Speyer Fusion bringt neuen Namen

Die Kreischorverbände Speyer und Germersheim wollen zum „Kreischorverband Am Rhein“ fusionieren. Vorsitzender Erich Armbrüster sagte bei der Jahreshauptversammlung am Samstag beim gastgebenden MGV Cäcilia Dudenhofen: „Auflösung und Neugründung werden Ende des Jahres abgeschlossen sein.“
Nach dem Grundsatzbeschluss zur „Neuordnung“ beim Chorverbandstag im April 2014 in Schifferstadt soll im kommenden Juni eine außerordentliche Mitgliederversammlung die Auflösung des Kreischorverbandes Speyer beschließen. Erster Arbeitstitel zum Zusammenschluss mit Germersheim war Kreischorverband Germersheim-Speyer gewesen. Für die Mehrheit der Delegierten des Kreischorverbandstages klang das zu schlicht. Sie votierten für Kreischorverband Rheinpfalz. Was manchen Funktionsträger zu sehr an die politischen Gegebenheiten erinnerte. Armbrüster zum Namen „Am Rhein“: „Dieser Vorschlag wird auch vom Präsidium des Chorverbandes der Pfalz akzeptiert.“ Bei der Jahreshauptversammlung waren vom beabsichtigten Taufnamen nicht alle begeistert. Einige vermissten den regionalen Bezug: „Am Rhein liegen viele Gegenden, zum Beispiel Mainz oder Köln.“ Über den endgültigen Namen, die neuen Strukturen will Armbrüster bei der Auflösung im Juni diskutieren. Nicht aber den Grundsatzbeschluss in Frage stellen (lassen): „Ich weise noch mal darauf hin, dass die Entscheidung zur Neuordnung demokratisch getroffen wurde.“ Eine Stimme aus der Versammlung: „Was ist, wenn wir Nein sagen?“ Armbrüster klipp und klar: „Dann werden wir aus dem Chorverband Pfalz ausgeschlossen.“ In der Zustimmung sieht Michael Jung (MGV Harthausen) „nur noch einen rein formellen Akt“. Zumal sich für die Mitgliedschöre unter welchem Dach auch immer nichts ändere. Armbrüster erklärte das weitere Vorgehen: „In unserer Satzung steht, die Auflösung des Kreischorverbandes Speyer kann nur eine Kreisversammlung, die lediglich zu diesem Zweck einberufen ist, und auf der mindestens drei Viertel der Mitglieder vertreten sind, mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen.“ Danach würden alle Vereine automatisch Mitglied im neuen Kreischorverband, der sämtliche Rechte der bisherigen Vereinigung wahre. Das Vermögen gehe in den Chorverband „Am Rhein“ über, „der es ausschließlich und mittelbar für gemeinnützige Zwecke zur Förderung der Kultur zu verwenden hat“. Das Konzert am 11. Oktober im Speyerer Dom zum 65-jährigen Bestehen des Kreischorverbandes ist für Armbrüster denn auch „die Abschiedsveranstaltung“. Dass sich 23 der 25 Kreisvereine mit mehr als 1000 Sängerinnen und Sängern beteiligen wollen, nahm der Vorsitzende „hoch zufrieden“ zur Kenntnis. Dass die Zahl der traditionellen Männerchöre altersbedingt abnehme, sie mit immer weniger Stimmen auskommen müssen, bewertet er in keiner Weise negativ: „Im Gegenteil, die Palette der Chorgemeinschaften ist heute vielfältiger, bietet andere Chorklangergebnisse.“ Armbrüster allgemein: „Unsere Chöre haben viele musikalisch anspruchsvolle Auftritte vor Hunderten von Zuhörern absolviert, sich bei Benefizkonzerten in Altenheimen, Krankenhäusern, öffentlichen, kirchlichen Veranstaltungen sozial engagiert.“ Das „soziale Singen“ in Altenheimen und Krankenhäusern sieht Kerstin Keppler, stellvertretende Vorsitzende des Kreischorverbandes, durch die Fusion nicht berührt: „Es steht endgültig und zukünftig auf selbstständigen Füßen.“ Vor der Auflösung zählte Kreisrechner Gerhard Saur 25 Mitgliedsvereine. Seine Statistik: reine Männerchöre zwölf (410 Sänger), reine Frauenchöre sieben (213 Sängerinnen), gemischte Chöre zwölf (337 Sänger, Sängerinnen), gemischte moderne Chöre 14 (611 Stimmen) Kinderchöre vier (91 Mädchen und Buben). Die Mitgliederstärke des Kreischorverbandes Speyer liege bei 5291, davon 3714 Fördermitglieder. Grußworte sprachen Klaus Langendorf, Vorsitzender MGV Cäcilia Dudenhofen, Bürgermeister Peter Eberhard, Landrat Clemens Körner. (län)