Speyer Mit dem Stoßdämpfer im Hotelzimmer

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Schon als Kinder haben Thomas Nährig und Peter Schmitt amerikanische Autos auf Germersheimer Straßen bewundert. Viel Zeit und Geld haben sie in die Restauration ihres „Hot Rods“ und „Muscle-Cars“ investiert. Ein Chevrolet Pickup aus den 40er Jahren wartet nun darauf wieder zusammengebaut zu werden.

„Schon als Kind in den 70er und 80er Jahren habe ich die großen Straßenkreuzer der in Germersheim stationierten Amerikaner bewundert, wenn sie durch die Straßen ’gecruised’ sind“, erzählt Nährig von seiner frühen Begeisterung für amerikanische Automobile. Doch als 18-Jähriger sei das Geld knapp gewesen. Schmitt, sein Freund aus Kindertagen, stimmt ihm da zu. Beide konnten sich als Volljährige keine V8 leisten, also musste es eine Nummer kleiner sein – ein 6-Zylinder-Ford-Capri. Schon früh war jedem der beiden klar: Irgendwann besitze ich ein US-Car. Für die Freunde aus der Schulzeit standen Ausbildung, Beruf, Familie, ein Heim im Vordergrund – „bis zu dem Tag, an dem Geld für dieses Hobby frei wurde“, sagt Nährig. Seine Frau Claudia teilt übrigens das Faible für die alten Autos. Nach mehreren vergeblichen Anläufen war es im Jahr 2005 bei Thomas und Claudia Nährig soweit. In Villingen-Schwenningen kauften sie einen „1949er Chevrolet 3100 1/2 Ton Pickup“. Der Chevy-Pickup im Custom-Look musste jedoch von Grund auf restauriert werden. „Das Auto ist auf dem neusten Stand der Technik“, sagt Nährig heute voller Stolz. Fünf Monate habe er mit seiner Frau dafür gebraucht. Elektrik, Motor, Bremsen und vieles mehr wurde erneuert. Eine Heidenarbeit. Ähnliches hat auch Schmitt mit seinem 71er Plymouth Satellite hinter sich. Er kaufte sich das amerikanische „Muscle-Car“ ein paar Jahre später und erneuerte das Fahrzeug von Grund auf. Ein Buch dicker wie das Telefonbuch ist und war dabei seine Fibel – das Werkstatt-Handbuch für das Auto. Ersatzteile bestellen die Freunde über das Internet oder besorgen sie sich in den USA. Einmal im Jahr jettet Nährig mit seiner Frau und Vereinsfreunden nach Florida, um auf den Automessen die benötigten Teile zu besorgen. „Abends sitzen wir dann im Hotelzimmer und verpacken Stoßdämpfer oder andere Teile“, erzählt Nährig und lacht dabei. Die Ersatzteile werden dann in einen Container verladen und per Schiff nach Deutschland geschickt. Der Weg zum Germersheimer Zoll im Hafen ist für Schmitt und Nährig inzwischen Alltag: „Man erhält eine Nachricht, dass was angekommen ist, fährt hin, packt das Päckchen vor den Augen der Zöllner auf, zahlt die Einfuhrgebühr und nimmt alles mit“, berichtet Schmitt. An vielen Abenden werde geschraubt und gebastelt. Und ein neues Projekt haben die Freunde auch schon: die Restauration eines Chevy Pickup .

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