Speyer Mann nimmt Kindern die Angst
«Dudenhofen.»Gestern war Benedikt Dassler zu Besuch bei den Hortkindern der Kindertagesstätte Naseweis in Dudenhofen. Er ist 23 Jahre alt und Notfallsanitäter bei den Johannitern des Regionalverbands Bergstraße-Pfalz. Den ganzen Tag hat er sich Zeit genommen, um den Kindern das Wichtigste über die Erste Hilfe zu erzählen. Er hat sogar einen Rettungswagen mitgebracht. Das war spannend!
Die Kinder haben schon einiges auf dem Schulhof erlebt. Ein gebrochenes Bein hat es schon mal gegeben und ein kleines Loch im Kopf. All das haben sie Benedikt Dassler erzählt. Er hat gemerkt: Die Mädchen und Jungen sind gut informiert, was Erste Hilfe angeht. Die Telefonnummer vom Notruf haben sie pfeilschnell nennen können. Ich habe sie auch sofort gewusst: 112. Der Sanitäter war beeindruckt, wie gut sich die Kinder auskennen. Aber einiges haben sie doch dazugelernt – zum Beispiel, wie sie ein Warndreieck aufbauen. Das muss nämlich aufgestellt werden, wenn ein Unfall passiert ist. Benedikt Dassler hat auch erklärt, wie groß die Entfernung zwischen dem Auto und dem Warndreieck sein soll: Es muss so weit weg stehen, wie die Autos auf der Straße, auf der der Unfall passiert ist, schnell fahren dürfen. Bei 50 Stundenkilometern sind das 50 Meter. Das Warndreieck aufzubauen war gar nicht so leicht. Hortkind Elli musste gut überlegen, wie sie denn mit dem zusammengeklappten Teil in ihren Händen umgeht. „Wir haben das auch“, hat das Mädchen gesagt, „aber ich hab keinen Schimmer, wie man das aufbaut.“ Wir haben dann alle geholfen, und gemeinsam haben wir es geschafft. Da haben Björn Grab und Susanne Dassler, die Leiter der „Wilden Horden 1.0 und 2.0“ im Hort, ganz schön gestaunt. Wir durften gestern auch Warnwesten anprobieren. Die sind wichtig, um schon von weitem von anderen gesehen zu werden. „Wir haben mal welche geschenkt bekommen“, hat ein Mädchen erzählt. Stimmt! Wenn die Kinder in die erste Klasse der Clemens-Beck-Grundschule kommen, bekommt jedes Kind eine Warnweste, um auf dem Schulweg von den Autofahrern gesehen zu werden. Alle Hortkinder haben also schon eine gelbe Weste mit den reflektierenden Streifen zu Hause. Benedikt Dassler hat auch eine Rettungsdecke ausgepackt. Die hat toll in Gold und Silber geglänzt! Darin kann ein Unfallopfer eingewickelt werden, wenn es friert. Das haben alle natürlich gleich ausprobiert. Jeder durfte sich sogar auf der Liege im Rettungswagen festschnallen lassen. Am Nachmittag ist es richtig aufregend geworden: Da sind die Kinder geschminkt worden. Die Farbe hat wie echte Wunden ausgesehen – richtig gruselig. Aber Benedikt Dassler hat direkt erklärt, wie Pflaster richtig aufgeklebt und leichte Verbände angelegt werden. Er ist selbst als Kind begeistert gewesen vom Besuch eines Rettungssanitäters und hat sich deshalb für den Einsatz dort entschieden. Sein Besuch beim Naseweis-Hort hat richtig Spaß gemacht. Und wisst ihr was? Die Angst davor, etwas falsch zu machen, hat der Mann uns auch genommen.