Speyer
Mittelpunkt im Kulturleben
Konzerte des Waldseer Männergesangvereins Concordia sind nicht einfach Konzerte, sondern Mittelpunkte im Waldseer Kulturleben, „Events“ , über die man im Ort noch lange spricht. Das Open-Air-Konzert vor der Hermann-Gmeiner-Schule am Samstagabend vor rund 500 Zuschauern mit einer Lichtshow, die die Schule in ein Farbenspiel tauchte, war so ein besonderes Ereignis.
Von Andrea Dölle
Die Veranstaltung unter dem Titel „In allen Dingen lebt ein Lied“ war dem musikalischen Schaffen von Udo Jürgens gewidmet, wohl erfolgreichster Unterhaltungskünstler deutscher Sprache mit rund tausend eigenen Kompositionen, von denen viele mit englischen Texten und englischsprachigen Interpreten, etwa Shirley Bassey, auch international reüssierten. Eine Auswahl davon, für dreistimmigen Männerchor gesetzt, war das Herzstück des Konzerts. Dazu gesellten sich Schlager von Zeitgenossen – bei einer Karriere von rund 60 Jahren waren die nicht schwer zu finden. Auch die Gäste trugen dazu bei – das Schlagerduo Bettina und Roger sorgte vor und nach der Pause mit sechs Hits nicht nur für extra Stimmung, sondern auch dafür, dass die Sänger ihre Kehlen noch ein wenig schonen oder ölen konnten.
Das Publikum sang und klatschte mit
Moderator war Karl Heinz Nagel aus Schifferstadt, der zumindest einige der verschiedenen Facetten Udo Jürgens' vorstellte. Die musikalische Gesamtleitung hatte Dirigent Stefan Spindler, und Christoph Claus begleitete das ganze Konzert zwar nicht am weißen Flügel, aber am E-Piano und lockerte mit zwei Solo-Stücken das Programm auf: „Anywhere the heart goes“ aus der Fernsehserie „Die Dornenvögel“ und „Moon River“ aus „Frühstück bei Tiffany“ ließen so manche Zuhörer träumen.
Udo Jürgens, so Karl Heinz Nagel, war deshalb so gut, weil er die Leute berührte und Worte fand für das, was in der Luft lag. Den Mahner würdigte der Chor mit „Griechischer Wein“ – ein Lied über Gastarbeiter–, „Ich glaube“ – ein humanitäres Bekenntnis – und „Ihr von morgen“, ein Lied, das sich an die Generationen nach uns richtete. Ein Medley mit den bekanntesten Udo-Hits ließ viele mitklatschen oder mitsingen – wer kennt nicht „17 Jahr, blondes Haar“, „Mercie Cherie“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Mit 66 Jahren“. Bei letztgenanntem Lied ließ Roland Döring – noch nicht ganz so alt – ein schweres Motorrad neben dem Chor aufheulen.
Concordia hat Waldsee begeistert
„Ich war noch niemals in New York“ und „Das ehrenwerte Haus“ sangen Bettina und Roger. Und auch der Weggefährten Jürgens während seiner langen Karriere wurde gedacht, nicht nur in Bildern auf der Leinwand. „Erstes Morgenrot“ sang damals Alexandra, und „My way“ in der deutschen Fassung „So war mein Leben“ sang Harald Juhnke. Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ war was zum Mitsingen ebenso wie „Buttefly“ von Danyel Gérard. Bettina und Roger ergänzten mit Jürgen Marcus' „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ und „Wenn die Sonne erwacht in den Bergen“ von Adam und Eve. Es gab sehr viel Beifall für das Konzert. Concordia-Vorsitzender Reinhard Spindler hatte es mal wieder geschafft, „tout Waldsee“ zu begeistern.