Speyer Betreuungsangebot in Speyerer Schulen: Ein Überblick

Auch in Speyer auf dem Weg vom Einzel- zum Normalfall: Mittagessen für Schulkinder in der Kantine.
Auch in Speyer auf dem Weg vom Einzel- zum Normalfall: Mittagessen für Schulkinder in der Kantine.

Seit 15 Jahren gibt es in Rheinland-Pfalz Ganztagsschulen – als Antwort auf den Betreuungsbedarf von Eltern am Nachmittag. In Speyer gibt es noch kein Ganztagsgymnasium, aber überwiegend flexible Betreuung mit Essen am Nachmittag. Ein Überblick vor den ab Samstag anstehenden Tagen der offenen Tür an den Schulen.

Alle Speyerer Grundschulen machen Angebote, bei denen angemeldete Schüler bis 16 Uhr – außer am Freitag – betreut werden. Naht für die Kinder der Übergang in die weiterführende Schule, wird es für berufstätige Eltern etwas unübersichtlicher: Es gibt unterschiedliche Angebote und Konzepte der Nachmittagsbetreuung an den zwölf Einrichtungen in und um Speyer. Zwischen drei Modellen der Betreuung können sich die Familien entscheiden. Die Betreuung ist am Nachmittag hauptsächlich für Schüler der Orientierungsstufe in den Klassen fünf und sechs bestimmt, an manchen Schulen wird eine Gruppe in höheren Klassen fortgeführt.

Verschiedene Modelle

Nahtlos ist der Übergang hinsichtlich der Nachmittagsbetreuung von der Grundschule zu den Realschulen plus sowie zur Integrierten Gesamtschule (IGS). Denn IGS Georg-Friedrich Kolb, Burgfeldschule, Siedlungsschule, die private Nikolaus-von-Weis-Realschule plus sowie die Realschulen plus in Dudenhofen und Lingenfeld sind Ganztagsschulen mit kostenlosen Nachmittagsangeboten: Von Montag bis Donnerstag werden Unterricht, andere Lernzeiten oder Hausaufgaben und wählbare Arbeitsgemeinschaften auf den ganzen Tag bis 16 Uhr verteilt. In der Mittagspause bekommen die Schüler ein warmes Mittagessen in den Kantinen. Familien können sich jeweils auch für die Halbtagsform bis 13 Uhr entscheiden. Ausnahme: In der Realschule des „Niki“ ist die Ganztagsform mit drei Nachmittagen verpflichtend. Ein anderes Modell leben das private Edith-Stein-Mädchengymnasium, die Edith-Stein-Realschule sowie das Gymnasium am Kaiserdom (GaK) vor. Vor drei bis vier Jahren haben sie als Vorreiter Angebote geschaffen, bei dem Eltern sich pro Schulhalbjahr tageweise für Nachmittagsbetreuung bis 16 Uhr entscheiden können. Am GaK geht es mit Betreuern zu einem Mittagessen in die Cafeteria des Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses. Maximal 10 Euro kosten Essen und Betreuung. 36 Fünft- und Sechstklässler werden aktuell im GaK nachmittags betreut, in der Edith-Stein-Realschule 40, im Edith-Stein-Gymnasium 54 Schülerinnen. In der Cafeteria der katholischen Schule können die Gymnasiastinnen mittags einen Snack essen. Pädagogische Hilfskräfte helfen bei den Hausaufgaben. Danach haben die Schülerinnen Zeit für Sport und Freizeit in der Schule. 16 Euro kostet die Betreuung für alle vier Tage. Konrektor Dominik Weitzel: „Wir sind froh über die Zwischenstellung beim Angebot. Unser Tageweise-Modell ist nicht ganz so starr wie Ganztagsschulen. Das gefällt Eltern und Schülerinnen gut.“

Lücken schließen

Weitere Gymnasien haben nachgezogen: Im Nikolaus-von-Weis-Gymnasium gibt es Essen und tageweise Hausaufgabenbetreuung bis 15.15 Uhr für 130 Euro im Halbjahr und 8 Euro pro Woche für das Essen. Das jüngste Angebot unterbreitet das Schwerd-Gymnasium seit Anfang dieses Schuljahres: 20 angemeldete Schüler der fünften Klasse gehen an ein bis vier Tagen zum Mittagessen in die Kantine der Rentenversicherung und erledigen dann betreut Hausaufgaben bis 15.45 Uhr. Pro betreutem Nachmittag bezahlen die Eltern 7,50 Euro ohne Essen. Bleibt noch das Hans-Purrmann-Gymnasium als letzte Schule ohne eigenes Angebot am Nachmittag, jedoch mit einer Alternative. Christoph Janz, Leiter der Orientierungsstufe, weiß: „Der Wunsch der Eltern ist da. Manche Gymnasien versuchen die Lücke zu schließen, aber meistens scheitert es an Infrastruktur und Personal. Deshalb überlassen wir Mittagessen und Nachmittagsbetreuung den Profis der Q+H-Quartiersmensa.“ Schulelternsprecher Jens-Peter Schneider vertritt die Interessen der Eltern: „Vor allem Alleinerziehende und Vollzeit-Berufstätige haben den Bedarf. Aufgrund der aktuellen Zahlen kooperieren wir noch mit der Q+H-Mensa und -Hausaufgabenbetreuung, die insgesamt 20 aufteilbare Plätze bereithält.“ Laut Schneider sind die Eltern mit der nur externen und auch nicht schulgebundenen Betreuung nicht vollends zufrieden, aber können damit leben. Er rät Eltern der kommenden fünften Klassen, den Betreuungswunsch explizit zu nennen bei der Schulanmeldung. Kontakt Q+H Quartiersmensa, Heinrich-Heine-Straße 8, Anmeldung für die Warteliste per E-Mail an gleichstellungsstelle@stadt-speyer.de, Kosten 8 Euro pro Tag, 3 Euro pro Essen, www.speyer.de/hausaufgabenbetreuung

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