Speyer Leidvolle Erfahrung mit schwerem Gerät

Das Speyerer Kinder- und Jugendtheater bietet Programm für junge Zuschauer. Viele der Schauspieler, Regisseure und Akteure sind dem Publikum nach 25 Jahren ein Begriff. In dieser Serie stellt die RHEINPFALZ neue Ensemblemitglieder vor, die an Produktionen der aktuellen Spielzeit auf oder hinter der Bühne beteiligt sind.
Wenn es um Bühnenlicht und -ton geht, ist Kai Auffenfeld nicht weit. Sein Zivildienst vor zwölf Jahren im Kinder- und Jugendtheater habe bei ihm technische und Theater-Leidenschaft geweckt, sagt der 32-Jährige, der jetzt zu einer festen Größe auf dem Techniker-Stuhl am Bühnenrand geworden ist. Erst vor rund vier Wochen hat Auffenfeld sein Studium der Theater-, Fernseh- und Filmwissenschaften an der Universität Köln abgeschlossen. Dass seine Tätigkeit die Fächerwahl beeinflusst habe, kann der frisch gebackene Magister nicht abstreiten. „Ich kenne jedes Stück, das seit 2003 vom Kinder- und Jugendtheater produziert worden ist“, weist er auf intensive Erfahrungen am Mischpult hin, die sich auch auf die Bühnenarbeit erstrecke. „Schauspiel war noch nie meins“, erklärt Auffenfeld seinen Berufswunsch, irgendwann an irgendeinem deutschen Theater Dramaturg zu sein. „Bis dahin bleibe ich Speyer erhalten“, sagt er und erzählt mit Wehmut in der Stimme von der noch nicht ganz abgeschlossenen Wohnungsauflösung in Köln. „Die Stadt ist in neun Jahren zur zweiten Heimat geworden.“ Das Studium sei am Ende nur noch nebenher gelaufen, erzählt er von zahlreichen Verpflichtungen am Mischpult in Speyer. Aufgewachsen sei er mit Eltern, Bruder und Schwester in Germersheim, bevor seine Mutter Edith Auffenfeld Speyer zum gemeinsamen Lebensmittelpunkt erklärt habe. Durch ihn habe sie Einblick in die Arbeit am Kinder- und Jugendtheater erhalten und setze sich ebenfalls seit Jahren ehrenamtlich für die Speyerer Kulturstätte ein, sagt ihr Sohn. „Wer einmal reinschaut, hat gute Chancen, hängen zu bleiben“, weist Auffenfeld auf die Magie des kleinen Theaters hin, die schon viele erfasst und nicht mehr losgelassen habe. Er habe sich beispielsweise weit mehr für Film als für Theater, schon gar nicht für Kindertheater, interessiert, räumt Auffenfeld „relative Ahnungslosigkeit“ über das Geschehen vor und hinter Bühnen vor seinem Zivildienst ein. Zur Technik sei er gekommen, weil es keinen anderen gegeben habe, erklärt er Möglichkeiten, die sich nur an kleinen Häusern mit wenig Personal eröffneten. Vieles habe er sich selbst angeeignet, aber er habe auch Kurse besucht. Das Kinder- und Jugendtheater habe sein Leben verändert und ihm Richtungen aufgezeigt, die er sonst wahrscheinlich nicht eingeschlagen hätte, ist Auffenfeld überzeugt. Trotzdem behält der technische Leiter seine beruflichen Ziele fest im Blick. „Technik macht den Rücken kaputt“, berichtet er von leidvollen Erfahrungen mit unhandlichem, Kilogramm-lastigem Gerät. Derzeit sorgt Auffenfeld für den richtigen Ton und das richtige Licht für die „Müllmaus“ und bereitet gemeinsam mit den Kollegen das Jubiläumswochenende zum 25-jährigen Bestehen des Theater vor – selbstverständlich am Mischpult.