Trendsport Angeln
Kosten fürs Angeln: Welche Ausrüstung Anfänger wirklich brauchen – Tipps aus Speyer
Unzählige Ruten in verschiedenen Längen, Wände voller Köder und Angelrollen in diversen Ausführungen: Wer als Anfänger ein Angelfachgeschäft betritt, kann schnell den Überblick verlieren. Dabei braucht es für den Einstieg gar nicht viel, sagt Fabian Kek, Ausrüstungsberater bei „A&M Angelsport“ in Speyer. Der 32-Jährige stammt aus der Region Ludwigsburg und angelt seit seinem zehnten Lebensjahr.
Kek arbeitet seit 17 Jahren im Angelshop, hat dort seine Ausbildung gemacht und kennt viele der Kunden persönlich. „Vom Sechs- bis zum 96-Jährigen, vom Hobby-Angler bis zum Profi – das Publikum hier in Speyer ist breit gemischt“, berichtet er. In den vergangenen Jahren habe er einen deutlichen Zuwachs an Nachwuchsanglern beobachtet.
Speyer als attraktiver Standort
„Angeln ist kein teures Hobby“, betont Kek – zumindest nicht, wenn man sich auf das Nötigste konzentriere. Speyer sei ein attraktiver Standort für Angler: „Die Möglichkeiten hier sind super, das Angelrecht ist mit den Angelkarten für den Rhein sehr einfach geregelt.“ Im Bereich Speyer verkauft die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, zuständig für Erlaubnisscheine für den Rhein und die zugehörigen Seitengewässer, nach eigenen Angaben rund 8000 Jahres-, Wochen- und Tageskarten.
Wo das Angeln in Speyer und der Region erlaubt ist und wer für welche Gewässer zuständig ist, zeigt diese Übersichtskarte für Speyer und das Umland.
Zum Start kein High-End-Gerät
Am Anfang steht vor allem eines: die Ausrüstung, die nötig ist, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, sagt Kek. Sie dient dazu, Fische waidgerecht zu behandeln – also unnötiges Leid zu vermeiden und eine nachhaltige Fischerei zu gewährleisten. Dazu gehören Kescher, Hakenlöser, Maßband, Betäuber und ein Messer. „Es geht schließlich am Ende immer noch um den Umgang mit Lebewesen“, so der Experte. Für alles müsse man mit etwa 60 bis 70 Euro rechnen.
Wie bei vielen Hobbys schwanken die Preise stark. Doch gerade Anfänger sollten nicht direkt in High-End-Ausrüstung investieren, meint Kek. „Viele wissen am Anfang noch gar nicht, in welche Richtung es gehen soll.“ Deshalb lohne sich Material, das möglichst vielseitig einsetzbar ist – in der Region Speyer etwa zum Angeln am Rhein aber auch an stillen Gewässern.
Raubfischangeln im Trend
Viele Einsteiger beginnen derzeit mit dem Raubfischangeln, beobachtet der Fachmann. Dabei steht man aktiv am Wasser, hält die Rute in der Hand und angelt mit Kunstködern auf Fische wie Zander, Hecht oder Barsch. In den sozialen Medien sei diese Art des Angelns besonders präsent – entsprechend groß sei die Nachfrage. „Das Bild vom Angler, der mit der Angel vor sich nur im Campingstuhl sitzt und ein Bier nach dem anderen trinkt, ist veraltet“, sagt er.
Für die Region Speyer empfiehlt Kek bei der Rute ein Allround-Modell, das sowohl in der Strömung des Rheins als auch in Stillgewässern funktioniert. Sie sollte nicht zu kurz sein, „damit man nicht irgendwann selbst im Wasser steht“, aber auch nicht zu lang, damit sie für Anfänger gut zu handhaben bleibt. Eine Länge von etwa 2,40 Metern sei ein guter Kompromiss. Beim Wurfgewicht – also dem Ködergewicht, für das die Rute ausgelegt ist – seien 10 bis 40 Gramm ein sinnvoller Einstieg: „Das deckt ein sehr breites Spektrum ab.“ Preislich liege man bei rund 70 Euro.
Angelrolle besonders wichtig
Besonders wichtig sei die Angelrolle, mit der die Schnur kontrolliert wird. Hier entstehe der größte Verschleiß – deshalb rät Kek, eher bei der Rolle etwas mehr zu investieren als bei der Rute. Hochwertigere Modelle liefen ruhiger, hätten weniger Spiel, seien langlebiger und schonen die Schnur. „Allein bei den Rollen gehen die Preise von 10 bis 1000 Euro“, sagt er. Für etwa 70 Euro bekomme man bereits ein solides Modell.
Ergänzt werde die Grundausstattung durch Schnur und Köder: Mit einer 150-Meter-Spule könne man „erstmal eine Weile angeln“. Bei Ködern empfiehlt Kek Qualität statt Quantität – und warnt vor billigen Haken. Für Schnur und eine kleine Köderauswahl sollten Anfänger nochmals etwa 40 Euro einplanen.