Schwetzingen RHEINPFALZ Plus Artikel Festspielkonzert mit der Blockflötistin Dorothee Oberlinger

Dorothee Oberlinger (Mitte) und das Ensemble 1700 im Schwetzingern Schloss bei den Festspielen.
Dorothee Oberlinger (Mitte) und das Ensemble 1700 im Schwetzingern Schloss bei den Festspielen.

Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger ist in diesem Jahr Residenzkünstlerin bei den Schwetzinger SWR Festspielen – Das erste Konzert.

Es sind gerade einmal vier Monate her, dass die Blockflötistin Dorothee Oberlinger beim Winter in Schwetzingen im Schloss spielte. Nun trat sie dort mit ihrem Ensemble 1700 erneut auf, jetzt im Rahmen der Schwetzinger SWR Festspiele, wo sie heuer Residenzkünstlerin ist.

Bei beiden Festivals war sie schon öfter, hat im Winter auch schon eine Oper dirigiert. Auch sonst erinnern wir uns an viele Konzerte mit ihr, solche etwa in der Landauer Festhalle oder bei den Karlsruher Händel-Festspielen. Dort war sie 2025 zu Gast in der Stadtkirche mit einem Programm, das zwar mit „Arcadia“ anders hieß als das jetzige, über dem „Sirenengesänge und Flötenklänge“ stand, aber in Teilen dieselben Stücke brachte.

Beide Male gab es Blockflöten-Concerti aus einer neapolitanischen Sammlung mit Stücken, die alle eine Fuge als zweiten Satz haben. In dem a-moll Konzert von Alessandro Scarlatti, einer C-Dur-Sonate von Francesco Barbella und einem d-moll-Konzert von Francesco Mancini zeigte Dorothee Oberlinger auch jetzt wieder auf Blockflöten verschiedener Art ihre technische Meisterschaft und ihre mitreißende Musikalität.

Furios und hochvirtuos

Ideal ergänzt wurde sie von ihrem einmal mehr erstklassigen Ensemble 1700, diesmal mit Anna Dmitrieva und Polina Babinkova Violine, Guido Larisch Violoncello, Kit Scotney, Kontrabass, und Olga Watts, Cembalo.

Furios und hochvirtuos war der Vortrag der 29 Partite sopra l’aria della Folia von Alessandro Scarlatti als Trio von Flöte, Cello und Cembalo sowie der einer f-moll-Cembalo-Sonate von Scarlattis Sohn Domenico.

Wie weiland in Karlsruhe gab es Händels anmutige Triosonate g-Moll für zwei Violinen und Basso continuo HWV 393 und das Concerto a quattro d-Moll für Blockflöte, Violine, obligates Violoncello und Basso continuo TWV43: d 3, bei dem nicht ganz klar ist, ob es von Händel oder Telemann stammt. Ich bin für Telemann, für den auch mehr spricht. Das Stück einfach so telemannisch originell. Es wurde von den Musikerinnen und Musikern hier in seinem Reiz voll entfaltet.

Im galanten Stil

Besonders schön war aber auch die Begegnung mit einem Blockflötenkonzert in G-Dur des als Opernkomponisten bekannten Leonardo Leo. Die Sätze des Konzerts sind eigentlich Opernarien für die Blockflöte auf dem Weg zum galanten Stil und von hinreißender Schönheit. Dorothee Oberlinger und ihr Ensemble 1700 blieben diesem Konzert nichts schuldig.

Da der Abend live im Radio übertragen wurde, ist er schon auf swrkultur.de nachzuhören.

Termine

  • Am 29. April um 19.30 Uhr spielt Dorothee Oberlinger wieder im Mozartsaal des Schlosses, diesmal mit dem Lautenisten Edin Karamazov im Programm „Fünf Jahreszeiten im Dialo“, bei dem Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ in ungewöhnlicher Form erklingen. Dazu gibt es unter anderem Musik von Purcell.

    Am 7. Mai um 19.30 Uhr tritt dann im Jagdsaal des Schlosses Dorothee Oberlinger mit dem Altus Andreas Scholl auf. Olga Watts spielt Cembalo. „Zeitlos herzzerreißend“ heißt das Programm mit Musik von Bach, Caldara, Corelli, Telemann und zwei berühmten Kammerkantaten von Händel.

    www.schwetzinger-swr-festspiele.de

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