Landtagswahl
Mit Medienkompetenz gegen Fake-News
Digitalisierung und Medienpolitik sind für Markus Kropfreiter zentrale Zukunftsthemen. Deshalb ist der Lingefelder Sozialdemokrat und Landtagsabgeordnete auch im entsprechenden Ausschuss des Landesparlaments vertreten. „Wir müssen unseren Kindern die Kompetenzen vermitteln zu erkennen, was stimmt und was nicht“, sagt der 53-Jährige, der selbst Vater dreier Kinder ist. Die sozialen Medien sind für den SPD-Kandidaten im Wahlkreis 51, der Germersheim sowie die Verbandsgemeinden Bellheim, Lingenfeld und Offenbach umfasst, deshalb ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sieht er die Gefahr von Fake-News, die sich über diese Kanäle schnell verbreiten. Andererseits hat er auch beobachtet: „Man erreicht junge Leute fast nur noch über TikTok.“ Auf der Plattform ist Kropfreiter auch selbst mit Beiträgen präsent. Durch diese hat er in der jüngeren Generation durchaus eine gewisse Bekanntheit, wie er beobachtet hat. Da komme ja „der Präsident von Lingenfeld“ hätten ihn junge Leute begrüßt, als er dem örtlichen Jugendzentrum einen Besuch abgestattet hat, berichtet er schmunzelnd.
Eigenverantwortung stärken
Einer Altersgrenze für soziale Medien, wie sie andere Länder teilweise einführen, kann Kropfreiter mittlerweile etwas abgewinnen. Noch wichtiger findet er aber, den kritischen Umgang mit Medien zu schulen. „Wir müssen schon früh in den Schulen mit dem Thema Medienkompetenz beginnen“, fordert er. Die rasante Ausbreitung von künstlicher Intelligenz erhöhe die Notwendigkeit noch. In der Bildungspolitik setzt der Kandidat darauf, die Eigenmotivation und -verantwortung der Schüler zu stärken. Einen positiven Ansatz sieht er in der Initiative „Schule der Zukunft“, die durch das rheinland-pfälzische Bildungsministerium begleitet wird. „Wir brauchen kreative Menschen. Wir brauchen Leute, die Unternehmen gründen und auch Risiken eingehen“, umschreibt er, was das Ziel schulischer Bildung sein sollte.
Als Lingenfelder Ortsbürgermeister kennt Kropfreiter die Sorgen und Nöte der Kommunen. Diese Ebene der Politik sei ihm sehr wichtig sagt er. Die Zusammenarbeit von Land und kommunalen Spitzenverbänden laufe unter Ministerpräsident Alexander Schweitzer sehr gut, findet der SPD-Politiker. Kritik an der finanziellen Ausstattung der Kommunen, kann er zwar einerseits nachvollziehen, sagt aber auch: „Man kann Geld halt auch nur einmal verteilen“ – sprich: Kommt mehr bei den Gemeinden an, fehlt es woanders. Offen zeigt sich der 53-Jährige für eine Reform kommunaler Strukturen.
Hobby ist Beruf
Wichtig ist dem Lingenfelder auch, gute Rahmenbedingungen für Betriebe und damit für „gute Arbeitsplätze“ zu schaffen. „Die Unternehmen müssen merken: Die öffentliche Verwaltung ist ihr Partner“, sagt Kropfreiter. In seinem Wahlkreis sei die Automobilindustrie bislang ein wichtiger Faktor. Der Kandidat hofft, dass es gelingt, Firmen anzulocken, die mit Zukunftstechnologien langfristig Arbeitsplätze schaffen. Weitere Themen, die Kropfreiter in seinem Wahlkreis vorantreiben will: den Erhalt und die Verbesserung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum sowie den Ausbau der digitalen Infrastruktur.
Die Doppelfunktion als Ortsbürgermeister und Landtagsabgeordneter könne er bisher gut meistern, berichtet Kropfreiter. Er sagt aber auch: „Mein Hobby ist meine Arbeit, für andere Hobbys habe ich gar keine Zeit.“ Zwei, drei Mal pendle er pro Woche nach Mainz – mal mit dem Zug, mal per Fahrgemeinschaft mit dem Neustadter Abgeordnetenkollegen Claus Schick. Um bei der Landtagswahl am 22. März sein Direktmandat, das Kropfreiter vor fünf Jahren mit hauchdünnem Vorsprung eroberte, zu verteidigen, macht der Lingenfelder fleißig Wahlkampf – und das nicht nur in den sozialen Netzwerken. „Ich mache viele Haustürbesuche“, berichtet Kropfreiter. Seine Erfahrungen seien fast ausschließlich positiv, die allermeisten Menschen wüssten es zu schätzen, wenn sich ein Kandidat persönlich vorstelle. „Wenn es mal zu Debatten kommt, dann geht es zu 95 Prozent um bundespolitische Themen“, hat er festgestellt. Anfeindungen erfährt er eher im Internet. „Wobei es da weniger gegen mich, sondern gegen meine Partei geht“, sagt er. Was den Wahlausgang angeht, so setzt Kropfreiter auf die Schlussspurt-Qualitäten der SPD. „Ich hoffe natürlich, dass wir es wieder schaffen, im Endspurt stärkste Kraft zu werden“, gibt er sich optimistisch.