Speyer Die Texaner sind schneller und passen besser auf
«Speyer.»Ich wollt’s ja erst nicht glauben. Gestern Abend bin ich schwitzend an der Nordhalle im Speyerer Birkenweg vorbeigelaufen. Und da drin war was los.
Dann bin ich eben rein. Und tatsächlich: Die Jugend aus dem Basketballinternat Speyer hat gegen eine Mannschaft aus den USA gespielt. Das hab ich mir schon wegen der Stimmen auf dem Parkplatz gedacht. Die Amerikaner sind gerade zu Besuch in Europa. Heute geht’s für sie von Neustadt aus weiter nach Straßburg, Heidelberg, Ulm und München. Das hat mir Clemens Ruf vom Basketballinternat erzählt. Er hat den Tag organisiert. Er hat die Amerikaner aus dem Bus auf dem Festplatz abgeholt. Er ist mit ihnen um den Dom herumgegangen, hat die Alte Münz’ und die Altstadt mit dem Fischmarkt gezeigt. Clemens hat alle Fragen beantwortet: Wie alt der Dom ist und wie die Steine hierherkamen, warum der Rhein früher durch den Domgarten geflossen ist, dass eine Speyerer Elle ein Längenmaß wie der heutige Meter oder das amerikanische Yard ist. Bürgermeisterin Monika Kabs hat die Basketballer im Rathaus auf Englisch begrüßt und Brezeln angeboten. Zwölf, 13 Jahre sind die Jungs aus dem Bundesstaat Texas alt. Sie haben ihre Familien mitgebracht, sogar eine Oma. Der Trainer ist David Jones. Der hat vor 20 Jahren für Speyer gespielt. Daher kennt ihn auch mein Opa Nörgel noch. Die Speyerer Basketballer waren etwas älter und daher auch ein bisschen größer. Aber die Gästespieler waren besser und schneller. Immer stand einer von denen frei. Wenn mal ein Ball versprungen ist, haben ihn sich meistens die Amis geschnappt. Gekämpft haben aber alle. Speyer hat 2:0 geführt. Nach dem ersten Viertel stand’s schon 16:29. Doch Speyer hat zum 60:65 aufgeholt. Dann haben die Texaner wieder aufgedreht und 95:73 gewonnen. Jordi, der Speyerer Trainer, war ganz schön sauer. Erst hat er auf den Stuhl gehauen. Dann war er nur noch verzweifelt. Geschenke gab’s auch. Clemens hat Magneten mit Dom, Speyer und Deutschland drauf verteilt. Die Amerikaner haben T-Shirts spendiert. Darauf steht, was sie für wichtig halten: Disziplin, Respekt und Fairness. Die Speyerer Jungs bekamen Medaillen. Coach Jones gefällt es hier immer so gut, dass er am liebsten dreimal im Jahr kommen würde, um mit Speyerer Jugendlichen wie vor etlichen Wochen zu trainieren.