Speyer Entwickler starten durch

91-96245579.jpg

Wenn Richard Sattel (18), Hannes Juchem (18), Jan Dopheide (14) und Maximilian Wittmer (14) anfangen, über ihre Forschungsarbeiten zu berichten, schwirrt einem Laien bald der Kopf, und selbst Experten wundern sich über die Fachkenntnisse der jungen Leute. Die Vier sind, beziehungsweise waren, Schüler am Gymnasium am Kaiserdom (GaK) und haben bei den diesjährigen Regionalwettbewerben von „Jugend forscht“ drei erste und einen zweiten Platz belegt. Diese Woche nehmen sie am Landeswettbewerb teil.

Sattel und Juchem, die beide Ende März ihre Abiturzeugnisse überreicht bekamen, bereiten sich auf den Landeswettbewerb vor, der vom 4. bis 6. April bei der BASF in Ludwigshafen stattfindet. Dopheide tritt am 27. und 28. April beim Landeswettbewerb der jüngeren Teilnehmer bei der Firma Boehringer Ingelheim an. Wittmer hat Platz eins, der zum Landeswettbewerb qualifiziert, knapp verpasst. Wie sieht ein elektrisches Feld aus? Das kann man mühsam messen, indem man zwei Elektroden auf Kohlepapier legt, eine Spannung anlegt und dann mit einem Messgerät an vielen Stellen die Spannung misst. Generationen von Schülern kennen den Versuch. „Nervenaufreibend“, sagt Juchem. Er hat den Versuch automatisiert, indem er einen Roboter aus Fischer-Technik gebaut hat, der die Messwerte an vielen Punkten misst und auf den PC überträgt, der die Werte ansehnlich aufbereitet. Das war Thema seiner Facharbeit, die er beim „Jugend-forscht“-Wettbewerb eingereicht hat. Juchem plant nach dem Abitur erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr. Danach möchte er studieren. Was, das steht noch nicht fest. „Ich kann mit meinem Notenschnitt 1,0 alles machen. Es gibt mehrere Dinge, die mich interessieren.“ Er macht Musik, spielt Schlagzeug und Klavier, macht Judo und ist in seiner Kirchengemeinde aktiv. In der Schule hat er sich für seinen Jahrgang eingesetzt, spielt wie Sattel auch, in der Jahrgangsband. Zusammen mit diesem hat er den IT-Support für die Schule übernommen, eine neue Internetseite gestaltet und betreut. Beide haben kürzlich für ihr Engagement einen Preis erhalten. Sattel betreut noch weitere Internetseiten, zum Beispiel die von der Steuerungsgruppe „Speyer ohne Rassismus – Speyer mit Courage“. Er sagt: „Meine Interessen sind sehr breit gefächert.“ Er möchte Informatik und Elektrotechnik studieren. An der Informatik fasziniert ihn, was man mit Computern alles machen kann – und damit meint er nicht das Spielen. „Mit dem Zocken haben wir schon vor fünf Jahren aufgehört“, sagt Sattel. Stattdessen bringt er einem Computer bei, wie mathematische Funktionen abgeleitet werden. Damit hat er sich in einer Oberstufen-Facharbeit in Mathe/Informatik beschäftigt – die Grundlage seines Wettbewerbsbeitrags. Natürlich gebe es bereits Taschenrechner, die das könnten, aber die machten das nicht so schön, betont er. Sattels Computerprogramm zeigt anschaulich, wie er Funktionen ableitet. Auch Dopheide kennt sich gut mit Computern aus. Der Achtklässler hat aus preiswerten, einfachen Modulen eine Wetterstation gebaut, die ihre Messwerte automatisch an eine Internetseite sendet, die er ebenfalls entwickelt hat. Unter www.wettermonster.de kann sich nun jeder die Anleitung dazu herunterladen, sich registrieren und mitmachen. „Ich wollte, dass jeder mit geringen elektronischen Erfahrungen die Wetterstation nachbauen kann. Man muss dazu nicht programmieren können“, sagt Dopheide. Das Logo der Internetseite hat er mit seinem Kunstlehrer Thomas Bußjäger entworfen. Mit Technik befasst er sich auch in seiner Freizeit gerne: Modellfliegen ist sein Hobby. Auch Wittmer ist Technik- und Informatik-Spezialist. „Ich habe einen Compiler gebaut“, sagt er und erklärt, dass es sich um ein Programm handelt, das das vom Programmierer Verfasste so übersetzt, dass es der Computer anwenden kann. Dopheide und Wittmer machen erst mal eine Pause bei „Jugend forscht“. Doch die Arbeitsgemeinschaft dazu läuft weiter. „Es gibt schon wieder neue Projekte“, sagt Lehrerin Christine Staudermann, die die Schüler mit Tanja Weis, Nora Ueberrhein, Peter Dauscher und Peter Ries betreut.

x