Speyer „Gleichwertig und gleichberechtigt“

Die Speyerer Radfahrer wollen „gleichwertige und gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sein“. Dies ist gestern bei einer „kritischen Radlertour“ durch die Stadt deutlich geworden. Auf Einladung der Initiative „Seniortrainer“ haben etwa 25 rüstige Pedalritter daran teilgenommen.

Sie nahmen unter fachkundiger Leitung des örtlichen Radbeauftragten Karl-Heinz Hepper Verkehrsführungen, Verkehrsschilder und Anordnungen unter die Lupe, die in ihren Augen mitunter unnötig oder gar nachteilig sind. Die „Radfahrschule“, so Organisator Hans Wels, führte von der Alten Münze durch Hauptstraße, Bahnhofstraße und Hirschgraben zum St.-Guido-Stifts-Platz, von dort über den Verkehrsknoten Rauschendes Wasser, Burgstraße und Schützenstraße zur Schwerd- und Paul-Egell-Straße. Diskussionsstoff lieferte vor allem der neu gebaute, aber verkehrstechnisch noch lange nicht fertige St.-Guido-Stifts-Platz. Radfahrer überqueren dort nicht mehr auf „eigenen“ Radwegen die Kreuzung. Sie sollen sich an der Ampel vor den Autofahrern aufstellen (wir berichteten). Das Konzept „Integration der Radler in den Autoverkehr “ bewirkt aber zumindest zurzeit offensichtlich eine erhebliche Verunsicherung. Auch die Tatsache, dass der Radweg aus Richtung Rauschendes Wasser jetzt ungefähr 100 Meter vor dem Platz endet und Zweiräder auf die Straße müssen, leuchtet, wie gestern mehrfach zu sehen war, vielen Zweirad-Nutzern nicht ein. „Hier werden die Radfahrer alleingelassen“, klagte Hepper. Hepper versorgte die Radler-Kollegen nicht nur mit Hinweisen auf Änderungen im Radwegenetz (Schützenstraße, Burgstraße), sondern auch mit Tipps, die unnötige Bußgeldausgaben ersparen können. Etwa einen Fußgänger-Zebrastreifen nicht im Sattel zu überqueren oder unbedingt vor einem auf den Radweg aufgemalten Querstreifen zu halten, wenn für parallel fahrende Autos Rotlicht blinkt. Der Radexperte machte darauf aufmerksam, wann Radwege benutzt werden müssen und wann nicht. „Autofahrer müssen umdenken“, forderte Hepper, sprach sich aber ebenso klar für gegenseitige Rücksichtnahme aus. Er bedauerte erneut die Ablehnung der geplanten Radparkhäuser (wir berichteten). Speyer auf dem Weg zur „Wohlfühlstadt“ zu unterstützen, sei sein Anliegen, so Hans Wels von der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt. Radfahrer dürften nicht als lästiges Übel zugunsten des „Heiligen Blechs“ behandelt werden. (le)

x