Speyer Café, Stammtisch und ein Feld mit Weinberg
Das Programm „Treffpunkt Familienkita“ hat für ein intensiveres Miteinander der Eltern der Jungen und Mädchen der Kita Lautstark in Heiligenstein gesorgt. Über zwei Jahre lief das Projekt, initiiert und unterstützt von der BASF und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Ergebnisse dessen sind unter anderem eine Krabbelgruppe und ein Elterncafé in der Einrichtung wie auch eine noch stärkere Vernetzung mit Angeboten für Familien außerhalb der Kita.
An dem Projekt „Treffpunkt Familienkita“ haben sich neun Kitas aus der Metropolregion Rhein-Neckar beteiligt, darunter die erst 2013 eröffnete Kita Lautstark, die jüngste der Kitas in der Ortsgemeinde. „In erster Linie ging es bei dem Projekt um die Zusammenarbeit von Eltern und uns Erziehern und Erzieherinnen sowie um die Vernetzung mit Beratungs- und Bildungseinrichtungen außerhalb der Kita“, beschreibt Kita-Leiterin Michaela Unselt die Ziele des zweijährigen Projekts, dessen Inhalte aber weiterhin am Leben erhalten und auch ausgebaut werden sollen. Für das Projekt beworben habe man sich seinerzeit, da die noch ganz junge Kita sich von Anfang an als Einrichtung für die ganze Familie verstanden habe, so Unselt weiter. Das Programm „Treffpunkt Familienkita“ sei da ein guter Anlass gewesen, „unsere Arbeit in der Kita mit und für die Eltern auszubauen“. Konkrete Ergebnisse des zweijährigen Projekts sind eine Krabbelgruppe in der Kita, die inzwischen von einer Mutter geleitet und einer Hebamme unterstützt wird. Letztere wird vom Rhein-Pfalz-Kreis im Rahmen des Angebots der Frühen Hilfen gestellt. „Die Krabbelgruppe ist offen für alle junge Familien, auch für solche, die sonst nichts mit der Kita zu tun haben“, betont Unselt. Auf diese Weise sollten die Möglichkeiten erhöht werden, miteinander in Kontakt zu kommen, um insbesondere auch neu zugezogenen Familien in die dörfliche Gemeinschaft zu integrieren, sagt Unselt. Darüber hinaus haben die Eltern innerhalb des Projekts ein Elterncafé ins Leben gerufen, in dem sie sich seither regelmäßig in den Räumen der Kita treffen. Auch ein Elternstammtisch wurde initiiert, der laut Unselt abends und außerhalb der Kita stattfindet. Die Themen dort seien breit gestreut und drehten sich nicht allein um Kita, Kinder und Familie. Ein weiteres Projekt, das angegangen wurde, trägt den Titel „Unser Feld“. Dazu hat die Kita Lautstark, in der aktuell 87 Kinder sind, die von 15 Erzieherinnen und Erziehern betreut werden, ein Grundstück unweit der Einrichtung gepachtet und auf diesem „mit tatkräftiger Unterstützung der Eltern“, wie Unselt betont, eine Hütte renoviert, einen Grillplatz eingerichtet, Bäume und Büsche angepflanzt, ein Beet angelegt und einen alten Weinberg neu kultiviert. Die gemeinsame Arbeit auf dem Feld biete damit jetzt und in Zukunft nicht allein den Kita-Kindern zahlreiche Möglichkeiten, sondern ebenso jede Menge Gelegenheit, deren Eltern zu unterschiedlichen Anlässen zusammenzubringen. Ergänzt werden die in der Kita entstandenen Netzwerke zwischen den Eltern durch vom Kreis angebotene Hilfsprogramme, „zu denen wir gerne vermitteln“, wie Unselt sagt. Böten diese doch gerade Familien ohne Unterstützung, etwa seitens der Großeltern, die Möglichkeit, ihren Alltag zu erleichtern. So gibt es bei den Frühen Hilfen des Rhein-Pfalz-Kreises unter anderem die sogenannten Familienpaten, die aufs Kind aufpassen, wenn die Eltern Wichtiges zu erledigen haben oder einfach mal ein paar Stunden frei haben möchten. „Gerade diese Vernetzung steht bei uns auf professionellen Füßen und wird von uns als Teil der Arbeit der Gemeinde verstanden“, erläutert Michaela Unselt. Und obgleich das Projekt „Treffpunkt Familienkita“ nun beendet sei, „ist es unser Ziel, die Angebote hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den Eltern beizubehalten und weiterzuführen und diese fest in den Alltag der Kita zu integrieren“. |mko