Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Kreative Mischung: Malgruppe „Kaleidoskop“ bestreitet Ausstellung

Begeistert bei der Sache: Künstlerinnen im Siedlergemeinschaftshaus.
Begeistert bei der Sache: Künstlerinnen im Siedlergemeinschaftshaus.

Man nehme ein Dutzend kunstbegeisterter Damen, bringe sie per Zufall zusammen und lasse sie an ihren Aufgaben wachsen. Ein gutes Beispiel dafür bietet die Siedlergemeinschaft.

Die Geschichte der Mittwochsgruppe, die sich regelmäßig im Siedlergemeinschaftshaus in Speyer-Nord trifft, ist verschlungen. Eine gemeinsame Basis gibt es nämlich nicht – und irgendwie doch. Mit der Malerei angefangen haben nämlich alle Frauen in Kursen bei der Volkshochschule, in Speyer und Schwetzingen, die von Wolfgang Beck geleitet wurden. Die einzelnen Teilnehmerinnen stießen zu unterschiedlichen Zeiten dazu und haben jeweils schnell einen gemeinsamen Nenner gefunden.

„Wir haben alle festgestellt, dass wir für die Weiterentwicklung brennen und die gleiche Basis haben“, erzählt Bianca Marschall. Sie hat ein wenig die Führung der Aquarellgruppe übernommen, die froh ist, mittwochs in der Siedlung einen Raum nutzen zu dürfen, um ihrem Hobby nachzugehen. Heike Schwieder hat beim Organisieren geholfen. Zweimal zehn Abende im Jahr reservieren die Damen dort für sich und ihre Farben.

Heraus kommt eine kreative Mischung. „Die Vielfalt der Ergebnisse ist spannend“, zeigt Marschall auf und ergänzt: „Es ist gar nicht so interessant, was man selbst macht, sondern was bei den anderen herauskommt.“ Darüber wird am Ende jeder Zusammenkunft gesprochen. „Das“, hebt Elisabeth Hintermayr hervor, „gehört zum Abend dazu.“

„Konstruktive Kritik“

Hildegard Jung spricht in dem Zusammenhang von „konstruktiver Kritik“. Selbst nach vielen Sitzungen ist sie beeindruckt, wie variabel die Kunst ist. „Am Anfang gibt es ein Foto, an dem sich alle orientieren. Wir zeichnen es, und dann abstrahieren wir“, erklärt sie der RHEINPFALZ. Das Ergebnis: „Die Bilder sind so verschieden, dass kaum zu glauben ist, dass das gleiche Foto zugrundegelegt wurde.“ Nicht umsonst trägt die Gruppe den Namen „Kaleidoskop“.

Vergangenen Mittwoch hat Marschall die Damen mit etwas Besonderem herausgefordert. Nachdem in der Woche zuvor ein weiblicher Körper im Mittelpunkt stand, war es diesmal ein männlicher. Dieser war an die Kombination von Mapplethorpe-Fotografien und Rodin-Skulpturen angelehnt. „Bei Figuren muss alles stimmen“, umreißt Helga Fremgen die Herausforderung. Die Perspektive sei ausschlaggebend. Bei Landschaften und Architektur, die Reinhild Schwarz als vergangene Themen nennt, sei die Darstellung freier.

Zwei Jahre Vorlaufzeit

In den letzten Wochen war die Aufregung bei den Damen groß. Die erste Ausstellung stand bevor. Nicht irgendeine, sondern eine Schau an einem besonderen Ort: in der Villa Meixner in Brühl. „Die Spannung ist riesig, weil sich dort schon viele Leute beworben haben“, verrät Schwarz. Fast zwei Jahre Vorlaufzeit habe es gegeben, merkt Schwieder an. Obwohl die Künstlerinnen keinen Namen haben, wie Marschall feststellt, habe es schließlich den Zuschlag gegeben.

Zuspruch, dass sie dort am richtigen Fleck sind, haben die Frauen von Nicola Rümenapf bekommen. Die Theaterwissenschaftlerin weiß, wie etwas richtig in Szene gesetzt wird. „Sie hat einen Blick auf unsere Bilder geworfen und uns bestärkt“, freut sich Marschall. Die Vernissage fand am Freitag, 20. März, statt. Zu sehen ist die Ausstellung mit Acrylmalereien und dem Titel „Draussenwelt“ bis zum 19. April.

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