Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Hausaufgaben für die Stadt: Viel zu tun am Russenweiher

Blick in die Pläne: Das Gebiet rund um den Russenweiher wird sich durch Bebauung weiter verändern.
Blick in die Pläne: Das Gebiet rund um den Russenweiher wird sich durch Bebauung weiter verändern.

Der Russenweiher im Speyerer Süden braucht mehr Zuwendung. Dieser kritischen Bestandsaufnahme von Anliegern stimmt die Stadtverwaltung nach einem Ortstermin am Montagnachmittag zu. Sie hat eine lange Hausaufgabenliste mit ins Rathaus genommen.

Die Wasserqualität

„Die Gewässerqualität muss unbedingt im nächsten Umweltausschuss thematisiert werden“, so Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD). Der Weiher hat keinen Zu- und Abfluss, sondern speist sich aus Niederschlag- und Druckwasser. Für mehr Sauerstoff sorgen zwei Lüfter, die aber teilweise defekt sind. Der Stadt sei klar, dass für die Pflege des Sees jährlich Kosten anfallen, sagte Seiler. Ihn wie in früheren Jahrzehnten einfach auszubaggern, damit er nicht verlandet, gehe heute aber nicht mehr. „Was man rausholt, ist Sondermüll.“ Ältere Ergebnisse eines Forschungsprojekts der Uni Landau müssten weitergesponnen werden, um ein Konzept für den langfristigen Gewässererhalt zu entwickeln.

Die Uferstabilität

„Das war doch schon drei Jahre so.“ Für Anwohnerin Monika Fischer ist das städtische Abwarten an einer Stelle mit bröckelnder Uferbefestigung eines von vielen Anzeichen dafür, dass am Russenweiher zu wenig getan wird. Im November 2023 gab es dann einen Uferrutsch mit Sperrung. „Es war ein Hallo-wach-Ruf. Wir hatten Glück, dass niemandem etwas passiert ist“, sagte Robin Nolasco, Leiter des Fachbereichs für Bauen und Stadtentwicklung. Er kündigte an, dass mit Aufschüttungen ein Flachwasserbereich geschaffen werden soll, der das Ufer stabilisiert. Schotter solle dem Wellenschlag widerstehen, eine Humusschicht darüber auch Bewuchs und den Erhalt der Artenvielfalt ermöglichen. Die Methode solle bei Bedarf auch in anderen Uferbereichen zum Einsatz kommen können, denn es sei damit zu rechnen, dass auch diese irgendwann nicht mehr standsicher sind. Genaue Planungen und ein Ratsbeschluss seien aber zuvor nötig.

Die Pflege

Anwohnerin Fischer hatte mehrfach bei der Oberbürgermeisterin vorgesprochen, weil sie Mängel rund um den Weiher sah und sich eine schnellere Reaktion der Stadtverwaltung wünschte. Seiler dankte ihr dafür, dass sie so den Ortstermin mit Vertretern der Verwaltung und des Stadtrats initiiert habe. Es ging um mehrere Aspekte: von der Standsicherheit von Bäumen über Grünschnitt bis zu Hundekot. Stadtvertreter stellten Besserung in Aussicht, Seiler etwa eine Aufwertung des angrenzenden Haspelwegs mit Bänken und Hundekot-Stationen. Das Russenweiher-Gebiet sei nachträglich in das Soziale-Stadt-Projekt Speyer-Süd aufgenommen worden, was neue Möglichkeiten schaffe. Unterstützung forderte konkret auch der Verein Anglerfreunde Speyer: Er angelt am Weiher und kümmert sich etwa um die Lüfter. Man verliere aber auch die Geduld, wie die neuen Vorsitzenden Danijel Markovic und Thorsten Ringeisen sagten: „Alles ist voller Gras, wir können den See kaum nutzen, deswegen laufen uns die Mitglieder weg.“

Die Freizeitmöglichkeiten

„Es ist ein Privileg, ein solches Quartier im Stadtquartier vor der Tür zu haben“, sagte die Oberbürgermeisterin. Ihr Nachsatz: „Wenn es gepflegt und aufgewertet wird.“ Dazu gehörte die Debatte über Spielmöglichkeiten auf der Wiese am Zugang Winternheimer Straße. Die Stadt sagte zu, den früheren Spielplatz dort wiederzubeleben. Bislang steht dort ein Container als Spielhaus mit Rutsche, der den Anwohnern zufolge immer wieder vermüllt wird. Zudem werde bis 2025 ein neuer Spielplatz im nahen Baugebiet Russenweiher fertig und 2026/27 der Spielplatz am Haspelweg aufgewertet, so Fachbereichsleiter Nolasco. Das Gebiet habe eine wichtige Verbindungsfunktion für mehrere Quartiere. Es solle auch mehr Sitzgelegenheiten und Beleuchtung erhalten.

Das Baugebiet

Die Bebauung ist ans Ufer herangerückt – schon bevor das neue Baugebiet Russenweiher ausgewiesen wurde. Dieses füllt sich nun – wenn auch nicht so zügig, wie zunächst erwartet. „Es entwickelt sich gut, aber die Bautätigkeit ist noch zögerlich“, so Nolasco. Es seien schon mehr Vorhaben genehmigt als begonnen worden, was er auf die Zinspolitik schiebt. „Wir haben mit einer größeren Dynamik gerechnet.“ Daher werde sich auch der angekündigte Kita-Bau im Gebiet noch hinauszögern.

Idylle: Ein Boot ankert am Ufer.
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Abbruch: Schadstelle ist abgesperrt.
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Umstritten: einziges Spielgerät.
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