Speyer Dudenhofen: Einsatz für die Artenvielfalt am Freiwilligentag
Etwas bewegen zu wollen, ist kein Zuckerschlecken. Das ist den zwölf Helfern im Dudenhofener Gemeindewald am Samstag schon nach wenigen Handgriffen bewusst gewesen. Trotzdem blieb die Stimmung bestens beim Einsatz in einem Landschaftsteil, den zu pflegen es lohnt. Die Sanddünen waren als Projekt für den Freiwilligentag ausgewählt, bei dem am Samstag Menschen in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar mitmachten.
Förster Jürgen Render ist begeistert. Zum einen von der Leistungsbereitschaft der Anwesenden, zum anderen von der Naturstätte an sich. „Dudenhofen hat mit den Sanddünen eine Besonderheit, wie es sie nur hier gibt“, sprudelt es beim Besuch der RHEINPFALZ vor Ort aus ihm heraus. Render zückt eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1971 und tatsächlich: Eine im Vergleich zu heute sehr offene, weniger bewaldete Landschaft ist darauf zu sehen.
Für die Artenvielfalt müssen Bäume weichen
So kurios es im ersten Moment klingen mag: Um die Artenvielfalt in der Sanddüne zu fördern, müssen Bäume weg. Eben das ist die Aufgabe der Freiwilligen, die dafür mit Spaten und Rechen anrücken und sämtliche körperlichen Kräfte mobilisieren. „Die Offenbiotope in Trockenland sind wichtig für die Ansiedlung von Insekten, die wiederum als Nahrung für Vögel dienen“, zeigt Render an einem Beispiel auf, worin der Sinn der Aktion liegt. Zugrunde legt er außerdem einige Fakten des Dudenhofener Naturforschers Erich Bettag, der in einem Buch von 700 Schmetterlings-, 220 Käfer- und 130 Wespenarten berichtet, die in den Sanddünen heimisch geworden waren. „Gerade für die Hautflügler sind diese Lebensbereiche wichtig“, fasst Render zusammen.
"Viel klein-Klein-Arbeit"
Eine kurze Rückblende des Försters erinnert an die Entstehung der Dünen. Die nämlich hängt mit der Eiszeit zusammen, in deren Folge der Speyerbach nördlich von Dudenhofen große Mengen Sand abgelagert hat. „Die Natur hat sich durch den eigenen Samenabwurf wieder etwas zurückgeholt“, sagt Render mit Verweis auf das verdichtete Grün. Kiefern, Birken, Roteichen und Traubenkirschen rücken die Helfer also gezielt zu Leibe. „Das Geäst verbleibt im Wald und verrottet dort“, merkt Render an, der von „viel Klein-Klein-Arbeit“ spricht. Die macht Aaron Bettag nichts aus, was nicht weiter verwundert, denn der Bezug zur Natur kommt von Großonkel Erich. „Das war auch meine Motivation mitzumachen“, sagt der junge Mann und ergänzt: „Körperliche Anstrengung ist auch mal angenehm.“
Neues entdecken und sich dabei nützlich machen
CDU-Ortsbürgermeister-Kandidatin Laura Fauß hat sich ebenfalls ein blaues Aktions-T-Shirt übergestreift. „Wir haben heute ganz viel über Artenvielfalt gelernt“, ist sie fasziniert von der Wissenserweiterung, die mit der guten Sache einher geht. Was sie bewegt hat, sich bei den Sanddünen einzubringen? „Die Arbeit in der Natur, etwas mit den Händen machen und am Ende tolle Ergebnisse sehen“, fasst Fauß zusammen. Isabell Kuhn ist sogar aus Schifferstadt nach Dudenhofen gekommen, um mitzuhelfen. „Es gab viele interessante Projekte und die Entscheidung fiel schwer“, gibt sie zu. Dass Kuhn noch nie die Dünenlandschaft besucht hatte, war mit ausschlaggebend für die Wahl. Der Ersteinsatz beim Freiwilligentag hat Früchte getragen. „Ich würde gerne beim nächsten Mal wieder mitmachen“, kündigt Kuhn an. Neues entdecken und sich dabei nützlich machen: Die Kombination zieht. In der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen waren insgesamt gut 60 Helfer an drei Stellen beim Freiwilligentag im Einsatz: Außer in den Dudenhofener Dünen im Kinderland Sternschnuppe (Berghausen), wo Gruppenräume umgestaltet wurden, und an der Realschule plus in Dudenhofen – hier wurde der Schulhof verschönert.