Speyer Kühlkapazitäten als größte Hürde für Impfzentrum

War im Frühjahr schon Corona-Ambulanz: das überwiegend leerstehende frühere Stiftungskrankenhaus.
War im Frühjahr schon Corona-Ambulanz: das überwiegend leerstehende frühere Stiftungskrankenhaus.

„Große Herausforderungen“ sieht Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) mit dem Beschluss zur Einrichtung eines Corona-Impfzentrums in Speyer auf die Stadt zukommen. Die ersten Weichen seien aber gestellt.

Seiler hat nach verwaltungsinternen Beratungen am Freitag auch mit dem Landesgesundheitsministerium zu diesen Thema konferiert. Über das Wochenende sollen nun weitere Informationen zum größten Problem gesammelt werden: Wie kann der vom Mainzer Unternehmen Biontech angekündigte Impfstoff, der sich nur bei Temperaturen zwischen -70 und -80 Grad länger hält, in Speyer gekühlt werden? Derzeit stünden keine entsprechenden Geräte zur Verfügung, so Seiler, auch nicht im überwiegend leerstehenden früheren Stiftungskrankenhaus, das sich die Stadt als Standort eines Impfzentrums vorstellen könnte.

Der zum städtischen Impfkoordinator ernannte Feuerwehrchef Peter Eymann sei in die technischen Prüfungen ebenso einbezogen wie das THW, berichtete Seiler. Die Stadt habe auch Gewerbebetriebe mit leistungsfähigen Kühlräumen, etwa das Lidl-Logistikzentrum, angefragt, ob sie bei der Kühlung der Impfdosen aushelfen könnten. „Das ist im nötigen Umfang leider nicht möglich“, so die Oberbürgermeisterin. Es seien somit noch Fragen zu Infrastruktur, Personal und Logistik zu klären, bis das Zentrum – optimalerweise zum vom Land gewünschten Termin 15. Dezember – eingerichtet sein könnte.

„Schnell und viel“

„So schnell und so viel wie möglich“, werde das Impf-Motto lauten, wenn das ersehnte Serum tatsächlich in Speyer ist, sagte Seiler. 100 bis 150 Personen könnten pro Tag im Durchschnitt drankommen, in den ersten Monaten 2021 möglicherweise auch mehr. Von den Beratungen des Landes sei die ärztliche Besetzung der Impfzentren abhängig; eventuell würden auch niedergelassene oder verrentete Ärzte auf freiwilliger Basis einbezogen. „Sie werden vor allem für die Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen benötigt, impfen kann auch medizinisches Personal“, erklärte Seiler. Dazu müsse auch zumindest eine Verwaltungskraft kommen.

„Wir haben viele Arbeitsaufträge auf unterschiedlichen Ebenen verteilt“, berichtete Seiler. Erste Ergebnisse sollten am Montag im Stadthaus besprochen werden. Eigene Impfzentren sind auch in den umliegenden Kreisen und kreisfreien Städten geplant.