WALDSEE / DUDENHOFEN RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Selina Renner und Sarina Genova wollen bei Bundesligist wieder durchstarten

Hoffen auf ihren Durchbruch bei den Kurpfalz-Bären: die Nachwuchs-Handballerinnen Selina Renner (links) und Sarina Genova.
Hoffen auf ihren Durchbruch bei den Kurpfalz-Bären: die Nachwuchs-Handballerinnen Selina Renner (links) und Sarina Genova.

Sie sind jung. Sie sind ehrgeizig. Sie fühlen sich ausgebremst. Selina Renner und Sarina Genova wollen beim Bundesligisten Ketsch eine erfolgreiche Handballer-Karriere ankurbeln. Doch die Corona-Krise bremst die beiden Pfälzerinnen derzeit aus. Was beschäftigt die jungen Frauen? Was ist der nächste Schritt?

Selina Renner aus Waldsee und Sarina Genova aus Dudenhofen spielten gemeinsam in der Nachwuchs-Auswahl des Pfälzischen Handballverbandes (PfHV). Wegen der besseren leistungssportlichen Perspektive verließen sie ihre Heimatvereine und wechselten über die Rheinbrücke in die Jugendabteilung des Bundesligisten Kurpfalz-Bären Ketsch.

Ihren Schritt haben sie nicht bereut. Auch wenn der Abschied von ihren damaligen Mannschaften, der TG Waldsee und der HSG Dudenhofen-Schifferstadt schwerfiel, sind sie gerne bei den Kurpfalz-Bären in Ketsch angekommen. „Mir war es wichtig, dass ich sowohl im Training als auch im Spiel an meine Grenzen gehe“, sagt Renner. Die 17 Jahre alte Torfrau aus Waldsee wagte sehr früh den Schritt in die Altrhein-Gemeinde. Bereits im zweiten Jahr der weiblichen C-Jugend verließ sie die Pfalz. Ihre Freundin Sarina Genova folgte erst später.

Genovas Suche nach Antworten

Jetzt befinden sie sich in der Zwangspause. Statt sich intensiv auf die Qualifikation für die A-Jugend-Bundesliga vorzubereiten, sind sie derzeit auf sich alleine eingestellt. Wegen der Corona-Pandemie hat der badische Handballverband den Spielbetrieb abgebrochen. „Wir haben Trainingspläne bekommen, an denen wir uns orientieren können“, berichtet Renner. Der Schwerpunkt seien Lauf- und Stabilisationsübungen. „Es ist schon ein komisches Gefühl, dass derzeit alles auf Eis liegt“, meint Renner.

Über Handballtraining macht sich Mannschaftskameradin Genova weniger Sorgen. Denn sie erlitt zwei Tage vor Beginn der Corona-Auszeit im Training einen Kreuzbandriss. Sie wurde dann in der Athos-Klinik Heidelberg operiert. Genova beschäftigt sie sich mit den Fragen, wie es weitergeht. Sie ist sich unsicher, ob sie nochmals ihr Leistungsniveau erreicht, auf dem sie vor der Verletzung agierte. Sie fragt sich, ob sie in der kommenden Saison noch zu Spieleinsätzen kommt. Eine Antwort findet sie derzeit nicht.

Neustart erst am Jahresende?

Genova hat Ziele. Sie will sich in ihrem letzten A-Jugend-Jahr zumindest für die Zweite Mannschaft, die in der dritten Liga spielt, empfehlen. „Und davor möchte ich auch in der A-Jugend-Bundesliga spielen“, erklärt Genova. Ob sie dies nach der schweren Verletzung und ob der großen Konkurrenz an Nachwuchsspielerinnen in Ketsch schaffen kann, bleibt derzeit ungewiss. Die 18 Jahre alte angehende Verwaltungsfachangestellte bei der Verbandsgemeindeverwaltung Dudenhofen-Römerberg sieht die aktuelle Situation realistisch. „Es ist noch ein weiter Weg bis dorthin. Aber ich tue alles, um wieder gesund zu werden“.

Deshalb müht sich Genova in der Reha und nutzt die nun viele Zeit, um für die Schule zu lernen. Die Rechtshänderin, die sowohl auf der Außenposition als auch am Kreis einsetzbar ist, gilt als ehrgeizig und zielstrebig. Auf diesem Weg wurde sie jetzt ausgebremst. „Es ist ärgerlich, aber ich kann es nicht ändern. Ich will nach vorne schauen“, sagt Genova. Sie will erst nach ihrer vollständigen Genesung den Neustart im Handball wagen. Das könnte sich noch bis zum Jahresende hinziehen.

Torfrau Renner hat viel Konkurrenz

Selina Renner ist ihrer Freundin derzeit einen Schritt voraus. Die Waldseerin, die eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bei Heberger Bau in Schifferstadt absolviert, will in der kommenden Spielzeit den Durchbruch schaffen. Die 17 Jahre alte Torfrau hofft, dass ihre Mannschaft sich für die A-Jugend-Bundesliga qualifizieren kann und möchte sich auch für einen Platz in der Drittliga-Mannschaft empfehlen. „Ich betreibe für meinen Sport mit der Unterstützung meiner Eltern einen hohen Aufwand, deshalb will ich den Sprung am Ende der Saison 2020/2021 in die Dritte Liga schaffen“, meinte Renner selbstbewusst.

Aber inzwischen buhlen gleich fünf Torhüterinnen um die begehrten Plätze. Renner gibt sich nicht geschlagen. Bereits in der vergangenen Spielzeit erhielt sie schon zwei Einsätze bei der „Zweiten“ in der Dritten Liga. Jetzt werden die Karten mit dem Trainerwechsel neu gemischt. „Mit meinem bisherigen Trainer Adrian Fulladjusch hatte ich keine Probleme, er hat mich sehr gefordert. Aber das brauche ich auch“, verdeutlicht Renner. Mit Gerd und Kai Zimmermann haben die Kurpfalz-Bären für die neue Saison aber ein Trainergespann aus Römerberg verpflichtet, das die Nachwuchsentwicklung beim Handball-Bundesligisten mitgestalten soll.

Pfälzer Fahrgemeinschaft und reizvolle Branche

Renner hofft, dass das Hallentraining bald wieder beginnen kann. Sollte sie den Sprung in die Dritte Liga schaffen, hätte dies noch einen Vorteil. Sie könnte dann ihre aktuelle Fahrgemeinschaft mit Ina Bühl (Schifferstadt) und Sara Gourdaczi (Mutterstadt) fortsetzen. Parallel möchte sie auch ihre Ausbildung zum Abschluss bringen. Was dann kommt, steht ebenfalls in den Sternen. „Ich würde bei Heberger gerne bleiben. Wir haben hier ein tolles Klima, ich fühle mich wohl.“ Die Branche reizt sie ohnehin. Deshalb schließt sie auch ein Studium im Fach Bauingenieurwesen nicht aus.

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