Volleyball
Einzigartiger Erfolg für Mädchen des TuS Heiligenstein
Das hat es selbst beim erfolgsverwöhnten TuS Heiligenstein noch nicht gegeben. Alle vier Mädchen-Mannschaften, bei denen um die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft, schafften als Rheinland-Pfalz-Champion den Einzug zu den Südwest-Titelkämpfen.
„Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Aber ich glaube, das hat es in Rheinland-Pfalz noch nicht gegeben und wird es wohl auch in absehbarer Zeit nicht mehr“, sagte Heiligensteins Trainer Udo Walter im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Weg der Unter-20-Jährigen endete zwar. Aber die U16 gewann das Südwestturnier und spielt am Samstag, 25., Sonntag, 26. April, die DM in Wiesbaden.
Favorit Wiesbaden
Vor zwei Jahren trat das TuS -Team schon mal auf dieser Ebene an und belegte Platz acht: „Gefühlt waren wir Dritter“, kommentierte Coach Walter das Aus nach dem 14:16 im Tiebreak gegen Dresden. 2025 sprang der vorletzte Rang heraus. Nun schraubt er die Erwartungen nicht übermäßig hoch und zählt Wiesbaden, Zweiter der U14-DM, zu den Favoriten.
Und just diesen VC bezwang Römerberg gerade im Endspiel 2:1. Walter: „Das war nicht zu erwarten. Wir haben sie aber auch schon bei der U13 und U14 sensationell im Finale geschlagen. Wiesbaden war ganz klarer Favorit.“ Er verweist auf deren professionelle Trainingsbedingungen mit mindestens doppelt, wenn nicht gar dreimal so vielen Einheiten pro Woche als in Heiligenstein mit zwei bis drei.
Aufschlagserie Zehfuß
„Normalerweise geht die Schere bei den älteren Jahrgängen dann auseinander“, so der Übungsleiter: „Aber es war der Klassiker. Im ersten Satz haben wir so was von auf die Ohren bekommen. Wiesbaden wollte wohl Rache für die vergangenen Jahre nehmen. Meine Mädels standen neben sich. Sie haben keine Emotionen gezeigt“ – vielleicht auch angesichts der sicheren Quali: „Das war das Wichtigste.“
Die Hessinnen wähnten sich wohl zu sicher: „Wir haben zum Spiel gefunden. Dann begann bei Wiesbaden das Kopfkino, und sie haben Fehler gemacht, die sie vorher nicht gemacht haben.“ Emma Zehfuß und Amelia-Yanina Matei setzten zu Aufschlagserien an, wie schon Hannah Rösch in schier aussichtsloser Lage von 10:20 in der Vorrunde gegen Biedenkopf: „Das hätten nicht alle unsere Mannschaften der vergangenen Jahre noch gewonnen.“
Kaderspielerin Schmitt
Aufschlag und Annahme bezeichnet Walter bis in höchste Ligen als das entscheidende Element. Marlene Schmitt aus dem Jugendnationalkader, Leistungsträgerin Hannah Rösch, die beide dem Finale mal gar nicht so den Stempel aufdrückten, eine über sich hinaus wachsende Sophie Schäfer, die Kämpferin vorm Herrn, Stellerin Marie Krüger, die angeschlagene Ayla Dogan und viele jüngere Akteurinnen, fertig war der Champion.
Nun bestreiten U14 und -18 ihre Heimturniere: „Es wird für beide wahnsinnig schwer“, teilte Walter mit: „Das Halbfinale ist unser sportliches Ziel, um noch die Chance zur Qualifikation zu haben.“ Bei den Älteren sei Hessen sehr stark, Biedenkopf als Titelträger, der schon in gleicher Besetzung bei der U20 weiterkam: „Auch die Saarländerinnen sind nicht zu unterschätzen.“
In Ganerbhalle
Am Samstag, 18. April, läuft die U14 auf. Der TuS trifft in der Vorrunde auf JSG Waldgirmes/Wetzlar und SSC Freisen. Die andere Gruppen bilden Wiesbaden, TV Lebach sowie SC Mutterstadt. Tagsdarauf tritt die U18 gegen Wiesbaden und Freisen an, in Pool A SG Volleys Marburg-Biedenkopf, SSG Schwarzenholz-Griesborn, VC Neuwied.
Los geht’s jeweils um 9 Uhr in der Ganerbhalle Dudenhofen, Halbfinals nicht vor 16, Endspiel nicht vor 18 Uhr. Walters Dank gilt der Handballern von Dudenhofen/Schifferstadt für die Bereitstellung der Sportstätte: „Die ist sogar besser, weil an allen Seiten Sprungaufschläge möglich sind.“ Das lassen die Abmessungen bei zwei parallelen Partien in Heiligenstein und teils nur einem Meter Platz nicht zu.
Zum altersspezifischen Training vereinigen sich die Römerbergerinnen dabei hauptsächlich zur unmittelbaren Turniervorbereitung. Die U20 entspricht in etwa den Damen I in der Landesliga. Ergänzt durch zwei Spielerinnen von auswärts, stellt die U16 auch die U18. Die U14 sammelte bei den Aktiven als TuS IV viel Erfahrung. Vom Kern des Südwestmeisters gehen fünf Volleyballerinnen in der Dritten ans Netz, zwei schon in der Zweiten und Ersten. Walter erkennt dadurch keine Abstimmungsprobleme: „Sie kennen sich von klein auf.“
So spielten sie
TuS Heiligenstein U16: Isabella Bozickovic, Ayla Dogan, Nele Kemmer, Marie Krüger, Marie Lajewski, Amelia-Yanina Matei, Emely Moster, Hannah Rösch, Charlotte Schmitt, Marlene Schmitt, Sophie Schäfer, Emma Zehfuß