Speyer „Für mich ist das Gänsehaut pur“
Silvia Körner geht neue Wege mit dem Projektchor des katholischen Kirchenchors St. Cäcilia. Bereits im November hat sie mit „Requiem & Magnificat“ des zeitgenössischen norwegischen Komponisten Kim André Arnesen mehr als 500 Zuhörer in der katholischen Kirche in Dudenhofen begeistert. Die Zweitauflage ist am Sonntag in der Speyerer St.-Bernhardskirche. Ellen Korelus-Bruder mit der Chorleiterin über musikalischen und persönlichen Anspruch gesprochen.
In die St.-Bernhardskirche passen rund 400 Personen, Ich denke, dass etwa so viele kommen werden, um „Requiem & Magnificat“ von Kim André Arnesen zu hören. Drei Kölner Arnesen-Fans haben angerufen. Sie planen für das Konzert ihren ersten Speyer-Besuch. Wer wirkt mit? Mehr als 65 Sänger, darunter sieben Chorleiter, sechs Solisten, acht Streicher, ein Solo-Trompeter, drei Percussionisten, ein Pianist und Organist werden gemeinsam mit dem Lichtkonzept von Jürgen Schütze für Furore sorgen. Wie lange hat der Chor für die Premiere geübt, wie lange für die Zweitauflage? Wir haben acht Monate durchgehend geübt. Inklusive Einzelproben. Für das Benefizkonzert haben wir uns Anfang Februar zum ersten Mal getroffen. Der Funke ist sofort wieder übergesprungen. Zusammen mit dem Orchester steht nur die Generalprobe am Vortag zur Verfügung. Wie ist Arnesens christliches Chorwerk zu beschreiben? Arnesen kommt nicht aus der Chormusik. Die achtstimmige Komposition ist angelehnt an Stücke von Carl Orff, Karl Jenkins, John Rutter und Andrew Lloyd Webber. Für beide Werke sind knapp 50 Minuten Zeit. Das ist für den Chor sehr anstrengend. Um ihn zu schonen, sind einzelne Passagen solistisch mit Pia Knoll, Almut Fingerle-Krieger, Danai Amann, Jenny Grothe, Hubert Beck und Gustav Adlhoch besetzt. Die Besucher erwartet eine bildstarke Aufführung für alle Sinne in der außen und innen beleuchteten Speyerer St.-Bernhardskirche. Gibt es Kontakt zwischen Ihnen und dem Komponisten? Ja. Er hat unser Konzert auf seine Internetseite genommen. Arnesen würde am Sonntag gerne nach Speyer kommen. Leider befindet er sich derzeit in den USA. Welchen Anspruch haben Sie an den Projekt- und Kirchenchor? Dank meines verstorbenen Vorgängers Michael Kischka singen der Kirchenchor und „Chorissimo“ auf hohem musikalischem Niveau. Das möchte ich halten. Gemeinschaft und gute Musik zusammenführen – das ist mein Anspruch. Singen kann jeder, denn jeder hat Stimmbänder. Es geht um die Stimmbildung und das Gehör. Weshalb haben Sie gemeinsam mit dem Chor den Speyerer Frauen- und Mädchen-Notruf als Begünstigten des Benefizkonzerts ausgewählt? Das läuft über den Verein „Jugend und Soziales“ im Rhein-Pfalz-Kreis. Wir halten den Notruf für eine äußerst wichtige Einrichtung für betroffene Mädchen und Frauen und auch zur Vorbeugung. Eigentlich müsste sie Frauen- und Kinder-Notruf heißen, denn auch auf Jungen gibt es Übergriffe. Wie wird das Benefizkonzert finanziert? Es gibt keine Sponsoren, nur Spender. Ihre Namen werden im Programmheft aufgeführt. Warum ein zeitgenössisches Werk? Mit dieser Musik können sich viele identifizieren. Vorwiegend sind die Stücke in lateinischer Sprache geschrieben, aber auch auf Englisch – wie „We remember them“. Für mich ist das Gänsehaut pur. Zudem passt ein Requiem in die Fastenzeit. Und warum in St. Bernhard? Ursprünglich war die Speyerer St.-Josefskirche angedacht – bis da Teile der Decke heruntergefallen sind. Inzwischen bin ich froh über den neuen Aufführungsort. Auch wegen ihrer Geschichte und der Akustik. Allerdings ist es kalt in St. Bernhard. Also: warm anziehen! Termin Benefizkonzert „Requiem & Magnificat“ am Sonntag, 10. März, 19 Uhr, in der Kirche St. Bernhard in Speyer