Speyer Fahrgeschäfte und Mägen getestet

Ja nix verschütten: Vier Teams kämpfen im Polyp um den Inhalt im Krug, hier: die Abenteurer.
Ja nix verschütten: Vier Teams kämpfen im Polyp um den Inhalt im Krug, hier: die Abenteurer.

Während die Frühjahrsmesse ihre 439. Auflage erlebt, ist der Gaudiwettbewerb „Speyer sucht den Platzhirsch“ am Freitagabend erst zum dritten Mal von der Stadtverwaltung organisiert worden. Vier Teams mit bis zu fünf Personen haben Fahrgeschäfte und eine Speisenauswahl getestet. Der Sieger hat 1000 Euro für den guten Zweck gewonnen, gestiftet von der Sparkasse Vorderpfalz.

„Andiii!“ – die Teammitglieder von Andreas Limmer schreien, während der Speyerer in einer Plastikkugel so schnell wie möglich übers Wasser rollt. 23 Sekunden braucht er für die rund 20 Meter. Nach diesem Teilnehmer vom Festwagenteam stellen sich dem Vergleich am Stand „Wasserbälle“ noch die Waldseerin Alina Knittel (Abenteurer) sowie die Speyerer Christopher Karaus (SKG 2.0) und Tizian Erckens (Gutselstand). Moderator Raphael Schweitzer macht es spannend: Die Zeiten von Limmers Konkurrenten verrät er nicht. Heidi Jester hat den Wettbewerb mit ihrer Ordnungsamtskollegin Eva Wöhlert organisiert. „Wir schauen, dass wir immer neue Fahrgeschäfte mit dabei haben“, erklärt Jester. An diesem Freitag zählen zu den Angeboten noch Breakdance, Schießwagen Hupp, Autoscooter und Polyp. Zudem wird bei den Biergärten Koch, Barth und Lemke eingekehrt. „Pro Spiel gibt es einen Punkt für den Sieger.“ Wer die meisten Punkte sammelt, gewinnt die 1000 Euro. Letztes Fahrgeschäft ist der Polyp. Schweitzer erklärt die Regeln: „Ein Teilnehmer jedes Teams hält zwei Bierkrüge mit Flüssigkeit hoch. Wer nach der Fahrt noch am meisten drin hat, hat gewonnen“. Obwohl er Jacky Cola, Wodka Lemon und Wasser als Inhalte der Glaskrüge ankündigt, ist doch überall eine farblose Flüssigkeit drin. Nicht ernst gemeint ist wohl auch seine Ansage, dass Erbrochenes doppelt zählt. Um 19.37 Uhr startet die wilde Fahrt mit dem Kraken. Die Zaungäste halten einige Meter Respektabstand. Wobei dann offenbar doch nur Wasser aus den Humpen schwappt und kein Krug durch die Gegend fliegt. Übergeben muss sich auch keiner. Melanie Kohlmann aus Speyer hat nach zwei Minuten für Gutselstand am meisten Flüssigkeit gerettet. „Ich habe die Krüge gegeneinander gehalten und versucht, die Bewegungen der Gondel auszugleichen“, sagt sie. Der letzte Kräftevergleich ist ein Süßigkeiten-Wettessen im Biergarten Lemke. Zum gemeinsamen Vertilgen von je 280 Gramm haben alle Teammitglieder vier Minuten Zeit. Die Abenteurer haben knapp die Nase vorn. Sie dürfen sich am Ende auch „Platzhirsch“ nennen und spenden ihre 1000 Euro der Speyerer Kita Abenteuerland. Um Rang zwei gibt es ein Stechen zwischen SKG 2.0 und Festwagenteam. Ein Teammitglied muss bei voller Fahrt der Schiffsschaukel einem anderen per Lippenstift ein Herz auf die Wange malen. Bei Anne-Susann Sperling aus Speyer ist das Symbol am besten gelungen, lautet das Urteil von Wöhlert und Jester. Damit gehen 150 Euro, gestiftet von den Schaustellern, an die Speyerer Karnevalgesellschaft (SKG).

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