WALDSEE
Leichtathletik: Peter Aures weckt in der Ferienfreizeit den Ehrgeiz der Kinder
Aures begründet sein Engagement so: „Ich will den Kindern die Gelegenheit bieten, in die Sportart hinein zu schnuppern und möchte testen, wie Training unter Corona-Bedingungen machbar ist.“
Nach dem Warmlaufen kündigt er an: „Wir machen jetzt Gymnastik, solange es nicht regnet.“ Prompt kommt die Antwort von einem Knirps: „Ich hoffe, es regnet bald.“ Einige der neun Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind konzentriert dabei, andere versuchen, möglichst viel Quatsch zu machen. Klassenclowns gibt es eben auch in den Ferien.
Mit dem Sprungbrett auf dicke Matten
Aures bleibt gelassen. Er weiß, dass auch diese Kinder bald mit Feuereifer bei der Sache sein werden. Weiter geht es mit Hopserlauf, Entengang, Froschsprüngen, Laufen auf Fersen oder Zehenspitzen. „Die Koordinationsübungen sind sehr wichtig für die Kinder“, erklärt Aures, der beobachtet hat, dass es dem Nachwuchs immer schwerer fällt, solche Übungen korrekt auszuführen.
Inzwischen hat es tatsächlich angefangen zu regnen und die keine Gruppe ist zum Weitsprungtraining in die Schulturnhalle gewechselt. In Windeseile sind dicke Matten und ein Sprungbrett aufgebaut und los geht es – immer im „Corona-Gedöns-Abstand“. Einige Kinder können das schon richtig gut. Nicht nur die, die schon im Verein mit Aures trainiert haben. Hier gibt der Trainer konkrete Verbesserungstipps. Andere müssen sich erst daran gewöhnen. Vom tänzelnden Einhorn bis zum Bauchplatscher auf die Matte sind interessante Stilelemente zu beobachten.
Sprints zum Abschluss
Dann tritt genau das ein, was Aures schon vorhergesagt hat: Die Kinder werden vom Ehrgeiz gepackt und versuchen, die Übungen richtig gut zu machen. Sie freuen sich über das Lob. Nach einer Dreiviertelstunde ist Schluss. „Die Kinder haben dann zwar noch Energie, aber nicht mehr die Kraft. Da steigt das Verletzungsrisiko“, erklärt Aures.
„Machen wir noch was?“, fragt Tim und ist sichtlich enttäuscht, als Aures verneint. „Na gut. Wollt ihr noch Sprints zum Abschluss?“, lenkt Aures ein. Die Kinder jubeln trotz der Wärme in der Halle. Gestartet wird aus Bauchlage, Rückenlage oder tiefer Hocke. Das kostet Kraft, aber alle machen mit. Den Kindern hat es sichtlich Spaß gemacht, dem Trainer auch. „Jetzt ist mir bewusst, wie sehr ich das Training mit den Kindern vermisst habe“, sagt Aures. Im März war das Vereinstraining ausgesetzt worden. Nächste Woche geht es wieder los – angepasst an die Corona-Situation.