Harthausen RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisteramt: Noch sind keine Kandidaten in Sicht

Am 22. März sind die Einwohner Harthausens zweifach gefragt: bei der Lantags- und der Bürgermeisterwahl.
Am 22. März sind die Einwohner Harthausens zweifach gefragt: bei der Lantags- und der Bürgermeisterwahl.

Das neue Jahr garantiert der Gemeinde Harthausen Spannung: Ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin wird gewählt. Was fehlt, sind Kandidaten oder Kandidatinnen.

Ursache für die am 22. März zusammen mit der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz-Pfalz terminierten Neuwahlen ist der vorzeitige Rücktritt des seit September 2024 vom Rat gewählten Amtsinhabers Rainer Schaust (CDU). Wie berichtet, legt der 63-Jährige aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Politische Gründe gebe es nicht, versichert er.

„Grundsätzlich ist der festgelegte Wahltermin 22. März 2026 vom Ortsgemeinderat beschlossen sowie von der Kommunalaufsicht genehmigt“, teilt Christian Schreiner, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Römerberg-Dudenhofen, auf Anfrage mit. Schaust habe mit einem Schreiben vom 5. November 2025 seinen Rücktritt zum 30. April 2026 erklärt. Daraufhin habe der Ortsgemeinderat Harthausen am 13. November beschlossen, bei der Kommunalaufsicht die Festlegung der Neuwahl auf den Termin der Landtagswahl und eine eventuelle Stichwahl auf den 12. April 2026 zu beantragen. Die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises habe das als zuständige Aufsichtsbehörde am 3. Dezember genehmigt, fasst Schreiner zusammen.

CDU will Ende Januar entscheiden

Die Einreichungsfrist für Bewerberinnen und Bewerber läuft demnach am Montag, 2. Februar, 18 Uhr, ab. Über deren Zulassung befindet der Wahlausschuss am Donnerstag, 5. Februar, so Schreiner. Der oder die „Neue“ würde am 1. Mai das Amt antreten. Der Entscheidung durch die gut 2500 Wahlberechtigten in der Tabakgemeinde gehen noch die Personalentscheidungen der Parteien voraus: Stellen sie einen Bewerber oder eine Bewerberin und wer soll das sein?

Die CDU, mit elf Mitgliedern stärkste Fraktion im 20-köpfigen Ortsgemeinderat, reizt die Nominierungsfrist bis zur letzten Minute aus. Erst am Abend des 29. Januar will die Partei auf einer Mitgliederversammlung einen Kandidaten oder eine Kandidatin nominieren. Das hat der Parteivorsitzende Markus Unterländer auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Seine Partei wolle einen Kandidaten aufstellen, der dem stetig wachsenden Arbeitspensum eines Ortsbürgermeisters gewachsen und bereit sei, sich voll für die Gemeinde einzusetzen, betont er: „Derzeit sind wir mit einigen infrage kommenden Personen im Gespräch.“ Die CDU stehe zwar voll hinter der Entscheidung Schausts, sein Amt niederzulegen. Sie bringe Partei und Fraktion aber auch in eine „schwierige Situation“, bekennt Unterländer.

Auf die Frage nach einer eigenen Kandidatur winkt der 37-Jährige indes ab. Er könne dieses Amt in seiner derzeitigen privaten wie beruflichen Situation nur „sehr kompromissbehaftet ausüben“. Beides lasse ihm nur wenig Spielraum, um sich noch mehr in Harthausen einzubringen, als er es schon tue. Seiner Absage seien intensive Gespräche mit seiner Familie und Amtsinhaber Schaust vorausgegangen, unterstreicht er.

Löffler lehnt Kommentar zu Gerüchten ab

Mit der Übernahme des CDU-Vorsitzes im vorigen Jahr sei ihm bereits klar gewesen, dass damit Erwartungen an ihn in Richtung Bürgermeisteramt erwachsen würden. „Ich habe gehofft, mich erst in ein paar Jahren damit auseinandersetzen zu müssen“, bekennt Unterländer und sagt: „Ich will es für die Zukunft nicht ausschließen, aber dann nur, wenn meine Familie voll dahintersteht und ich Harthausen auch die Zeit und Aufmerksamkeit widmen kann, die es verdient.“

Immer wieder fällt im Vorfeld der Bürgermeisterwahl der Name Harald Löffler (CDU). Der Vorgänger Schausts war 20 Jahre lang Ortschef. Er unterlag 2022 bei der Wahl zum VG-Bürgermeister in der Stichwahl seiner Konkurrentin Silke Schmitt-Makdice (SPD). Mit Ende seiner Amtszeit als Bürgermeister 2024 hat er sich aus der Kommunalpolitik zurückgezogen. Ihm seien Gerüchte um seine erneute Kandidatur ebenfalls zu Ohren gekommen. Er habe sie bisher nicht kommentiert und wolle auch weiterhin nichts dazu sagen, erklärt Löffler.

Distanziert bleibt auch Günter Gleixner (CDU), bei Harald Löffler Ortsbeigeordneter und aktuell Beigeordneter auf VG-Ebene. Er verweist auf die Gespräche im Januar und versichert: „Man darf davon ausgehen, dass von unserer Partei ein Kandidat für dieses Amt aufgestellt wird.“

Grüne und FDP verzichten auf Kandidaten

„Bezüglich der anstehenden Bürgermeisterwahl sind wir momentan an der Sondierung aller Optionen für eine Kandidatur und führen Gespräche in diverse Richtungen“, sagt der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Harthausen und Fraktionsvorsitzende im Rat, Khader Awwad, auf Anfrage. Die Genossen seien zwar „sehr überrascht“ über den plötzlichen Rücktritt von Bürgermeister Schaust, „haben aber für seine Entscheidung vollstes Verständnis“, so Awwad.

„Von Seiten der Grünen werden wir wahrscheinlich keinen Kandidaten oder Kandidatin stellen können“, erklärt derweil Andreas Böcker, Sprecher des Ortsverbandes der Partei. So sieht es auch bei den Liberalen aus. „Für die anstehende Bürgermeisterwahl in Harthausen wird die FDP keinen eigenen Kandidaten stellen“, so Justus Rabe, Vorsitzender des Ortsverbands Römerberg-Dudenhofen. „Sollte sich eine geeignete Persönlichkeit – ob parteilos oder aus einer anderen politischen Richtung – vorstellen können, für das Amt zu kandidieren, stehen wir als FDP für Gespräche jederzeit offen und unterstützen gerne jeden, der diese Verantwortung engagiert übernehmen möchte“, versichert er.

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