Speyer Der Puls schlägt noch

Im Zeichen Italiens: die nächste Pulse-of-Europe-Aktion am 25. Februar in Speyer, für die mit diesem Logo geworben wird.
Im Zeichen Italiens: die nächste Pulse-of-Europe-Aktion am 25. Februar in Speyer, für die mit diesem Logo geworben wird.

Seit der Bundestagswahl im September 2017 war es etwas ruhig geworden um die Pro-Europa-Gruppe „Pulse of Europe“ Speyer. Das soll sich jetzt wieder ändern. Am Sonntag, 25. Februar, 14 Uhr, rufen die Europa-Freunde zu einer Demonstration für ihre Idee ans Altpörtel auf. Das hat Initiator Bernd Rückwardt im Gespräch mit der RHEINPFALZ angekündigt.

Dann nehmen die Europa-Freunde das EU-Mitgliedsland Italien ins Visier. Dort stehen am 4. März Parlamentswahlen an. Mit ihrem Werben für Europa wollen die Speyerer Zeichen setzen: möglichst viele Wähler an die Urne bringen, appellieren und werben, die Stimme für pro-europäische Parteien abzugeben und gegen separatistsche Tendenzen. „Das war von Anfang an unser Ansatz“, erinnert Rückwardt an die Aktionen seit der Gründung des Bündnisses vor knapp einem Jahr auf Speyerer Ebene. Die Niederlande, Polen, Frankreich, Großbritannien und natürlich Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl waren die Adressaten. „In Bezug auf die Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist uns die nachhaltigste Aktion gelungen“, schwärmt Rückwardt. Bei der Versammlung am Altpörtel hätten viele Teilnehmer ihre Handys gezückt, Freunde in der Speyerer Partnerstadt Chartres angerufen und diese am Wahltag persönlich an den bevorstehenden Urnengang erinnert. In Polen sei eine starke Resonanz spürbar bei der Jugend des Landes. „Die jungen Polen wollen Europa“, weiß der „überzeugte Europäer“, wie Rückwardt sich selbst nennt. Gleichzeitig fordert er Geduld mit dem Land. „Wir müssen als Vorbild für Demokratie überzeugen, dürfen nicht als Besserwisser auftreten.“ Von der Resonanz in Deutschland ist Rückwardt indes enttäuscht. Es mangele am Interesse der Jugend und der Schulen für die Europa-Idee. „70 Jahre Frieden, offene Grenzen, Reisefreiheit – das ist für die Jugend so selbstverständlich, dass sie nicht ermessen können, was auf dem Spiel steht. Die Vorteile aus Europa dürfen wir nicht verlieren“, formuliert er fast inständig. Dass die Europapolitik im Bundestagswahlkampf recht kurz kam, enttäuscht ihn wie auch seine Mitstreiter. Mut schöpft er dagegen aus dem vorliegenden Koalitionsvertrag. Er enthalte das Kapitel „Neuer Aufbruch für Europa“. „Die neue Bundesregierung muss dringend an Europa arbeiten“, erwartet der ehemalige FDP-Kommunalpolitiker Handeln. Er betont allerdings, dass „Pulse of Europe“ immer überparteilich agiere. „Es geht um die Chancen, die Europa bietet“, so Rückwardt, Seit März 2017 gibt es die Pro-Europa-Bewegung in Speyer. Rückwardt und Hans-Peter Cussler hatten sich eines Sonntags mit Sonnenschirm und Europaflagge an das Altpörtel gesetzt. Eine vorbeikommende Touristengruppe aus Italien haben sie über die Pulse-Idee informiert und gemeinsam die Europa-Hymne („Freude, schöner Götterfunken“, Beethoven) gesungen. Das war die Geburtsstunde. Seitdem hat es rund 20 Auftritte gegeben. Etwa 15 Aktive bilden den harten Kern der Gruppe in Speyer. Bis zu 300 Leuten folgten den Aufrufen zu Aktionen. Am 25. Februar soll es wieder rund gehen für Europa. Die Vorbereitungen laufen. Italienische Flaggen sind schon zur Verfügung gestellt worden aus einem italienischen Geschäft. Andere Speyerer werden angefragt, ob sie kulinarisch oder finanziell helfen können. „Pulse of Europe“ lebt ausschließlich von Spenden und Ehrenamt. Bis zur Europawahl im Mai 2019 wollen die Speyerer alle vier Wochen auf die Straße gehen. Die Vernetzung mit Gruppen in anderen Städten läuft. Jutta Steinruck (SPD), neue Oberbürgermeistern von Ludwigshafen, hatte noch als Kandidatin bei einer Pulse-of-Europe-Veranstaltung in Speyer zugesagt, in der Chemiestadt eine solche Gruppe zu initiieren. „Inzwischen ist sei im Amt. Ich werde sie daran erinnern“, betont Rückwardt. Zur Stunde ist Speyer nach seinen Angaben noch die einzige Gruppe in der Pfalz.

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