Trendsport Angeln RHEINPFALZ Plus Artikel Angeln in Speyer und der Region: Die ultimative Angelkarte für den Rhein

Speyer und die Region sind bei Anglern sehr beliebt, da es viele Möglichkeiten zum Angeln gibt.
Speyer und die Region sind bei Anglern sehr beliebt, da es viele Möglichkeiten zum Angeln gibt.

Speyer gilt als Angel-Hauptstadt der Pfalz: Doch wer angeln will, braucht mehr als eine Rute. Wichtige Regeln, Kosten im Überblick – plus eine Gewässerkarte der Region.

Sonne, Weiher, Angeln – für viele ein ideal abgestimmtes Trio. „Die Gemeinschaft ist beim Angeln das Wichtigste – es ist einfach schön zusammen am Wasser zu sitzen“, sagt Gustav Pade. Der 78-Jährige ist sowohl Ehrenvorsitzender des Landesfischereiverbands Pfalz als auch des Speyerer Angelvereins Petri Heil. Seit mehr als 35 Jahren angelt der gebürtige Speyerer – „eher ein Spätzünder“, wie er selbst sagt. Die Region schätzt er besonders: „Speyer und das Umland bietet mit zahlreichen Seen und der Anbindung an den Rhein viele Möglichkeiten zum Angeln – so eine Region ist selten.“

Doch einfach ans Wasser setzen und die Rute auswerfen – das ist in den meisten Fällen nicht erlaubt. In dieser Serie klären wir, was nötig ist, um legal zu angeln: vom Fischereischein über Angelkarten und Ausrüstung bis hin zu den Menschen, die sich in den regionalen Angelvereinen engagieren.

In diesem Teil soll es darum gehen: Wie bekommt man einen Angelschein – und was kostet er? Wo darf in Speyer und der Region geangelt werden, und wer ist für welches Gewässer zuständig? Zudem gibt es eine Karte des Angelgebiets Speyer und Region – mit den wichtigsten Informationen zu jedem Gewässer.

Angelschein: Ohne Prüfung geht nichts

Wer in Deutschland angeln will, braucht nach dem Landesfischereigesetz einen Fischereischein, umgangssprachlich auch Angelschein genannt. Ausgestellt wird er von der zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung, bislang für ein oder fünf Jahre. Laut Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz ist am 19. Februar 2026 eine neue Fassung des Landesfischereigesetzes in Kraft getreten, nach der der Fischereischein künftig lebenslang gültig sein soll. Nach Angaben der Stadt Speyer werde die Umsetzung derzeit noch im zuständigen Ministerium geprüft. Wann die Regelung praktisch eingeführt wird, sei daher noch offen.

Voraussetzungen für den Fischereischein sind eine bestandene staatliche Fischereiprüfung, ein Mindestalter von 14 Jahren sowie die Zahlung der Fischereiabgabe, die dem Gewässerschutz und der Hege der Fischbestände dient. Die Gebühren unterscheiden sich je nach Behörde. In Speyer kostet der Jahresschein laut Stadt zwölf Euro, der Fünfjahresschein 41 Euro. Im vergangenen Jahr wurden dort 21 Jahres- und 218 Fünfjahresscheine ausgestellt. Die Fischereiabgabe variiert je nach Verwaltung, liegt aber in der Regel bei rund zehn Euro pro Jahr.

Die Fischereiprüfung kann laut Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz an vier Terminen im Jahr bei der zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung abgelegt werden und kostet 50 Euro. Wer zur Prüfung antreten will, muss zuvor einen verpflichtenden Vorbereitungslehrgang absolvieren. Dieser umfasst laut Landesfischereiverband mindestens 30 Stunden, davon acht Stunden Praxis, und behandelt unter anderem Fisch- und Gewässerkunde, Tierschutz und den Umgang mit Angelausrüstung. Die Kurse werden von Vereinen, Verbänden und teils auch online angeboten und kosten meist zwischen 150 und 250 Euro. In Speyer bietet der Sportfischerverein Petri Heil laut dem zweiten Vorsitzenden Paul Steinbrenner zweimal im Jahr einen solchen Kurs an.

Angelkarten: Wer ist für welches Gewässer zuständig?

Mit dem Angelschein allein ist es aber nicht getan. Denn die meisten Seen, Weiher und Rheinabschnitte sind verpachtet. Die jeweiligen Pächter legen fest, wer dort angeln darf – etwa nur Vereinsmitglieder, Gastangler oder Inhaber bestimmter Erlaubnisscheine. Wer ein Gewässer nutzen will, sollte daher vorab klären, welche Regeln gelten.

