Speyer
Fußball: Die einsamen Plätze
In Schwegenheim wagt sich ein einzelner Kicker samt Ball auf den Nebenplatz des heimischen ASV, hört dabei Musik. Immer wieder versenkt er den Ball im Tor und läuft ihm dann nach. Alleine spielt es sich eben auf Dauer schlecht.
Im Nachbardorf, beim TuS Mechtersheim, weist ein Schild Spaziergänger auf die vorübergehende Schließung des Sportheims hin. Ganz hinten auf dem Flutlichtmast schaut sich ein Vogel den leeren Hauptplatz an.
Weiter geht die Fahrt nach Heiligenstein. Hier macht sich ein ganzer Schwarm gefiederter Tierchen breit und beackert die linke Offensivseite des FV. Die Mülleimer am Gelände sind voller Sektfläschchen.
Vielleicht wurde die Getränkeauswahl für die Feier der Legenden des FV Heiligenstein getestet? Vermutlich nicht. Von jener 100-Jahr-Jubiläumsfeier kündet aber ein Plakat am Zaun des Geländes.
Wieder Schaumwein
Etwas weiter nördlich, in Waldsee, hindert ein verschlossenes Eingangstor Freizeitfußballer am Betreten der Anlage. Eine Notiz erinnert an den geschlossenen Platz aufgrund der aktuellen Situation. Auf dem nah gelegenen Hartplatz wäre der Zutritt machbar. Allerdings sind die Tore mit rot-weißem Absperrband umwickelt.
Auf einer Bank am Rasenplatz von Nachbarverein TuRa Otterstadt hat es sich ein Mann mit einer Sektflasche gemütlich gemacht. Die ist eine Nummer größer als selbige im Mülleimer beim FV Heiligenstein.
Der einsame Zuschauer blickt auf den leeren Rasen der TuRa, soll heißen, auf den fast leeren Platz. Das Huhn hinter dem linken Tor bemerkt er aber nicht. Langsam wird es ja auch dunkel. Normalerweise wäre auch in Otterstadt längst der Abpfiff ertönt.
Blümchen sprießen
An einem Dienstagabend geht die Rundfahrt durch die Region weiter. Normalerweise holen die Trainer Hütchen und Mini-Tore gerade aus den Schuppen und bauen sie auf. Es wäre bald Trainingszeit auf den regionalen Plätzen.
Beim ASV Speyer gibt’s auch Sport. Ein Mädchen fährt mit dem Rad auf dem Parkplatz hin und her. Gänseblümchen und Löwenzahn nutzen dieser Tage eine Chance, zu wachsen, sprießen aus dem vorderen ASV-Rasen.
Sehnsüchtiges Kätzchen
Bei Stadtkonkurrent Rot-Weiß wenige Kilometer entfernt scheint das Grün frisch gemäht. Die Blümchen hatten keine Chance. Die Tour endet beim dritten Speyerer Verein, dem FC09. Auch hier ist erwartungsgemäß wenig los.
Am Rand der Baustelle des neuen Jugendzentrums hat es sich eine Katze gemütlich gemacht. Fast scheint es, als blickt sie auf den angrenzenden Kunstrasen und hat auch Sehnsucht, dass es wieder losgeht. Das dauert aber noch eine ganze Weile.