Am Donnerstagabend hat der Pfälzische Handball-Verband (PfHV) den am Wochenende geplanten Spieltag komplett abgesetzt. Grund ist die unklare Lage in Sachen Corona-Bekämpfung. Nun sollen auch geimpfte Spieler einer Testpflicht (2G-plus-Regel) unterliegen, bevor sie in die Halle dürfen.
Christian Grill, Trainer der Pfalzliga-Damen der HSG Dudenhofen/Schifferstadt, findet diese Entscheidung richtig, „weil ob der kurzfristigen Veröffentlichung der 29. Corona-Bekämpfungsverordnung noch zu viele Unklarheiten bestehen“. Grill rechnet nun mit einer längeren Winterpause und hofft, dass es Ende Januar wieder mit dem Spielbetrieb weitergehen kann. „Ich wünsche mir nur, dass wir die Runde nicht schon wieder abbrechen, denn da würde der Sport zu viel verlieren.“ Er findet: „Mit einer 2G-plus-Regelung hat man eine enorme Sicherheit. Bei mir hatten sich die Spielerinnen vor Spielen zuletzt schon selbst getestet, teilweise über Tests, die sie am Arbeitsplatz durchgeführt haben.“
Auch beim TuS Heiligenstein wird die Entscheidung als „absolut richtig“ eingestuft. Männer-Trainer Christoph Morio bedauert zwar, dass der Spontan-Lockdown nun in eine Phase mit wichtigen Spielen für seine Mannschaft gefallen ist, er sieht aber keine Chance, in so kurzer Zeit Konzepte zu realisieren, die der neuen Verordnung auch Rechnung tragen. „Ich hoffe, dass es nächste Woche weitergeht, aber man muss auch abwarten, wie sich der Verein positioniert in Anbetracht der hohen Kosten für die Tests.“ Diese habe er in seiner komplett geimpften Mannschaft ohnehin zuletzt schon vorgeschrieben. Er will nun abwarten, ob gespielt oder zumindest in der Halle trainiert werden könne, andernfalls sei ein großer Aufwand zu stemmen für individuelle Trainingspläne, um die Spieler fit zu halten für den Fall, dass es nach einer längeren Pause kurzfristig wieder zurück in den Spielbetrieb gehe.
Lieber durchgespielt
Für den TSV Speyer sagt Abteilungsleiter Ralph Schröder, der selbst auch Jugendtrainer im Verein ist, dass sein Klub sich dafür ausgesprochen habe, die Runde ohne Unterbrechung ganz regulär fortzusetzen. Dies sei vor allem bei den größeren Vereinen, die viele Mannschaften im Spielbetrieb haben, der Wunsch gewesen. „Wir hätten mit der 2G-plus-Regel leben können, denn wenn sich die Spieler an den Teststationen testen lassen, kostet das ja nichts. Corona wird nicht einfach so verschwinden, damit muss man leben und dann auch den zeitlichen Aufwand für die Tests in Kauf nehmen.“ Er hoffe zwar, so Schröder, dass es kommende Woche weitergehe, doch er glaube nicht so recht daran, gehe eher von einer längeren Auszeit aus.
Benny Wingerter, Trainer der TG Waldsee, wollte sich öffentlich zu dieser Thematik nicht äußern.