Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Endspiel für Speyerer Ahorn Camp Baskets: Die Play-offs locken

Spektakuläre Unterhaltung: Die Ahorn Camp Baskets Speyer gegen Oberhaching Tropics, links Oluwadamilola Ade-Eri.
Spektakuläre Unterhaltung: Die Ahorn Camp Baskets Speyer gegen Oberhaching Tropics, links Oluwadamilola Ade-Eri.

Jetzt hat Trainer Carl Mbassa das, was jeder Sportler will. Einen großen Kopf macht er sich nicht. Denn Vieles ist möglich. Für die neue Saison läuft alles nach Plan.

Die (Basketball)Welt kann so einfach sein. Gewinnen die Ahorn Camp Baskets am Samstag ihr Heimspiel in der Nordhalle gegen die Dresden Titans, steht der Vorjahresviertelfinalist aus Speyer erneut in den Aufstiegs-Play-offs der 2. Bundesliga ProB. Alle Partien steigen aufgrund der Wettbewerbsgerechtigkeit, für die Gastgeber eine Stunde vorgezogen, um 18.30 Uhr.

„Wenn wir verlieren, sind wir mit größter Wahrscheinlichkeit raus“, sagte Trainer Carl Mbassa im Gespräch mit unserer Zeitung und lässt ein Hintertürchen offen. Wie das? Der derzeitige Tabellenneunte Ahorn Camps, der einen Platz gut machen muss, kommt trotz einer Niederlage weiter? Tja, da greift die spezielle Basketball-Arithmetik mit dem direkten Vergleich von bis zu vier Mannschaften.

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Mbassa binär

Bei einem Erfolg Speyers hält Coach Mbassa gar den Sprung auf Rang fünf für möglich. Der Einzug in die Runde der besten 16 sei mathematisch einfach, nicht kompliziert: „Wir haben ohnehin nicht den Druck, aufsteigen zu müssen. Druck hätten wir, wenn wir abstiegsgefährdet wären.“ Wo die Seinen letztlich enden, sei ihm egal: „Wir wollen spielen.“

Erst jüngst rutschten die Domstädter erstmals seit ewigen Zeiten auf Position neun, weil Dresden überraschend bei Tabellenführer Orange Academy Ulm gewann. Auch das scheint Mbassa egal: „Ich bin da binär, eins, null, Sieg, Niederlage.“ Am Wochenende setzte sein Team aufgrund des Spielplans aus, nicht das erste Mal zuletzt, weil Würzburg um eine Verlegung bat: „Ich bin kein Freund von Pausen. Persönlich finde ich es nicht gut“, so der Lehrer am Gymnasium Maxdorf: „Rhythmus tut allen gut. Ich brauche Routinen in meinem Leben.“

Geißler mir Problemen

Der fehlende Wettkampf diente jedoch der Regeneration. Nachwuchscenter Leon Geißler kugelte sich beispielsweise in Ulm eine Schulter aus. Der lange verletzte Carlos Hidalgo Guijo zählt auch gegen die Sachsen zum Aufgebot. Erkältungen nervten andere, oder es zwickte im Rücken. Mbassa: „So etwas kann am Anfang der Trainingswoche passieren, am Ende oder im Spiel.“ Um die Belastung aufrechtzuerhalten, setzte er vergangene und diese Woche eine zusätzliche Einheit an.

Nun also der Showdown, ein Match, das über Erreichen des Saisonziels oder eben nicht entscheidet: „Es ist wie ein Endspiel. Das ist doch das, was wir wollen“, meint der Übungsleiter: „Spannung, Herausforderung, Wettkampf. Wenn wir gewinnen, ist die Freude groß, wenn wir verlieren, die Enttäuschung. I’m ready.“

Mbassa kritisch

Natürlich arbeite er nicht darauf hin, wegen Sensationsgier oder dem Kick. Mbassa blickt auf die eigene Bundesligakarriere und seine Vorgesetzten zurück: „Sie haben immer gesagt, es gibt nur zwei wichtige Plätze, der erste und der letzte. Alles andere ist für die Katz’. Jetzt haben wir ein kleines Finale. Es ist ein bisschen Druck da. Wir leben vom Perspektivwechsel. Sonst könnten wir nach der ersten Saisonniederlage aufhören.“

Doch er habe sich von der bisherigen Saison mehr versprochen, einen entspannteren Play-off-Einzug angestrebt: „Da gibt es vielfältige Gründe. Aber da kann man nix dran machen.“ Der stellvertretende Vorsitzende des Basketballinternats meint in erster Linie das Verletzungspech, das Speyer schön früh ereilte.

Absolutes Verständnis zeigte er zur Vorgehensweise des abstiegsbedrohten Kooperationspartners MLP Academics Heidelberg in der Bundesliga, der nicht immer alle Korbjäger mit Doppelspielrecht hergab: „Sie haben ihre eigenen Sorgen und brauchten die vollen Ressourcen. Unser Kader war nicht immer so stabil. Ich habe auch nicht immer das Händchen gehabt.“

Essen oder Itzehoe?

Er hofft, dass auch seine junge Truppe ready ist, bemerkte aber die entsprechende Fokussierung: „Ob wir gewinnen oder verlieren, beides ist für sie eine gute Erfahrung, auch zu wissen, wie es ist, wenn man, Entschuldigung , verkackt. Ich habe auch einige Mal verkackt.“ Das trifft auch auf das Hinspiel bei den Titanen zu, als Speyer haushoch unterging: Anfang verpennt, dem Gegner den Rausch ermöglicht.

Im möglichen Play-off starten die Ahorn Camp Baskets dann nach Ostern im Modus best of three auf Reisen. Es warten die ETB Miners von Traditionsklub SW Essen, Lok Bernau, TSG Westerstede im niedersächsischen Ammerland oder vielleicht die Itzehoe Eagles aus Schleswig-Holstein, gegen die Corona die Klärung der Frage verhinderte. Derweil sieht Mbassa die Baskets hinsichtlich der neuen Lizenzierung im Zeitplan.

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