Schwetzingen RHEINPFALZ Plus Artikel Maayan Licht singt bei den Festspielen

Der Sopranist Maayan Licht tritt zwei Mal bei den Schwetzinger SWR Festspielen auf.
Der Sopranist Maayan Licht tritt zwei Mal bei den Schwetzinger SWR Festspielen auf.

Der israelische Sopranist Maayan Licht tritt bei den Schwetzinger SWR Festspielen als „CarMEN“ und in einem Kammerkonzert auf.

Der israelische Sopranist Maayan Licht begeisterte unlängst bei den Karlsruher Händel-Festspielen im Galakonzert. Im vergangenen Jahr trat er mit Erfolg bei den Schwetzinger SWR Festspielen auf. Zu diesen kehrt er wieder zurück und ist im Mai bei einem Konzert sowie in der Titelrolle in einer queeren Version von Bizets „Carmen“ zu erleben.

In der Barockoper sangen in ganz vielen Fällen Frauen Männerrollen und Männer Frauenrollen. Letzteres vor allem in der Ewigen Stadt, wo der Papst Anfang des 18. Jahrhunderts singende Frauen in der Öffentlichkeit nicht erlaubt hat. In diesem April gab es am Theater an der Wien wieder die 1730 in Rom uraufgeführte Oper „Alessandro nell’India“ von Leonardo Vinci in der schon 2022 bei Bayreuth Baroque mit gigantischem Erfolg gezeigten Inszenierung von Max Emanuel Cencic, bei der nur Männer auf der Bühne stehen. Auch in Wien war das Publikum wieder aus dem Häuschen. Der aus Israel stammende Sopranist Maayan Licht, der gewohnt ist, in höchsten Höhen zu singen und gerne auch Arien für weibliche Personen auf seine Programme setzt, war dabei allerdings der Sänger der männlichen Titelrolle, zwei Kollegen hatten die beiden Frauenpartien übernommen.

Maayan Licht als Alessandro in Vincis Oper.
Maayan Licht als Alessandro in Vincis Oper.

Bei den laufenden Schwetzinger SWR Festspielen wird der Sänger allerdings in einer besonderen Produktion in einer Frauenrolle zu erleben sein – und zwar in der, wenn man denn so will, weiblichsten und erotischsten aller, nämlich der der Carmen aus Bizets Oper. Die heißt hier „CarMEN“ und wird am 14. Mai um 19.30 Uhr im Rokokotheater des Schwetzinger Schlosses aufgeführt.

Es wird eine Produktion des Amsterdamers Club Classique gezeigt, eines ungewöhnlichen Projekts, das ungewöhnliche Programme an ungewöhnlichen Orten realisiert (www.clubclassique.nl).

Bei „CarMEN“ wirken neben Maayan Licht, der vor einem Jahr schon in einer Kantate von Johann Christian Bach in Schwetzingen zu erleben war, der Tenor Mitch Raemaekers als Don José und die Queens of Mannheim (Dragqueens) als Chor mit. Der Club Classique spielt in einer Quintettbesetzung als Orchester. Die Arrangements sind von Marijn van Prooijen, Regie führt Doris Vervuurt.

Maayan Licht bei seinem Galakonzert in Karlsruhe.
Maayan Licht bei seinem Galakonzert in Karlsruhe.

Zwei Tage später am 16. Mai um 19.30 Uhr singt dann Maayan Licht an gleicher Stelle noch einmal aus „Carmen“ die Habanera, dann aber in einem Kammerkonzert mit dem Harfenisten Joel von Lerber. Dazu gibt es auch Lieder von Reynaldo Hahn und Gabriel Fauré, auch Harfenstücke, aber eben auch Barockmusik. Einen Teil der dann zu hörenden Arien von Vivaldi und Händel sang Maayan Licht gerade erst in der Region bei seinem furiosen Galakonzert bei den Karlsruher Händel-Festspielen, bei dem ihn die Deutschen Händel-Solisten unter Attilio Cremonesi begleiteten. Darunter ist mit „Brilla nell’alma“ aus Händels „Alessandro“ eben eine Arie für eine Frau.

Der umjubelte Karlsruher Abend war eine Gesangsshow erster Klasse, bei der Maayan Licht nicht nur seine Gesangskünste in Sopranlage nachhaltig demonstrierte, sondern in einer Arie der Cleopatra aus Händels „Giulio Cesare“ den Dacapo-Teil auch als Kunstpfeifer pfiff. Höchst animierend war auch seine Moderation. Es ist für seine Schwetzinger Auftritte viel zu erwarten.

Entdeckt von seiner israelischen Lehrerin Vita Gurevich, absolvierte Licht sein Gesangsstudium im Fach Alte Musik am Konservatorium Amsterdam unter Xenia Meijer und schloss 2021 mit Auszeichnung ab. Seither gewann er viele Preise. Er ist auch Sozial-Media-Star und verbindet auch so unterschiedliche Genres wie Techno und Oper miteinander.

Maayan Licht wird von Parnassus Arts Productions (parnassus.at) vertreten, der Wiener Agentur von Max Emanuel Cencic, bei der unter anderem viele Stars der Zunft hoch singender Männer unter Vertrag sind (auch die Karlsruher Farinelli-Preisträger) und die mit sensationellen Produktionen vor allem barocker Opern unserer Vorstellung von dieser Kunst entscheidend prägt und erweitert.

Info

www.schwetzinger-swr-festspiele.de

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