Dudenhofen
Lärmschutzwand: Das blaue Wunder von Dudenhofen
Aufmerksame RHEINPFALZ-Leser wussten es bereits seit einigen Wochen: Bei der Erneuerung der Lärmschutzwände entlang der B39 in Dudenhofen werden die Elemente in vertrautem, aber etwas verblasstem Grün durch neue Bauteile in Blau ausgetauscht. Manche Zeitgenossen waren vom Anblick allerdings offenbar überrascht. Für Diskussionen sorgte die neue Farbgebung in sozialen Netzwerken, allerdings komischerweise nicht in Dudenhofen, sondern im benachbarten Harthausen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, über Politik und Fußball hingegen schon. Und weil wir nun mal im Internet sind, schafften es die Beteiligten im Nu, den Dreh von einer Lärmschutzwand zu genau diesen beiden Themen hinzukriegen. Respekt!
Ob gewollt oder ungewollt: Jener Nutzer, der das Foto des neuen Bauwerks ins Netz hochlud, ist ein Meister des sogenannten Ragebaitings. So heißt es heutzutage, wenn im Internet mit Inhalten absichtlich Wut und Empörung ausgelöst werden. Dabei kann man den Satz „Auch das rote Dudenhofen hat Blau gewählt ... bei der Lärmschutzwand“ durchaus einfach als gelungenen Scherz betrachten.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Einer fand die politische Schlagseite des Posts doof, während die AfD-Fraktion jubelte und wie üblich schon mal vorab beklagte, gleich zensiert zu werden. Ein anderer vermutete hinter der Farbwahl einen KSC-Fan, wohingegen ein weiterer Diskussionsteilnehmer die Vereinsfarben des FV Dudenhofen Schwarz und Gelb passender gefunden hätte. Einer fühlte sich bei dem Anblick der Brücke über die Neustadter Straße sogar an die sogenannte Lego-Brücke in Wuppertal erinnert, wo ein Bauwerk in der Optik von Lego-Steinen gestaltet wurde. Immerhin: Ein paar Leute fanden auch einfach nur die Farbe schön – oder eben unschön. Über die Ästhetik der neuen Wände zu diskutieren ist ohnehin müßig, denn wie eine weitere Internetnutzerin schrieb: „Im Übrigen wächst da eh wieder Grünes hoch.“