Speyer Gesichter der Kulturszene: Musiker Christian Ehringer

Trompeter und Arrangeur: Christian Ehringer.
Trompeter und Arrangeur: Christian Ehringer.

Mit den unter http://www.speyer.de/kulturgesichter und in Facebook vorgestellten Menschen aus der Kultur- und Veranstaltungsbranche beteiligt sich die Stadt an einer bundesweiten Initiative. Auf der Webseite gibt es die kompletten Interviews mit Kultur-Fachbereichsleiter Matthias Nowack. Die RHEINPFALZ stellt die Kulturgesichter seit Dezember ebenfalls vor.

Christian Ehringer, seit 27 Jahren in der Branche, ist Musiker, Trompeter und Arrangeur. „Seit März 2020 ist mein berufliches Wirken durch die Krise fast vollständig stillgelegt. Abgesagte Gigs, Theater alle geschlossen, keine Gig-Anfragen bis heute ...“, sagt er zu seiner Situation. Anfangs verspürte er aufgrund der plötzlichen „Arbeitslosigkeit“ eine große Frustration. Einzig das Unterrichten, auch unter Einsatz digitaler Medien, war/ist möglich. Über den Sommer hatte er einige wenige Corona-gerechte Live-Auftritte vor Publikum. „Das ist wohl das, was mir am meisten fehlt: auf der Bühne stehen, Interaktion mit dem Publikum ...“ Mittlerweile versucht er den Stillstand, soweit es geht, kreativ zu nutzen.

Für ihn hat bis jetzt nur die Corona- Hilfe gegriffen. Einige Theater hätten kleinere Ausfallgagen gezahlt. Die Hoffnung ruht nun auf den November- und Dezember-Hilfen. Leider fielen auch da wieder einige seiner Kollegen durchs Raster. „Ich denke, von politischer Seite wird die Lebenssituation freiberuflicher Künstler nicht wirklich verstanden“, sagt er.

Erste Termine erst im Juli

Da keiner sagen könne, wann es wieder losgeht, gebe es auch keine Anfragen. Das werde sich wohl auch erstmal nicht ändern. „Ich habe meine ersten Termine erst wieder für Juli 2021 im Kalender stehen. Das geht vielen andern genauso …Größere Projekte brauchen immer relativ viel Vorlauf.“ Er befürchtet, dass einige Clubs oder kleinere Theater das nicht überleben werden. Die Hoffnung bestehe immerhin, dass es Nachholbedarf geben werde – die Menschen seien hungrig auf das Live Erlebnis.

Von der Politik für die Zeit nach Corona erwartet er, dass die Kultur mehr in den Vordergrund gestellt werde. Sie bringe Menschen zusammen. Dass es staatliche Unterstützung für Kulturprojekte freier Künstler, Musiker, kleinere Cubs oder Theater gebe. Er erwartet nachhaltige Konzepte und die Akzeptanz bereits bestehender Konzepte vieler Veranstalter sowie dieAnerkennung der Relevanz von Kunst und Kultur und deren Beschäftigten. Auch die Milderung finanzieller Schäden bedingt durch die Coronakrise, zum Beispiel durch Grundeinkommen und Steuererleichterungen erhofft er sich von en staatlichen Organen.