Speyer Ein Hoffnungsschimmer

Kinderhospiz Dudenhofen: Das Zimmer wurde bei der Eröffnung im Jahr 2009 fotografiert.
Kinderhospiz Dudenhofen: Das Zimmer wurde bei der Eröffnung im Jahr 2009 fotografiert.

«Dudenhofen.»Das Thema Pflegenotstand ist in aller Munde. Wie Anfang Februar berichtet, leidet auch das Kinderhospiz in Dudenhofen unter dem Mangel an Pflegekräften. Der Pflegenotstand lasse sich keineswegs von heute auf morgen bewältigen, sagt Hospiz-Sprecher Linnford Nnoli. Die Einrichtung für lebensverkürzend kranke Kinder suche quasi immer fachkompetenten Zuwachs, sowohl in der häuslichen Kinderkrankenpflege als auch für das stationäre Hospiz an der Neumühle in Dudenhofen, sagt Nnoli. Gesucht seien Kinderkrankenschwestern, Krankenschwestern, Krankenpfleger, Heilerziehungspflegerinnen und ganz aktuell auch eine Pflegedienstleitung für das Hospiz. Dass es nicht genügend Pflegekräfte gibt, führt im Kinderhospiz dazu, dass im rund drei Millionen Euro teuren Neubau immer nur zwischen sechs und sieben Kindern versorgt werden können. Platz wäre dort eigentlich für zwölf Kinder. Im Kinderhospiz arbeiten laut Nnoli derzeit 25 Pflegekräfte in Voll- und Teilzeit. In der häuslichen Kinderkrankenpflege teilen sich rund 40 Fachkräfte in Voll- und Teilzeit die Dienste bei den Familien zu Hause. An der Situation hat sich seit Februar somit nichts geändert. Hoffnung macht dem Kinderhospiz-Team allerdings der Bewerbertag, der Ende September stattfand. Nnoli spricht von einer positiven Bilanz. Potenzielle Bewerber hätten reges Interessen gezeigt, sich vorzustellen und sich einen Einblick in die Arbeit zu verschaffen. „Es gab konkrete Absichtserklärungen, und mit anderen Bewerbern ist man noch im direkten Austausch“, sagt Nnoli. Den Pflegenotstand bezeichnet der Kinderhospiz-Sprecher als Katastrophe, die sich immer spürbarer bundesweit ausbreite und nicht erst gestern entstanden sei. „Dass Intensivstationen in Deutschland morgens notgedrungen beraten müssen, wie viele Patienten sie wegen Personalmangels verantwortlich aufnehmen können, ist unvorstellbar und zugleich traurige Realität geworden“, findet er. Dass die neue Sensibilität für das Thema Pflegekräfte-Mangel jedoch eine plötzliche Kehrtwende einläuten könnte, sollte man sich nicht vormachen. „Das wäre naiv“, sagt Nnoli. Der Kinderhospiz-Sprecher gibt trotz der schwierigen Lage für die Einrichtung zu, dass sich eines tatsächlich verändert habe: „Immer öfter wird dem Pflegepersonal erfreulicherweise öffentlich Respekt für seine unschätzbare und unverzichtbare Arbeit zum Ausdruck gebracht“, hat Nnoli beobachtet. Er findet, dass das Pflegepersonal, das sich jahrelang für die Schwächsten und Bedürftigsten aufgeopfert habe, die Wertschätzung und Anerkennung ihres Berufs lange vermisst haben müsse. Wenn diese Wertschätzung nun nicht nur rhetorisches Manöver bleibe und die Pflegekräfte gemäß den harten Anforderungen ihres Berufes entsprechend auch noch entlohnt werden, dann sei ein ganz wesentlicher Fortschritt erlangt. „Dann wird es auch wieder genügend Nachwuchs geben“, glaubt Linnford Nnoli.

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