Im Stadtgebiet Speyer verwalten drei Angelvereine Gewässer. Der Russenweiher im Süden der Stadt wird von den Anglerfreunden Speyer gepachtet. Angeln ist laut dem Vorsitzendem des Vereins Siegfried Steinbrenner nur für Mitglieder möglich.

Der Binsfeldsee ist das zentrale der sieben Pächtergewässer des Angelsport- und Fischzuchtvereins Speyer.
Der Binsfeldsee ist das zentrale der sieben Pächtergewässer des Angelsport- und Fischzuchtvereins Speyer.

Der Sportfischerverein Petri Heil pachtet den Wammsee im Norden der Stadt. Auch dort ist das Angeln laut dem zweiten Vorsitzenden des Vereins nur den Mitgliedern erlaubt.

Der Sportfischerverein Petri Heil pachtet den Wammsee im Norden von Speyer.
Der Sportfischerverein Petri Heil pachtet den Wammsee im Norden von Speyer.

Der Angelsport- und Fischzuchtverein Speyer verwaltet einen Großteil der Baggerseen am Binsfeld sowie den Kiesgraben, der nördlich der Autobahn 61 am Rhein liegt. Für seine Gewässer bietet der Verein Angelkarten für Gäste an – geangelt werden darf dann aber nur im Beisein eines aktiven Vereinsmitglieds. „Wir haben zu viele schlechte Erfahrungen mit Gastanglern gemacht, daher muss immer jemand vom Verein dabei sein“, sagt Frank Fuchs, Vorsitzender des Vereins. Denn jede Missachtung der Regeln an den Gewässern falle am Ende auf den Angelverein zurück. Dreitageskarten gibt es für 50 Euro, eine Wochenkarte kostet 100 Euro.

Den Russenweiher im Süden der Stadt pachten die Anglerfreunde Speyer.
Den Russenweiher im Süden der Stadt pachten die Anglerfreunde Speyer.

Im Umland gibt es zahlreiche weitere Weiher und Seen, an denen unter verschiedenen Voraussetzungen geangelt werden darf. Beispielsweise betreibt der Angelsportverein in Schifferstadt zwei Weiher, an denen unter Aufsicht eines Vereinsmitglieds für 20 Euro am Tag geangelt werden darf. Weiter südlich kann am Schäferweiher, der vom Angelsportverein Lingenfeld gepachtet wird, für 64 Euro im Monat als Gast geangelt werden. In unserer Angelkarte finden Sie weitere Gewässer und können herausfinden, ob dort geangelt werden darf – und wenn ja, unter welchen Bedingungen.

Karte: Angelübersicht in Speyer und der Region

Mit einem Klick auf das rote Fischsymbol erfahren Sie alles rund um das Gewässer. Ein Gewässer fehlt oder eine der Informationen ist nicht mehr aktuell? Dann kontaktieren Sie uns gerne unter: redspe@rheinpfalz.de.

An dieser Stelle finden Sie Kartenmaterial von Google Maps.

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Angeln am Rhein und den Seitengewässern

Während die Angelrechte an Seen und Weihern sehr unterschiedlich geregelt sind, ist das Angeln am Rhein einheitlicher organisiert. Zuständig für die Fischereirechte am Rhein und den Seitengewässern ist derzeit die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd. Die Erlaubnisscheine werden über Ausgabestellen vertrieben – meist Angel-Fachhändler, teils auch Vereine oder andere Geschäfte. In Speyer und Umgebung sind die Scheine laut SGD Süd erhältlich bei Angelbedarf Ritter in Lingenfeld, Angelgeräte Leydecker in Schifferstadt sowie in Speyer bei Fisherman’s Partner, A&M Angelsport GmbH, dem Sportfischerverein Petri Heil und dem Sportfischerverband Pfalz.

Erlaubnisscheine für das Angeln am Rhein und den Altrheinarmen sind unter anderem bei Angelshops - und vereinen erhältlich.
Erlaubnisscheine für das Angeln am Rhein und den Altrheinarmen sind unter anderem bei Angelshops - und vereinen erhältlich.

Mit diesem Erlaubnisschein und einem gültigen Fischereischein darf linksrheinisch von Rheinkilometer 352 bis 438 geangelt werden – das deckt das Rheinufer in Speyer und der Region ab. Die Erlaubnis kostet 49 Euro im Jahr, für Jugendliche und Senioren 25 Euro.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, ergänzend zum freien Rheinstrom bestimmte Seitengewässer zu befischen. Diese sogenannte Generalkarte kostet 90 Euro pro Jahr, ermäßigt 45 Euro. Damit ist das Angeln an vielen Altrheinarmen und Hafenbecken in Speyer und der Region erlaubt. Welche Gewässer enthalten sind und welche Ausnahmen gelten, steht im Erlaubnisschein.

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