Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel „Mensch für alles“: Wie Christian Stadler die Feuerwehr stärken will

Neuer Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins: Christian Stadler.
Neuer Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins: Christian Stadler.

Christian Stadler ist der neue Vorsitzende des Fördervereins St. Florian in Speyer. Die Aufgabe ist dem überzeugten Feuerwehrmann auf den Leib geschneidert.

Christian Stadler ist seit 38 Jahren ehrenamtlich im Feuerwehrdienst. Er war Leiter der Jugendfeuerwehr und wechselte 2013 in die Kreisausbildung. Ruhiger angehen lassen wollte es der 54-Jährige jetzt. Eigentlich. Wäre da nicht die neue Herausforderung als Vorsitzender des Fördervereins St. Florian in Speyer. Der Generationenwechsel war gewollt und vom damaligen Vorsitzenden Dieter Ringer vorbereitet gewesen. Dass Ringer wenige Wochen nach der Amtsübergabe nach schwerer Krankheit verstorben ist, nahm alle mit.

Stadler blickt in die Zukunft. „Mich hat motiviert, das zu reaktivieren, was zu Corona-Zeiten eingeschlafen ist“, macht er deutlich. Die Pandemie habe – wie bei vielen anderen Organisationen – Spuren im Förderverein hinterlassen. Weitere Blessuren, das weiß Stadler, hätte der Verein nicht vertragen. Ein Thema steht bei dem Speyerer vor allem anderen: Teambuilding. Weshalb, kann er spontan erklären: „Momentan gibt es die Generation, die nur am Handy hängt. Sie kann sich nicht mehr beschäftigen, ohne das Ding in der Hand zu halten.“ Das gehe zu Lasten der Gemeinschaft. Genau die will Stadler mit seinem Team wiederbeleben.

Wieder mehr zusammensitzen

„Ich möchte das Bild der einen Wehr stärken, dafür sorgen, dass wir das Gebilde zusammenkriegen“, unterstreicht Stadler. In den vergangenen Jahren ist die Herausforderung dazu gekommen, dass zu den rund 100 ehrenamtlichen Wehrleuten fast 50 Hauptamtliche kamen. Die Sache mit dem Team müsse richtiggehend trainiert werden, sagt Stadler. „Vor 30 Jahren hat das noch anders ausgesehen.“ Damals war nach seinen Worten das Zusammensitzen Standard. Heute überlegt das neue Vorstandsteam Maßnahmen dafür.

„Geplant ist die Teilnahme am BASF-Firmencup“, nennt Stadler ein Beispiel. Im kommenden Jahr schwebt ihm ein Familienfest für alle Feuerwehrleute – fest angestellt und ehrenamtlich – und für die Mitglieder des Fördervereins vor. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, meint der Vorsitzende.

Grundsätzlich seien seine Aufgaben vielfältig, merkt Stadler im RHEINPFALZ-Gespräch an. Ein „Mensch für alles“ sei er quasi. Einiges werde auf mehrere Schultern im geschäftsführenden Vorstand verteilt. In diesen wurden Christoph Flörchinger und Kai Dindorf bei der Jahreshauptversammlung als neue Stellvertreter gewählt sowie Stadlers Frau Patricia als Schriftführerin. Bereits vorher aktiv gewesen ist Christoph Wunderling als Kassierer.

Werbetrommel weiter rühren

Rund 200 Mitglieder hat der Förderverein aktuell; der Zulauf in jüngerer Vergangenheit war laut dem Vorsitzenden gut. Die Werbetrommel ist gerührt worden. Das soll auch weiterhin geschehen. Zum ersten Mal soll beim diesjährigen Tag der Feuerwehr ein Infostand aufgebaut werden. „Der Großteil der Mitglieder ist von außerhalb der Feuerwehr“, sagt Stadler. Teilweise zählen Firmen zu den Unterstützern.

Stadler hat den Eindruck, dass der Stellenwert der Feuerwehr in der Bevölkerung weiter wächst. Gas geben müsse der Förderverein dennoch, um sich zukunftssicher zu machen. „Wir wollen auch alte Traditionen aufleben lassen“, kündigt Stadler an. Er denkt dabei an ein Kesselfleisch-Essen. Dahingehend würden Netzwerke genutzt, vor allem mit der Feuerwehr Lustadt. „Wir müssen über die Stadtgrenzen hinausschauen“, betont Stadler.

Manchmal reicht auch der Blick über den Zaun. Die Teilnahme am Altstadtfest, gemeinsam mit dem Förderverein des benachbarten THW, soll reaktiviert werden – im kleinen Stil zunächst. Und dann kommt nochmals das größte Ziel zur Sprache: „Wir wollen die Kameradschaft erhalten und fördern, was gerade beim Umbau der Feuerwache eine Herausforderung wird.“ Dann wird es nicht mehr so viel Platz zur Gemeinschaftspflege geben. Für Stadler kein Problem: „Dann müssen eben Alternativen gefunden werden.“

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