen, sondern mein Gegenüber zum Staunen bringen. Gibt es Zeiten, in denen Sie nicht zaubern? Strahl: Nein. Freytag: Die gibt es, aber es sind wenige. Wenden Sie Ihre Kunst auch privat an? Strahl: Och, beim Cupcakes kaufen kann mir das schon einmal passieren, Auf dem Weg zur Arbeit am Steuer wird es schwierig. Lassen sich erwachsene Menschen heutzutage überhaupt noch verzaubern? Freytag: Klar, weil in jedem erwachsenen Menschen irgendwo das Kind lebendig bleibt. Strahl: Ich würde sogar sagen, dass sich Erwachsene generell viel leichter verzaubern lassen als Kinder. Wie erklären Sie die Faszination der Magie? Strahl: Gegenfrage: Wie oft träumen wir davon, die Realität durch einen Zauberspruch zu ändern? Zack und das Geschirr ist gespült, Arme ausbreiten und eins, zwei, drei, einfach davon fliegen. Wer würde das nicht gerne erleben? Wann gewinnt Geschicklichkeit, wo beginnt Illusion? Freytag: Fingerfertigkeit braucht man, aber der größte Anteil ist die Psychologie. Denn alles passiert im Kopf der Zuschauer. Am Ende bleibt hoffentlich nur noch die Erinnerung an einen Effekt übrig, der vollkommen unerklärbar ist. Gedankenlesen, Kartenlegen: Scheitern inbegriffen? Strahl: Das Scheitern, das ist so eine Sache: Natürlich passieren immer mal wieder Fehler innerhalb einer Show. Ich muss Ihnen sagen, ich finde das nicht schlimm. Manchmal liefern sie sogar zusätzliche Gags. Freytag: Scheitern ist immer inbegriffen. Es ist ein Spiel, da darf man scheitern. Sind die Besucher Ihrer Show staunende Konsumenten oder Teil des Programms? Freytag: Die Zuschauer sind die Show. Ohne sie wär der Abend nichts. Ist Zauberei eine Glaubensfrage? Strahl: Man muss nicht glauben, um sich verzaubern zu lassen. Würde das Publikum das Gesehene glauben, wäre der Zauber verloren. Was erwartet das Speyerer Publikum? Strahl: Eine exklusive Zaubershow in tollem Ambiente, witzige, spannende und verblüffende Momente ganz nah am Geschehen und zwei sehr charmante Zauberer. Rundum – ein unvergesslicher Abend. Freytag: Wir werden versuchen, in die Gedanken von Zuschauern einzudringen, Münzen durch eine nanotechnologische Falltür wandern lassen, ein wirklich unmögliches Kunststück mit einem Kartenspiel zu zeigen, Geld zu zaubern ... Wie erschöpft sind Sie nach zwei magischen Stunden? Strahl: Direkt danach bin ich beflügelt. Eine Zaubershow löst einen ordentlichen Adrenalinschub aus. Freytag: Ziemlich erschöpft, aber sehr glücklich ... Termin Die Vorstellungen sind heute und morgen jeweils 20 Uhr im Zimmertheater Speyer, Kulturhof Flachsgasse. Karten im Spei’rer Buchladen, Korngasse 17, Telefon 06232 72018, E-Mail: info@speirerbuchladen.de.

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