Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Leichtathletik: Volksläufe in Gefahr

Großes Fragezeichen: Findet der Volkslauf in Waldsee, so wie hier 2019, statt?
Großes Fragezeichen: Findet der Volkslauf in Waldsee, so wie hier 2019, statt?

SPEYER. „Wir haben noch nicht alles abgesagt“, erzählt Peter Aures, Abteilungsleiter der TG Waldsee: „Ich habe aber keine Ahnung, wie ich eine Maßgabe umsetzen soll, die ich nicht kenne.“ So stehen die Volksläufe, der typische über die Distanz von zehn Kilometern, vielfältig auf der Kippe, oder wurden bereits abgesagt.

Opfer der Absagenflut gibt es einige prominente: vom Pfälzerwald-Marathon in Pirmasens bis hin zum 32. Brezelfestlauf des RC Vorwärts Speyer. Thomas Zürker, Vorsitzender des Radsportclubs, der aber auch Triathleten und Kunstradfahrer beheimatet, organisierte eilig um.

Einen Solidaritätslauf soll es geben, zwar kein echter Wettbewerb. Aber er soll der Speyer Gastronomie und dem Einzelhandel zugute kommen.

Keine Lichtblicke

Lichtblicke sieht Aures jedoch zurzeit keine. Der 57-jährige organisiert neben dem Kerwe-Lauf in Staffelform im Oktober, auch einen Volkslauf der für den 27. September geplant ist. „Der Deutsche Leichtathletikverband macht nichts für den Breitensport. Ich wurde auch schon oft angesprochen wegen Läufen“, sagte er.

Der Abteilungsleiter: „Ich würde die Läufe gerne stattfinden lassen. Aber ich weiß nicht wie.“ Während das Training zu keinem Zeitpunkt unmöglich war, zumindest einzeln, starteten Gruppen mit und ohne Übungsleiter erst wieder seit Mai in Folge der Corona-Regelungen.

Der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) formuliert in Sachen Langstreckenlauf mit seiner am 8. Juni aktualisierten Verordnung Folgendes: „In allen weiteren Disziplinen Lauf/Gehen sind unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen und der weiteren Sicherheitsvorkehrungen aktuell alternative Wettkampfformate in der Entwicklung.“

Planung unmöglich

Der Verband weiter: „Die Realisierung des normalen Wettkampfbetriebes in den Disziplinen Lauf/Gehen ist nur bei Aufhebung der in den Bund-/Länderverordnungen formulierten Sicherheitsabständen und der Kontaktbeschränkungen möglich.“

Ist da eine Planung möglich? Ein klares Nein gibt es von Aures: „Ich bekomme ja gar keine Sponsoren. Die Hälfte meines Budgets machen Sponsorengelder aus. Die andere Hälfte sind der Verkauf von Essen und Trinken. Wie soll ich denn Sponsorengelder für einen Lauf bekommen, der vielleicht gar nicht stattfindet?“

Vom DLV fühle er sich schlichtweg allein gelassen. „Wir müssen trotzdem die Verbandsgebühren zahlen. Ich will mich dafür starkmachen, dass die Abgaben gekürzt werden“, ist Aures erzürnt über die Vorgehensweise des Leichtathletikverbands Pfalz (LVP).

Unzählige Regelungen

In seinem Konzept vom 7. Juni, angepasst an die aktuellste neunte Corona-Verordnung von Rheinland-Pfalz, will der LVP wieder kleinere Sportfeste im Freien zulassen, soweit der Ausrichter die behördlichen Auflagen erfüllt. Er gibt aber auch eine nicht enden wollende Anzahl von Regelungen mit auf den Weg.

Bei Läufen erlaubt der Pfalzverband lediglich solche bis maximal zur 400-Meter-Stadionrunde, aber auch den 800- m-Lauf in Einzelbahnen. Da Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt sind, bleibt die Tür wohl für die Volksläufer zu.

Region betroffen

Opfer der Absagenflut aus der Umgebung nennen sich bereits der Harthäuser Waldlauf im Mai sowie der Spargel-Spitze-Lauf beim TV Dudenhofen.

Virtuelle Läufe sind zurzeit zumindest ein Trend. So veranstaltete der LC Donnersberg ein Rennen auf einer Strecke, bei der jeder Läufer einzeln in Selbstorganisation auf einem vorgegebenen Kurs startet und dabei sein Zeit online erfasst – zumindest eine Alternative. Ob es bald weitere gibt, bleibt jedoch offen.

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