Speyer Befallene Kiefern müssen weg
«Dudenhofen/Hanhofen/Harthausen/Schwegenheim.»Seit Mitte vergangener Woche sind im Waldstück hinter der Mozartstraße in Dudenhofen Waldarbeiter beschäftigt. Wege sind gesperrt, Spaziergänger hören Motorsägen und wie Bäume auf den Waldboden fallen. Förster Jürgen Render erklärt, warum dort Kiefern entfernt werden müssen und wo die nächsten Fällarbeiten anstehen.
Um geschwächte Kiefern im Wald hinter der Mozartstraße ausfindig zu machen, war der Förster fünf Tage in dem Waldstück unterwegs. Mit seiner orangefarbenen Sprühflasche hat er rund 200 Kiefern markiert, im sogenannten Zwölfmannsgarten hinter der Hermann-Löns-Straße sind es nach seinen Angaben noch einmal 100 Bäume, die gefällt werden müssen. Die Kronen der Kiefern weisen zahlreiche trockene Zweige und abgestorbene Teile auf. Ursache sind die hohen Temperaturen und die fehlenden Niederschläge im vergangenen Sommer. Die Bäume seien durch das Trockenjahr extrem geschwächt, sagt Render (wir berichteten). In Folge dieser Schwächung siedeln sich in den Kiefern Insekten wie verschiedene Borkenkäferarten und Prachtkäfer sowie Pilze an. Hinzu kommen Misteln, die den Bäumen den letzten Lebenssaft aussaugen, sagt der Förster. Besonders betroffen seien Kiefern an den Südrändern der Wälder, wie hinter den Häusern in der Mozartstraße. Bäume, die tiefer im Wald stehen, sind vor direkter Sonneneinstrahlung und den sich daraus ergebenden Folgen besser geschützt. Mit Blick auf das Gebiet Mozartstraße/Hermann-Löns-Straße informiert Render auch darüber, dass sich der Waldrand etwas verändern werde. Grund ist, dass der Wald direkt an die Gärten grenzt und teils hohe Bäume nah an den Gärten beziehungsweise Häusern stehen. Ziel sei es, dass der Waldrand in dem Gebiet ansteige. Das bedeutet, dass manch hoher Baum, der zu nah an der Bebauung steht, noch gefällt werden müsse, sagt Render. Das diene dem Schutz der Anwohner, damit Bäume bei einem Sturm nicht in deren Gärten oder sogar auf deren Häuser fallen, sagt der Förster. Heutzutage werde bei der Erschließung eines Neubaugebiets am Wald ein Waldrand eingeplant, sagt Render. Zurück zu den geschwächten Kiefern: Render schätzt, dass die Arbeiter in dem Waldstück hinter den beiden genannten Straßen noch zwei bis drei Wochen beschäftigt sein werden. Im Wald bei Harthausen zwischen Heilsbruckhalle und Wasserhaus seien bereits etwa 120 Kiefern gefällt worden. Diese seien von Prachtkäfern und Hallimasch – einem Pilz – befallen gewesen. Auch dieses betroffene Waldstück sei südexponiert, sagt Render. Im Wald bei Hanhofen müssen laut dem Förster noch rund 70 Bäume gefällt werden. Bei Schwegenheim seien es vereinzelt Bäume entlang der Landesstraße nach Gommersheim. Die Arbeiten sollen bis Ende März/Anfang April abgeschlossen sein, sagt Render. Dann werde es für die Arbeiter schwieriger, die Situation beim Fällen richtig einzuschätzen, weil die Bäume ihr Laub ansetzen. Außerdem beginnen dann die Vögel zu nisten. Das Holz der geschädigten oder bereits abgestorbenen Kiefern wird als Industrie- oder Verpackungsholz enden, was für den Waldbesitzer, im Falle des Waldstücks bei Dudenhofen die Ortsgemeinde, weniger Geld bringt. Mehr Geld hätten die Kiefern dagegen als Bauholz eingebracht. Render macht auch deutlich, dass sich die Folgeschäden der geschwächten Kiefern oft erst in den kommenden Jahren zeigen werden und das Forstamt somit noch längere Zeit mit dem Problem zu tun haben werde. Im Hinblick auf den Klimawandel und die zunehmende Trockenheit hat die Kiefer laut dem Förster im warmen und trockenen Oberrheingraben schlechte Karten. Deshalb setzen die Förster auf Vielfalt bei den Baumarten und bauen die reinen Kieferwälder schon seit viele Jahren in Mischwälder mit hohem Laubholzanteil um. Die Rubrik Unter dem Titel „Dienstagsfrage“ beantworten wir Fragen, die im Alltag im Speyerer Umland auftauchen.