Speyer Leuchtkekse statt Elterntaxi

Können am Schulranzen befestigt werden: Blinklichter.
Können am Schulranzen befestigt werden: Blinklichter.

«DUDENHOFEN.» „Was zieh ich an?“ Der Titel eines Verkehrssicherheits-Lieds wurde zwar von den Kindern der ersten bis vierten Klassen mit Freude gesungen, doch der ernst gemeinte Hintergrund war dadurch nicht vergessen. Eltern und Nachwuchs wissen, wie wichtig es ist, Kleidung in Signalfarben anzuziehen. Zusätzlich wurden die Mädchen und Jungen bereits beim Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule mit gelben, reflektierenden Warnwesten ausstaffiert. Der Schulelternbeirat (SEB) hat am Montag für ein weiteres Element zur Steigerung der Verkehrssicherheit gesorgt: ein Blinklicht, das die Grundschüler am Ranzen befestigen können. In der Dunkelheit sind die Kinder so schon von Weitem zu sehen. „Heute wollen wir die Eltern dafür sensibilisieren, ihre Kinder hier am Festplatz aussteigen und das letzte Stück zu Fuß gehen zu lassen“, erklärte der SEB-Vorsitzende Thorsten Montag im RHEINPFALZ-Gespräch. Andrea Fischer, Rektorin der Clemens-Beck-Grundschule, begrüßt die vom SEB in Gang gebrachte Aktion. Für Rebecca Sieron, die ihre Tochter Sophia (6) gestern Morgen begleitete, gab die Aktion einen letzten Schub, tatsächlich etwas zu ändern. „Ich fahre bis vor die Schule“, gab die Dudenhofenerin zu, versicherte jedoch: „Das werde ich jetzt ändern.“ Sie sei vorsichtig, was den Schulweg der Tochter angeht, sei die doch erst nach den Sommerferien eingeschult worden, sagt Sieron. Künftig soll Sophia die letzten Meter in einer Gruppe mit anderen Mädchen vom Festplatz aus zurücklegen. „Wir haben das auch schon geübt“, merkte Sieron an. Sophia gefiel die Aktion gestern ebenfalls. „Das ist gut, damit wir gesehen werden“, meinte sie außerdem zur Ausstattung mit Weste und Blinklicht. Linus (7) sprach sich fürs Laufen aus. Jeden Morgen gehe er zu Fuß zur Schule. Sein Klassenkamerad Eric (7) praktiziert das ebenso: „Ich laufe auch, mit meinem Papa. Oder ich fahre mit dem Rad.“ Gut fanden beide, etwas über Verkehrserziehung zu lernen. Roman (8) berichtete, dass seine Mutter ihn bereits einige Male morgens auf dem Festplatz abgesetzt habe, damit er von dort weiter zur Schule laufen kann – ein Beispiel dafür, dass die Verkehrsaktionen des SEB auf fruchtbaren Boden fallen. „Der überwiegende Teil der Eltern verhält sich vernünftig“, lobte Montag. Dennoch balle sich der Verkehr zu den Schulanfangs- und -endzeiten. Mit erhobenem Zeigefinger wolle der SEB nicht umherlaufen, meinte Montag. Er machte aber deutlich: „Jedes einzelne Auto, das nicht bis vor die Schule fährt, ist ein Gewinn.“ Heute, 19.30 Uhr, findet in der Grundschule ein Elternforum statt, bei dem der Dudenhofener Ortsplan begutachtet wird. Kritische Verkehrspunkte sollen analysiert und die besten Schulwege diskutiert werden.

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