Handball RHEINPFALZ Plus Artikel HSV Lingenfeld feiert 100 Jahre Handball

Heute das Aushängeschild der HSG Lingenfeld/Schwegenheim: Lia Roos (am Ball) für die Oberligadamen gegen Vanessa Onohiol vom TuS
Heute das Aushängeschild der HSG Lingenfeld/Schwegenheim: Lia Roos (am Ball) für die Oberligadamen gegen Vanessa Onohiol vom TuS Heiligenstein.

Ein solch runder Geburtstag muss einfach drei Tage lang gefeiert werden. Die Legenden treffen sich. Die ersten Erfolge stellen sich schnell ein. Die Namen ändern sich.

1926: Arthur Dietz, Otto Nees, Hans Denninger, Otto Erhard sowie Otto, Josef und Heinrich Deubig gründen unter dem Dach des TV Lingenfeld, dem Vorläufer der heutigen TSV Lingenfeld, eine Handballabteilung. 2026: Drei Tage lang vom 15. bis zum 17. Mai feiern ihre Nachfahren 100 Jahre Handball mit Legendenspielen, einem Galaabend und einem Familientag.

Initiator ist der ehemalige HSV-Boss und Chronist Werner Brodback. „Alle, die man anspricht, freuen sich“, berichtet der Leiter des zwölfköpfigen Organisationsteams und zweite Vorsitzende des HSV Lingenfeld, Klemens Puderer, von großer Begeisterung, nicht nur, weil aus dem zarten Pflänzchen von damals mittlerweile eine stattliche Institution mit 335 Mitgliedern, die meisten seit der Gründung des eigenständigen HSV 1982, entstand, der Club fest zum Ortsbild gehört.

Mekka Goldberghalle

Viele alte Weggefährten treffen sich im Mekka des Lingenfelder Handballs, der Goldberghalle. Freitags treten um 17 Uhr die Damen unter der Federführung von Martina Luickx und Karin Schönrock zum Legendenspiel an. Um 19 Uhr folgt das Herrenmatch. Wolfgang Fried kümmert sich um die Organisation bei jeweils freiem Eintritt.

Bei der anschließenden Playersparty soll ordentlich die Post abgehen. Harald Janssen, früher Spielleiter und immer noch als Schiedsrichter aktiv, organisiert eine Ausstellung. 1926 begann alles auf dem Sportplatz an der Jahnstraße, den die Gemeinde zur Verfügung stellte. Erste Erfolge folgten rasch. 1928 spielte Lingenfeld bereits um den sogenannten Hindenburgschild und unterlag dem VfL Haßloch.

Meister 1932

1932 feierten die Herren die Meisterschaft der A-Klasse. Auch der Nachwuchs holte den Titel. Die Neugründung erfolgte 1946 unter Abteilungsleiter Hans Emling. 1949 ging erstmals eine Damenmannschaft an den Start. Ernst Merdian und ab 1957 Alois Jochem übernahmen das Zepter. Letzterer nutzte 1965 seine Kontakte zu Karl Wounters vom HC Duffel, um eine bis heute bestehende Sportfreundschaft zu begründen.

Eine Abordnung der Belgier kommt auch zum Jubiläum. 1976 feierte der Verein 50 Jahre Handballsport in Lingenfeld mit einem Festbankett am 10. Juli und einem internationalen Turnier. Das Spiel auf dem Kleinfeld löste dem Großfeldhandball inzwischen den Rang ab. 1981 gelang der ersten Herrenmannschaft mit dem Sprung in die Bezirksliga der Startschuss für die sportlich erfolgreichste Zeit.

Trennung von TSV

Mit der Eröffnung der Goldberghalle und der Trennung von der TSV sowie der Gründung eines selbständigen Vereins schafften die Verantwortlichen 1982 die organisatorischen Voraussetzungen. Klaus Rickert übernahm die Leitung. Unter anderem Heinz Vogel, Hermann Puderer, Heinz Fischer, Sigrid Fried und Elke Dehof gehörten zum damalige ersten Vorstand.

Namhafte Trainer wie Gundolf Porr, Wilfried Job und Jasmin Djozic führten die Herren bis in die Regionalliga (1992), der damals dritthöchsten Spielklasse. Die Basis legten Theo Schnell und Jochen Werner mit einer exzellenten Jugendarbeit. „Sie sind die Väter des HSV“, so Klemens Puderer.

Erfolgstrainer Storck

Parallel dazu schafften die Damen mit Walter Storck 1989 den Aufstieg in die Oberliga. 2010 entstand ein Förderverein. Ab 2013 geht die Jugendspielgemeinschaft mit dem TV Schwegenheim, ein Jahr später um die Aktiven erweitert, an den Start. Ohne die Kooperation mit dem Nachbarn wäre der Handball in Lingenfeld wegen der Schließung der Goldberghalle von 2016 bis 2024 vermutlich an seine Existenzgrenze gestoßen.

2018 stiegen die Damen der HSG als Pfalzmeister in die Oberliga auf, der sie heute angehören. Die Herren werfen in der Bezirksoberliga. Die HSG stellt jeweils zwei Herren- und Damenmannschaften, sechs Nachwuchsteams, Minis, Superminis und als Jüngste die Purzelballer, betreut von 15 Trainern.

Europapokalsieger Djozic

Denni Djozic (gewann als Profi mit den Rhein-Neckar-Löwen den Europapokal), Bernd Grahn (spielte in Rintheim 2. Liga) und Tabea Luickx (zuletzt 3. Liga in Friesenheim) gilt der Stolz. Am 16. Mai empfängt der Verein ab 17 Uhr geladene Gäste, unter anderem die Gründungsmitglieder zu einem Galaabend. Ehrungen stehen auf dem Programm.

Werner Brodback lässt die Historie Revue passieren. Am 17. Mai findet in der Goldberghalle ein Family-Day statt, bei dem sich der Nachwuchs und Sponsoren präsentieren. Es gibt Jubiläumsgläser und eine Festschrift. Die Teilnahme am Lingenfelder Straßenfest steht unter dem Motto 100 Jahre Handball. „Das wird diesmal größer. Wir bieten auch Live-Musik“, kündigt HSV-Vorsitzender Sascha Pfliegensdörfer an. „Die jungen Leute sind begeistert und ziehen mit“, berichtet Klemens Puderer von einem funktionierendem Vereinsleben.

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