Speyer Hörakustik: Nepal-Hilfe seit zehn Jahren

Untersuchung in Nepal: Markus Schraermeyer (links) unterstützt.
Untersuchung in Nepal: Markus Schraermeyer (links) unterstützt.

Seit inzwischen zehn Jahren läuft die Hilfe für Hörgeschädigte in Nepal, die die Speyerer Esther und Markus Schraermeyer über ihren Verein „Hören helfen“ steuern. Vieles koordinieren sie von ihrem Fachgeschäft Hören Leist aus, das ebenfalls ein Jubiläum feiert.

Im Oktober soll es endlich wieder soweit sein. Die Schraermeyers wollen nach mehreren Jahren wieder in das asiatische Land reisen, in dem ihr Verein mit seinen nepalesischen Partnern vor allem Kindern aus bedürftigen Familien unterstützt. Sie werden nach Kathmandu fliegen, Hilfsgüter überbringen und ihre Projekte in Augenschein nehmen.

Die Pandemie habe zwar das Reisen eingeschränkt, aber die Arbeit vor Ort nie zum Erliegen gebracht, erklärt Geschäftsinhaber und Vereinschef Markus Schraermeyer. Gut 1000 Hörgeräte seien inzwischen nach Nepal geliefert worden – meist übergeben von Kurieren: „Wir suchen immer Nepal-Reisende die Pakete mitnehmen können“, erklärt Schraermeyer. Ein Postversand sei nicht sicher genug.

Spendensammlung läuft

Hörgeräte würden im Fachgeschäft an der Gedächtniskirche gesammelt. Auch Partner aus der Schweiz und aus Berlin lieferten sie dorthin. Die gebrauchten Medizingeräte dürften in Deutschland nicht in zweite Hand gegeben werden, wären Elektroschrott, erklärt Schraermeyer. „Hören helfen“ mache das Beste daraus. Die Hilfe des Vereins reiche aber weit darüber hinaus. Auch Ausbildung, Untersuchungen und der Einsatz weiterer Geräte vor Ort würden ermöglicht. Beim Versand zweier großer Audiometer im März sei man nicht auf Touristen angewiesen gewesen, sondern habe mit Hilfe der deutschen Botschaft einen Seecontainer befüllen dürfen.

„Wir haben einen regen Kontakt nach Nepal“, sagt Schraermeyer. „Wir telefonieren häufig.“ Trotzdem solle der geplante Besuch im Herbst neue Impulse in der Vereinsarbeit setzen. Auch in den fünf von „Hören helfen“ unterstützten Schulen, in denen hörgeschädigte Kinder betreut werden, stünden Besuche an. Esther Schraermeyer als Pädakustikerin übernehme die Betreuung der Betroffenen.

Fünf Mitarbeiter

Bis dahin steht die Arbeit im Speyerer Geschäft im Vordergrund. Jürgen Leist, Vater von Esther Schraermeyer, hat es 1982 gegründet. Seit 2014 entwickelt es die nächste Generation behutsam weiter. Eine größere Expansion sei nicht gewollt, so Schraermeyer, denn der persönliche Kundenkontakt solle im Vordergrund bleiben. Fünf Mitarbeiter zählt der Betrieb heute.

Ein Schwerpunkt im Jubiläumsjahr ist laut Schraermeyer die unverbindliche Anprobe individuell gefertigter Im-Ohr-Hörgeräte. Auch Mini-Gehörganggeräte, die von außen nicht gesehen werden, seien möglich. Im Herbst seien darüber hinaus „Cochlea-Implant-Beratungstage“ geplant. Motto: „Was wenn Hörgeräte nicht ausreichend sind?“ Schon im Juli solle die neue Leist-Speyer.de-Website online gehen. „Schneller, neue Bilder, neue Texte und ein Online-Hörtest“, kündigt der Geschäftsinhaber an.

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