Speyer
Fußball: Turniere in Speyer, Waldsee, Römerberg
Der Ball ist rund, und er rollt, gleich dreimal an diesem Wochenende, an drei verschiedenen Stellen. Kleine Kicker, jugendliche Jäger, alte Angreifer. Die Mischung passt in den drei Spielzeiten in 90 Minuten, die die RHEINPFALZ bei der Rundfahrt erlebt.
Samstagmorgen, kurz vor 9 Uhr, die Parkplatzsituation an der IGS Speyer ist entspannt. Die Stimmung in der Osthalle dagegen weniger. Gerade mal eine Viertelstunde alt ist das Turnier, und schon sind die Gemüter heiß gelaufen, vor allem die der Väter.
Die geben gute Ratschläge von einer gut besetzten Tribüne aus. Oder besser: Sie rufen sie im Fließbandtakt in den Raum zwischen den zwei Toren.
Dort spielen sich der FC Speyer 09 und der FSV Offenbach gerade den Ball zu. Die Gastgeber schaffen eben den Ausgleich, als sich Constantin vom gegnerischen Team binnen einer Sekunde zum Helden der Erzeuger mausert. Er schießt das 2:1. Das Spiel endet unentschieden. So ist das im Showgeschäft.
Waffeln duften
Während sich ein interner FC-09-Wettkampf in der nächsten Partie ankündigt, stehen im Foyer ehrenamtliche Helfer hinterm Tresen bereit. Zum Anbeißen sehen die belegten Brötchen aus. Viel schlimmer ist jedoch der Duft frisch gebackener Waffeln, der ohne Erbarmen die Nasenflügel weitet – und das ohne Frühstück im Bauch.
Kräftig zugelangt haben die erwachsenen Fußballer beim Imbiss des ASV Waldsee, der sein Turnier für Freizeitmannschaften in der Rheinauenhalle ausrichtet. Um das Kreisen auf den Parkflächen kommt hier keiner herum. Es ist voll, proppenvoll. Die Erklärung liegt nahe: 21 gemeldete und angetretene Mannschaften samt Fangemeinden brauchen eben Platz.
Turnierplan, -bestimmungen und Sponsoren sind als Aushänge an mehreren Wänden zu finden. Unnötige Fragen werden so vermieden. Zum ersten Mal ist die neue Halle ins Geschehen eingebunden. „Es klappt ganz gut“, sagt René Dreimann, der mit Thomas Hauser, Yves Rohrborn und Hauptorganisator Alex Krieger die Turnierleitung hat.
315 Kicker
Aufgestockt worden ist diese angesichts der Zweiteilung – eine „organisatorische Schwierigkeit“, wie Dreimann anmerkt.
Um die 315 Fußballer wechseln sich an zwei Tagen in den Hallen ab, ganz schön hoch, die Hausnummer.
„Es sind viele neue Gesichter dabei“, sagt Dreimann – schön für die Ausrichter, wobei manche Mannschaftsnamen schon gewöhnungsbedürftig sind. „Neiheffer Russe“, „Altriper Kampftrinker“ oder „Arsenal Longdong“ beispielsweise. Traditionelle wie KV Uno, TG Waldsee oder PSV Ruffec wirken beruhigend.
Rund um die Rhein-Pfalz-Halle in Römerberg ist der Parkdruck ebenfalls enorm. Der Druck am Ball drinnen ist nicht weniger heftig. Gerade auf dem Feld: die E-Jugenden des FC Speyer 09 und des 1. FC 08 Haßloch.
Topfit, heiß
Die Jungs schenken sich nichts am vierten Tag des neuen Jahres. Sie sind topfit und heiß auf Tore. „Des gibt’n gude Doormann“, stellt ein Zuschauer eine These mit Verweis auf den Speyerer Keeper auf und liefert die Erklärung seiner Einschätzung gleich mit: „Wonner jetzt schun so viel Oweisunge gibt, des is wischdisch.“
Anweisungen hin oder her: Das letzte Wort hat der Schiedsrichter, und das ist in dem Fall Winfried Schweigert, Vorsitzender der JSG und Hauptorganisator des Fair-Play-Cups. In der linken Hand das Handy, in der rechten die Pfeife, folgt er mit Argusaugen dem Hin und Her auf dem Spielfeld – und setzt punktgenau den Schlusspfiff.
Wieder sind es die Väter, die sich auf der voll besetzten Tribüne als hörbare Fans und Individualtrainer outen. „Auf jetzard“, ist zu hören. Damit ist alles gesagt. Die JSG muss gegen den VfB Haßloch ran. Die Nachwuchs-Kicker jagen das Runde. Die Papas schwitzen.
Versorgung bestens
Draußen im Eingangsbereich erholen sich andere von ihren ersten Einsätzen als Aktive und Anfeuernde. Die Versorgung klappt – wie bei allen drei Turnieren an diesem Tag – bestens.
Während die Matches in Speyer am Samstag enden, geht’s in Waldsee und Römerberg sonntags weiter. Die lange Halbzeit über Nacht weckt neue Kräfte – bei motivierten Fußballern und ratgebenden Vätern.