Speyer Leih-Mitarbeiter müssen Lücken füllen

Unruhige Zeiten: Das Dudenhofener Seniorenzentrum versucht wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen.
Unruhige Zeiten: Das Dudenhofener Seniorenzentrum versucht wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen.

«DUDENHOFEN.»„Es ist nicht alles gut“, sagt Gabriele Schäfer. Seit April ist sie stellvertretende Leiterin der Senioren-Residenz. Mit der Pflegedienstleitung seien zahlreiche Mitarbeiter gegangen, weist sie auf das drängendste Problem hin: die personelle Entwicklung der vergangenen Monate. Der Stellenplan sei zwar voll besetzt, Urlaubs- und Krankheitsfälle seien darin jedoch nicht eingeplant. Die 50-Prozent-Fachkraftquote sei mehr als erfüllt. „Der Personalstamm steht und fällt mit der Leitung“, erklärt Schäfer die derzeitige Fluktuation. Um vorhandene personelle Lücken zu schließen, habe der Träger Incura auf externe Dienstleister zurückgreifen müssen, räumt Michael Gierse vom Qualitäts-Management des Kölner Unternehmens ein. Für „Leih-Mitarbeiter“ stehe die Identifikation mit der Einrichtung nicht im Vordergrund. Sie gehe davon aus, dass das bestehende Personalproblem frühestens im Sommer 2019 behoben ist, sagt Schäfer. Sie erhalte zwar Bewerbungen, „aber Qualität und Chemie müssen stimmen“, betont sie. Besonders offen sei sie für Bewerber ab 40 Jahren, sagt die stellvertretende Leiterin. Sie brächten viel Lebenserfahrung und Empathie für die Bewohner mit. Glücklicherweise sei mit Anika Metze seit 15. September die neue Pflegedienstleiterin eingestellt. Rund 85 Mitarbeiter sorgten in allen Bereich hauptberuflich für die Bewohner, zahlreiche Ehrenamtliche unterstützten sie in der Betreuung der Senioren. „Eine qualitativ gute und umfassende Versorgung unserer Bewohner ist jederzeit gewährleistet“, weist Schäfer Vorwürfe eines Angehörigen zurück. Er beklage sich über Personalmangel, fehlende Strukturen, unzureichende Versorgung und den Aufzug, dessen Tüv im Juli abgelaufen sei, bestätigt Schäfer Kritikpunkte, die der Sohn einer Bewohnerin auch gegenüber der RHEINPFALZ geäußert hat. Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen. „Leider hat er sich bis zum Informationsabend nie persönlich bei uns beschwert“, berichtet Schäfer von zahlreichen Gesprächsangeboten an den Angehörigen. Stattdessen habe er sich an unterschiedliche Behörden gewandt, sagt sie. Die Heimaufsicht komme seitdem regelmäßig ins Haus. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) habe die Qualität der Senioren-Residenz im April auf die Note 3,5 herabgestuft, bestätigt Schäfer. Der neue Tüv für den Aufzug sei auf dem Weg. Getränke seien für die Bewohner in jeder Station zu jeder Zeit ausreichend vorhanden. „Wir sind dankbar für professionelle Beratung, aber auch für konstruktive Kritik von Angehörigen“, betont Schäfer. Wer aber Gesprächsangebote ablehne und keinerlei Kompromissbereitschaft zeige, sei vielleicht in einer anderen Einrichtung besser aufgehoben, bietet Gierse dem Angehörigen die Auflösung des Vertrags an. Für Schäfer ist absolute Transparenz nach innen und außen unverzichtbar. Auch deshalb habe sie Ende September eine Informationsveranstaltung angesetzt, betont sie. „Solche Abende werden künftig im Halbjahresrhythmus stattfinden“, kündigt die stellvertretende Leiterin an. Unterstützt wird sie derzeit zweimal wöchentlich von Gierse, der auf das im Seniorenheim eingerichtete anonyme Beschwerde-Management oder die stets offene Tür der stellvertretenden Leiterin hinweist. „Gemeinsam mit allen Kräften wollen wir daran arbeiten, unser Dudenhofener Altenheim besser als gut dastehen zu lassen“, betont Gierse.

x