Speyer In bester Tradition

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Besitzern von Streuobstwiesen ist bekannt, dass der Apfel selten weit vom Stamm fällt. Von Loopings auf diesem Weg hat man hingegen noch nichts gehört. Dementsprechend ist der Musiker Yann Loup Adam keinesfalls im Windschatten seines allseits beliebten Vaters Marcel Adam unterwegs. Zu eigenständig geht er zu Werke, bleibt dabei aber in Punkto Virtuosität nichts schuldig.

Mit seiner Frau Anisha Adam und dem Schweizer Gitarristen Guido Allgaier gastierte der Lothringer Musiker im Bürgerhaus Dudenhofen. Das Programm des Trios war in der Zusammenstellung sehr vielfältig. Ob „No Roots“, der Superhit des vergangenen Jahres von Alice Merton, oder „Aux Champs-Elysées“ von 1969, ob Soul, Pop, Chanson: Erlaubt ist, was gefällt – und dem Publikum gefiel es. Da wurde spontan mitgeklatscht, und die humorig anmoderierte Mitsing-Nummer funktionierte ebenfalls ohne Scheu. Anisha Adam verfügt über eine sehr kräftige, ausdrucksstarke Stimme, die in verschiedenen Registern trägt. Rocksongs wie „House of the rising sun“ bekamen einen eigenen Anstrich. Die größte Überraschung war aber, dass nicht Yann Loup Adam das komödiantische Talent seines Vaters auf der Bühne auslebt, sondern eher schüchtern die Zielscheibe für die Scherze seiner Frau darstellt, die neben dem Nachnamen offenbar auch einige Pointen übernommen hat. Insgesamt bewegte sich die Band sicher auf dreisprachigem Terrain. Anisha ist deutsch-englisch aufgewachsen, Yann Loup deutsch-französisch, und so bietet sich ein breit gestreutes Repertoire aus unterschiedlichen musikalischen Traditionen förmlich an. Zu jeder Sekunde merkt man der Formation an, dass hier Vollblutmusiker am Werk sind, die Spaß am Spiel haben, herzhaft miteinander lachten und auf Scherze aus dem Publikum eingingen, so dass schon mal ein Lied neu angefangen werden musste. Interessant war auch, wie das Publikum die akustisch instrumentierten Coverversionen goutierte, bei deren Originalen viele wohl zügig den Radiosender wechseln. Mit „Sweethurt“ bewies das Trio, dass es auch selbst gute Songs schreiben kann. Die bittersüße Liebesgeschichte findet sich auch auf der Solo-CD „Vis a Vis“ und zeigt eine weitere Facette der Sängerin. Würde das Stück auf Effekt getrimmt von einem Hitproduzenten vermarktet, man könnte sich nirgends vor dem eingängigen Refrain verstecken. So aber ist es ein gefühlvolles Stück Pop mit leichten Country-Anleihen, das den Konzertbesuchern zwischen Kleinblittersdorf und Dudenhofen viel Freude bereitet. Erfreulicherweise war das bestuhlte Bürgerhaus sehr gut gefüllt. Somit steht einer erfolgreichen Fortsetzung der Adam’schen Familientradition als gern gesehene musikalische Gäste in der Vorderpfalz nichts mehr im Wege.

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